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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Februar 2019

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Für alle Opfer von Menschenhandel, ZwangsProstitution und Gewalt Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir, dass alle, die dem Menschenhandel, der Zwangsprostitution und der Gewalt zum Opfer gefallen sind, mit offenen Armen in unserer Gesellschaft aufgenommen werden.

    Zu Jahresbeginn 2018 ließ ein UNO-Bericht aufhorchen: Immer mehr Fälle von Menschenhandel werden aufgedeckt, 671 nachgewiesene Fälle allein in Deutschland im Jahr 2017. Als Menschenhandel gilt laut UNO die Anwerbung, Beförderung, Verbringung oder Aufnahme von Personen zum Zweck der Ausbeutung, was meist durch Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderen Formen der Nötigung, durch Entführung, Betrug, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit geschieht. Während bei Männern Zwangsarbeit das vorherrschende Motiv für Menschenhandel ist, sind es bei über 80 Prozent der Frauen Zwangsprostitution und sexuelle Ausbeutung. Weit gefehlt also, wer Menschenhandel in die Zeit antiker Sklavenmärkte verorten möchte.

    Menschenhandel ist leider auch heute immer noch ein Problem, und zwar weltweit. Die Flüchtlingsbewegung der letzten Jahre hat dies weiter verstärkt. Organisierte Banden versprechen Arbeit und ein besseres Leben und locken Menschen in die westlichen Staaten. Die Realität ist dann für die meisten aber Illegalität, Gewalt, Armut und Ausbeutung.

    Am 8. Februar wird der Gedenktag von Josefine Bakhita gefeiert. Papst Johannes Paul II. hat sie im Jahr 2000 heiliggesprochen. Im Sudan geboren, wurde sie bereits mit sechs Jahren verschleppt und mehrmals als Sklavin verkauft. In Italien fand sie in die Obhut von Ordensschwestern, bei denen sie schließlich selbst eintrat. Einer ihrer „Besitzer“ hatte sie grausam tätowieren und so als sein Eigentum kennzeichnen lassen. In dieser Handlung zeigt sich alles Unmenschliche, das mit Menschenhandel verbunden ist. Menschen werden ihrer Freiheit und Würde beraubt und zum Besitztum anderer gemacht, deren Interessen und Begierden preisgegeben.

    „Gott schuf den Menschen als sein Abbild“ (Gen 1,27); er oder sie gehört niemandem sonst. Gott hat uns als sein Ebenbild geschaffen und uns die Freiheit geschenkt. Beten wir, dass alle Menschen in dieser Freiheit leben können und dass Menschenhandel und Ausbeutung ein Ende finden.

    Gott, du bist den Schwachen Trost und Zuversicht.
    Wir bitten für alle Menschen, die unterdrückt und in ihrer Arbeit ausgebeutet werden.
    Wir bitten für alle von Prostitution, Menschenhandel und Sklaverei betroffenen Menschen.
    Lass uns achtsamer für Ausbeutung und Diskriminierung werden
    und gib uns die Kraft und den Mut, menschenunwürdige Zustände aufzudecken und anzuprangern.

    (Papst Franziskus)

  • Für die Ordensleute, die in unserem Bistum Zeugnis geben von Gottes Gegenwart Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für die verschiedenen Ordensgemeinschaften in unserem Bistum, die durch ihr Leben Zeugnis geben von Gottes Gegenwart in dieser Welt und seiner Liebe zu den Menschen.

    Ordensleute gehören heute nicht mehr unbedingt zu unserem alltäglichen Straßenbild. Umso mehr kann es manchen Zeitgenossen irritieren, wenn er z.B. einer Ordensfrau über den Weg läuft: Welchen Sinn kann ein solcher Lebensentwurf haben, der sich mit Armut, Jungfräulichkeit und Gehorsam an Gott bindet?

    Nicht allein Ordensleute sind berufen, ihr Leben Gott zu weihen. Alle Christen sollen dies kraft ihrer Taufe tun. Das heißt ja nichts anderes, als sich selbst Gott anzuvertrauen und dem Evangelium in seinem Leben Raum zu geben: in Arbeit und Freizeit, in den schönen und schweren Stunden, in Entscheidungen, die zu treffen sind, und in den Beziehungen, in denen wir leben. Dass das nicht selten auch ein schwieriges Unterfangen ist, weiß jeder, der schon ehrlich versucht hat, so zu leben. Umso wichtiger ist es, dass es in der Kirche Menschen gibt, die zeigen, dass es möglich ist, ganz nach der Logik des Evangeliums zu leben. Es ist die Logik der Hingabe, der Geschwisterlichkeit, der gegenseitigen Annahme auch in der Verschiedenheit.

    Das Evangelium gibt dem Leben Richtung. Dies nach der Regel und der Spiritualität ihrer jeweiligen Gemeinschaft allen anderen vorzuleben, ist der besondere Auftrag, den die Ordenschristen für die ganze Kirche haben. Was allen Gläubigen aufgetragen und gemeinsam ist, wird von ihnen in besonderer Weise gelebt, damit die anderen es nicht vergessen, sondern immer wieder daran erinnert werden. Diese Erinnerung braucht es. Deshalb ist es gut, dass es in der Kirche Menschen gibt, die ganz ausdrücklich leben, was Aufgabe aller ist.

    Auch das Gebet ist Aufgabe aller Christen, die Ordensleute mit und für alle übernehmen. Sie beten das Stundengebet, damit Tag und Woche vom Gebet getragen und von Gott begleitet sind. Sie beten persönlich oder in der Gemeinschaft in Anliegen, die Menschen ihnen ganz persönlich anvertraut haben. Nehmen wir diesen Monat in besonderer Weise die Ordensleute in unser Gebet.

    Treuer Gott, mit ihrem Zeugnis erinnern die Ordensleute uns daran, dass unser Leben geprägt und verwandelt werden soll vom Sauerteig des Evangeliums. Nur dann können wir als deine Kirche Salz der Erde und Licht der Welt sein. Stärke die Schwestern und Brüder in den Ordensgemeinschaften in ihrer prophetischen Aufgabe, die sie für uns und für die Welt haben, und mache uns bereit, ihr Zeugnis anzunehmen, damit wir nicht nur Christen heißen, sondern es in Wahrheit sind.

    (Bischof Dr. Stephan Ackermann)

  • Für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren für andere Menschen Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für alle, die sich ehrenamtlich in Gruppen und Initiativen engagieren für benachteiligte Menschen, für Frieden und Solidarität und für ein gutes Miteinander der Generationen.

    Es gibt vielfältige Anlässe, in denen Solidarität eingefordert wird: wenn Flüchtlinge auf die europäischen Staaten verteilt werden, wenn bei der Rente auf eine gerechte Lastenverteilung für die Generationen hingewiesen wird, wenn Berufsgruppen für bessere Arbeitsbedingungen streiken oder wenn jemand in Not gerät. Da braucht es Solidarität im konkreten Tun, im Unterstützen der Anliegen, im Anerkennen, dass es sich um etwas handelt, was für die gesamte Gesellschaft wichtig und gut ist.

    Dem lateinischen Wortsinn nach meint Solidarität die Gemeinverpflichtung, die alle zusammen zu erfüllen haben, und zwar so, dass jeder Einzelne von ihnen für die ganze Verpflichtung in Anspruch genommen werden kann. Die Solidarität gehört als ein Grundprinzip zur Sozialverkündigung der Kirche. Papst Franziskus predigt immer wieder gegen den Egoismus: Einzelne Personen und bestimmte Gruppen sollen ihre Eigeninteressen nicht den Gesamtbelangen voranstellen und sich gegen ihre sozialen Verpflichtungen sperren. Dies gilt für Ehe und Familie, für die vielfältigen Vereinigungen in unserer Gesellschaft, für die Wirtschaft, den Staat und die Völkergemeinschaft. „Die ganzheitliche Entwicklung des Menschen kann nur in einer solidarischen Entwicklung der Menschheit erfolgen“, schrieb Papst Paul VI. 1967 (PP 43). Wie richtig erweist sich dieses Wort heute in unserer globalisierten Welt. Die Entwicklung der Menschheit lässt sich nur mehr miteinander fördern in einer Solidarität, in der alle füreinander einstehen.

    Damit dies immer besser gelingen kann, im Kleinen wie im großen Ganzen, finden sich viele Menschen in Gruppen und Initiativen zusammen, um Solidarität ganz konkret zu leben, sei es in Familie und Nachbarschaft, in einem Mehrgenerationenhaus oder Inklusionsprojekt, in der Eine-Welt-Arbeit ... Beten wir für sie alle, dass ihre gelebte Solidarität zur größeren Solidarität in der ganzen Menschheitsfamilie beiträgt. Denn für uns Christen ist auch das Gebet gelebte Solidarität.

    Du, unser Gott, in Solidarität gehören wir zusammen mit denen, die in Gefahr und Kampf leben. Wir haben Teil an ihren Ängsten und an ihren Hoffnungen. Lehre uns, über unser eigenes Leben hinauszuschauen und im Mit-Leiden an jene Grenzen zu kommen, wo Menschen leiden, aber auch die Welt verändern.

    (Gebete aus der Ökumene 4, Missionshilfe Verlag)

    Marco Weber, Trier

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