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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Dezember 2018

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Gebet im Dienst der Glaubens-Vermittlung Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir, dass alle, die das Evangelium verkündigen, eine Sprache finden, die den unterschiedlichen Menschen und Kulturen gerecht wird.

    Bruder Andreas Knapp aus der Gemeinschaft der „Kleinen Brüder vom Evangelium“ ist ein weit gereister Mann. Er war in vielen Teilen der Welt unterwegs: im Badischen aufgewachsen, in Bolivien, in der Sahara und in Israel, in Kriegsgebieten des Nahen Osten und jetzt lebt er meist in Leipzig. Dort in Sachsen - da ist in ihm der Wunsch nach einer neuen Sprache gewachsen: „In Leipzig sprechen religiöse und nichtreligiöse Menschen deutsch. Und doch gibt es wesentliche Erfahrungen, die sie nicht miteinander austauschen können. Wie können wir von unserer Gottes-Erfahrung reden? Es käme darauf an, dass wir eine Sprache finden, die Menschen neu und ungewohnt anspricht.“ (Vortrag im Rahmen des 1. Basler Forums für Grenzgänger 16. Juni 2012)

    Mit den Indios in Bolivien, die Quechua, eine ihm völlig fremde Sprache gesprochen haben, fühlte er sich weniger fremd, weil sie eine ähnliche Lebensbasis hatten, weil sie Glauben, Rituale und Lebenswerte miteinander teilten. Die Geschichten und Kultur der Menschen in der ehemaligen DDR sind ihm trotz der gleichen Sprache so fremd, dass er selber sich und die anderen neu lernen und verstehen muss.

    Ihm hilft dabei, dass seine Gemeinschaft keine lehrende, von oben dozierende Gemeinschaft ist. Ihnen sind vielmehr Freundschaft und Gastfreiheit wichtig und das Wissen:  Gott macht sich klein, um zu den Menschen zu gehen. Das gilt auch für sie: entscheidend ist: zu den Menschen gehen, sie kennen lernen, mit ihnen leben und entdecken, wie viel Evangelium dort am Rand der Stadt gelebt wird, auch wenn die Menschen dafür keine religiös gelernte Sprache haben. Es ist wie ein Abenteuer, bei dem sie selber den Glauben neu lernen.  Ihre „Sprache“ vom Evangelium ist Tun und Leben und dann erst das Wort, das aus dem Miteinander wächst. Für ihn wird auch seine Sprache neu und er schreibt von seinem Glauben in kurzen Texten und Gedichten. Und dann kann er etwa so beten:

    Du Gott hast uns ein Beispiel gegeben, nach dem wir in unserer Zeit glauben und miteinander reden können:
    Du bist klein geworden und in unsere Welt gekommen.
    Lass uns in allen Kulturen und Sprachen nach Deinem Beispiel leben,
    lehre uns, einander zu erkennen und miteinander zu leben

    „es ist noch kein wort
    vom himmel gefallen
    aber das lächeln jenes kindes

    einfach menschlich
    einfach göttlich
    wird es leben können.

    (aus: A. Knapp:  Weiter als der Horizont, Würzburg 2002, S. 36)..

  • Für alle, die in diesem Jahr die Sakramente empfangen haben Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für alle, die in diesem Jahr die Sakramente der Taufe, der Firmung, der Erstkommunion, der Buße, der Krankensalbung, der Ehe oder der Weihe als Zeichen des Heilshandelns Gottes empfangen haben: Um Ermutigung im Glauben.

    „Der Pastor hat uns überrascht und uns eingeladen, in dem Werktagsgottesdienst, den wir an unserem ‚silbernen Hochzeitstag‘ besucht haben, unser Eheversprechen zu erneuern.“ In der Erinnerung an diese überraschende Feier ist der Erzählerin die Freude darüber anzumerken. „Es war nur die kleine Gruppe anwesend, weil die Feier ja nicht geplant war, aber es hat uns tief berührt und gut getan.“  Wenn Segen neu wird, erleben Menschen das positiv und bestärkend, zB. hier in dieser kleinen Gemeindefeier, wo die Erinnerung an schon gelebtes Leben und der Segen für den weiteren Weg gefeiert wird.

    Ein anderes Beispiel:
    Der Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein schreibt 1931 in seinen "Vermischten Bemerkungen“: "Eine Beichte muss Teil des neuen Lebens sein“. Was Wittgenstein zur Beichte sagt, gilt für alle Sakramente: sie müssen Teil des neuen Lebens sein. Wittgenstein meint bei Beichte keine Auflistung von Verhaltensweisen oder Verfehlungen meint, von denen andere nichts wissen dürfen. Die wären nur Teil des ‚alten Lebens‘. „Teil des neuen Lebens“ meint viel mehr: hier steht ein Mensch in  vitaler Beziehung zu Gott und entdeckt sich im Gespräch mit Gott, mit dem Ursprung des Lebens als jemand, die oder der in den Erfahrungen, in den Konflikten und an den Grenzen des Lebens klagend, bittend, dankend, staunend und schweigend vor Gott steht und sich selbst erkennt: in der eigenen Leistungsfähigkeit, aber auch in der eigenen Bedürftigkeit und mit Gott auf einem neuen Weg weiter geht. In allem rechnen die Glaubenden mit Gott - angesichts der Freuden, angesichts der Leiden, in Zustimmung, Zweifeln und warum.

    Es ist ein Weg, der seine Herausforderungen hat - für die einzelnen wie für die Kirche. Wer ihn geht, lebt vom Mitgehen anderer, von gemeinsamer Liturgie und fürbittendem Gebet, in dem der eigene Glaube wachsen und reifen kann und wird in kritischen Situationen, in Ängsten daran erinnert, dass die Vernunft des Glaubens mit Gott rechnet.

    „Betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.“ (Jak 5,16). Wie der Apostel bitten wir heute Dich, Gott, um Gnade für alle, die ein Sakrament empfangen haben. Gehe Du, Gott, ihre Wege mit, gebe ihrem Einsatz und Zeugnis in der Welt Gelingen und ihrem Leben und Glauben Deinen Segen. Amen.

  • Menschen anderer Muttersprache, Kultur, Hautfarbe... - auf der Flucht... Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für die vielen Menschen anderer Muttersprache, Kultur und Hautfarbe, die aufgrund von Verfolgung und Unterdrückung bei uns Zuflucht und eine neue Heimat suchen: Um Aufnahme und Annahme.

    „Jeden Tag packe ich den Koffer ein und dann wieder aus. Morgens, wenn ich aufwache, plane ich die Rückkehr, aber bis Mittag gewöhne ich mich mehr an Deutschland. Ich ändere mich und bleibe doch gleich und weiß nicht mehr, wer ich bin. Jeden Tag ist das Heimweh unwiderstehlicher, aber die neue Heimat hält mich fest Tag für Tag noch stärker.“

    (Alev Tekinay: Dazwischen. In: Viele Kulturen – eine Sprache.
    Adelbert-von- Chamisso-Preisträgerinnen und Preisträger 1985-2001, Robert-Bosch-Stiftung 2001)

    Das schreibt die Türkin Dr. Alev Tekinay, als sie schon 20 Jahre in Deutschland gelebt, studiert und gearbeitet hat. Der Widerstreit ihrer Gefühle und Empfindungen ist Teil ihres Lebens, ihres Herzens und ihrer beiden Heimaten. Was sich sprachlich seltsam anhören mag und worüber man beim Lesen stolpern kann, das ist für sie einfach so - auch wenn es, wie sie schreibt, kein wirklich einfacher Alltag ist. Sie ist sehr integriert - hat in München Germanistik studiert, darin promoviert und an der Uni Augsburg bis zur Rente einen Lehrauftrag für Deutsch als Fremdsprache gehabt - und irgendwie ist sie doch von der tiefen Sehnsucht nach der türkischen Heimat geprägt, wo sie die ersten zwanzig Jahre ihres Lebens verbracht hat. Ihre berufliche Aufgabe: Bedingungen und Wege für den Unterricht von „Deutsch als Fremdsprache“ zu erforschen und zu entwickeln, - bringt sie immer wieder mit ihrem Leben in zwei Heimaten in Beziehung und hilft ihr, dieses zu reflektieren, im stillen Kämmerlein wie v.a. im Gespräch mit anderen.

    Sie lernt, „dass es zwischen allen Herkunftskulturen nicht nur Unterschiede gibt, sondern auch sehr viele Ähnlichkeiten, manchmal sogar Gemeinsamkeiten. Aber auch die Unterschiede machen diese Arbeit sehr reizvoll, weil sie erkennen lassen, wie wichtig das Kennenlernen des Fremden ist. Dadurch kann man nämlich feststellen, dass die Vorurteile nur auf gegenseitiger Unkenntnis beruhen und sich leicht abbauen lassen, und dass das angeblich Fremde uns eigentlich sehr vertraut ist.“ (In ihrer Vita auf der Webseite der Uni Augsburg).

    Denn - so sagt es der Zisterzienser Christian de Chergé: „Der Fremde trägt eine Verheißung in sich.“ .

    Gott, Du hast deinem Volk Israel die Pflicht auferlegt, Fremde zu achten.
    „Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten
    und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen.“
    Öffne uns Augen und Herzen, dass wir erkennen:
    Fremde und Flüchtlinge aufzunehmen, ist nicht nur eine Pflicht,
    sondern eine Verheißung,
    dass auch in unserem Leben stets neues und unerwartetes geschehen kann. Amen

    Marliese Klees, Saarbrücken

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