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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Januar 2019

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Maria als Beispiel für junge Menschen Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir, dass junge Menschen, allen voran die in Lateinamerika, Marias Beispiel folgen und auf Gottes Ruf antworten, indem sie die Freude des Evangeliums in die Welt hinaustragen.

    Am 1. Januar feiert die katholische Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria und begeht seit 1968 am gleichen Tag den Weltfriedenstag. Zwanzig Jahre nach der Deklaration der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen wählte Paul VI. für den zweiten Weltfriedenstag die Botschaft „Menschenrechte, der Weg zum Frieden“. Die Menschenrechte sollen allen Menschen „ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand“ zustehen.

    In der Welt sieht es anders aus, auch heute, 70 Jahre nach der Deklaration der UN-Menschenrechtscharta. An zu vielen Orten werden die Rechte der Menschen mit Füßen getreten. Viele junge Menschen sehen für sich und die Welt keine Zukunft mehr. Unter ihnen gibt es großartige junge Frauen und Männer, die ihre Botschaft laut hinaustragen und sich einsetzen für eine gerechtere Welt. Sie wünschen sich, was Maria im Magnificat besingt: die Umkehrung der Verhältnisse; den Sturz der Mächtigen und derer, die die Schwachen vergessen haben; das Ende des Hungers, des Hungers nach Brot und nach Sicherheit. 

    „Alle Menschen sind gleich an Würde und Rechten geboren“ so heißt es im ersten Artikel der Menschenrechts-Charta. Auch in unserem Land gibt es Menschen, die diesen Artikel nicht uneingeschränkt unterschreiben. Doch erst, wenn für jeden Menschen an jedem Ort dieser Welt dieser Artikel Recht und Pflicht zugleich sind, sind die „Menschenrechte der Weg zum Frieden“, der jedem und jeder Zukunft gibt.

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.
    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
    Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
    Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
    das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    (Magnificat, Lk 1, 46-55)

  • Weltjugendtag in Panama: Für alle Jugendlichen dort Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für die Jugendlichen, die am Weltjugendtag in Panama teilnehmen. Für alle jungen Menschen, die auf der Suche nach Sinn und Orientierung für ihr Leben sind, und für alle, die sie in ihrem Suchen und Fragen begleiten.

    Aus dem Bistum Trier nehmen über 100 junge Menschen am 34. Weltjugendtag teil. „Oh, wie schön ist Panama“, sagte schon Janosch. Von ihm lernen wir: „Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten.“ und „Wenn man den Weg nicht weißt, braucht man zuerst einen Wegweiser.“. Beide Zitate kommen nur wenig fromm daher und erscheinen mehr als banal, wenn man bedenkt, dass Papst Franziskus den Weltjugendtag 2019 in Panama ganz ins Zeichen Marias gestellt hat.

    Das Motto des Weltjugendtags lautet „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk1, 38). Marias Beispiel wirkt wie viel zu große Schuhe, in die niemand jemals reinpassen wird. Ganz schön hoch gegriffen, hat er, Papst Franziskus. War er es doch, der beim letzten Weltjugendtag 2016 in Krakau zu den jungen Leute sagte: „Wenn man Jesus nachfolgen will, […] muss man sich entscheiden, das Sofa gegen ein Paar Schuhe auszutauschen, die dir helfen, Wege zu gehen, die du dir nie erträumt hast“.  

    Vielleicht doch nicht so hoch gegriffen. „Wege zu gehen, die du dir nie erträumt hast“ heißt die  Schnittmenge zwischen Maria und dem jungen Menschen, der nach dem Weg tastet, den Gott mit ihm oder ihr gehen will. Maria hatte wohl nie davon zu träumen gewagt, was der Engel Gabriel ihr zu sagen hatte. Doch „wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten“ und „wenn man den Weg nicht weißt, braucht man zuerst einen Wegweiser“. Banal und doch richtig – auch für Maria.

    Auch sie war nicht allein. An ihrer Seite stand Elisabeth, als Freundin und als Wegweiser „selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ“ (Lk 1, 45). Ihre Schuhe, ihr bedingungsloses Ja, bleiben groß, vielleicht zu groß für die meisten. Am besten ist es, wenn die eigenen Schuhe passen, manchmal muss man einige ausprobieren, bis man das richtige Paar gefunden hat. Es müssen nicht die Schönsten, Neuesten oder Teuersten sein, Hauptsache ist doch, nicht auf dem Sofa sitzen zu bleiben.

    Die, die sich auf den Weg nach Panama gemacht haben, sind aufgestanden und kommen hoffentlich mit alten und neuen Freundinnen und Freunden zurück und vielleicht mit Wegweisern, die ihnen helfen, das passende Paar Schuhe zu finden: eines, das nicht drückt und auch nicht für immer zu groß bleibt. Es braucht die Schuhe, die in die Freiheit tragen, den Weg zu gehen, den Gott für jede und jeden will und für den es sich lohnt nach einer Sofa-Pause wieder aufzustehen, denn „Oh, wie schön [war] Panama“.

    Barmherziger Vater, Du rufst uns dazu auf, unser Leben als Weg des Heils zu leben. Hilf uns, dankbar an die Vergangenheit zu denken, die Gegenwart mutig anzunehmen und die Zukunft hoffnungsvoll aufzubauen. Herr Jesus, unser Freund und Bruder, danke, dass du mit Liebe auf uns siehst. Lass uns auf deine Stimme hören, wie sie in unserem Herzen mit der Kraft und dem Licht des Heiligen Geistes erklingt. Schenke uns die Gnade, eine Kirche zu sein, die mit dynamischem Glauben und einem jungen Gesicht vorwärts geht, um die Freude des Evangeliums zu verkünden. Mögen wir mithelfen, jene Art von Gesellschaft aufzubauen, nach der wir uns sehnen: eine Gesellschaft mit Gerechtigkeit und Gemeinschaft.

    (aus dem offiziellen Gebet zum Weltjugendtag in Panama 2019)

     

  • Für die Lektorinnen und Lektoren in unseren Kirchen Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für die Lektorinnen und Lektoren in unseren Gemeinden, die das Wort Gottes in der Liturgie vortragen, und für alle, die sich in Bibelkreisen und Gebetsgruppen immer wieder neu von diesem Wort ansprechen lassen.

    In vielen Bibelkreisen, Gebetsgruppen oder zum Beispiel bei Treffen von Lektoren und Lektorinnen kommt die Methode des Bibelteilens zum Einsatz. Die bekannteste Methode, die „Sieben Schritte Methode“, stammt aus Südafrika und wurde am dortigen Lumko-Pastoralinstitut in den 1970er-Jahren insbesondere von Oswald Hirmer und Fritz Lobinger weiterentwickelt. Die Methode soll Christinnen und Christen durch Reflexion, Schweigen, Austausch und Gebet einen persönlichen, geistlichen Zugang zur Heiligen Schrift ermöglichen. Die Teilnehmenden einer Gruppe sind aufgefordert, ihre Gedanken und Eindrücke zum Bibeltext einander mitzuteilen und einander zuzuhören. Im gegenseitigen, wertfreien Mitteilen und Zuhören wird Bibel Teilen erlebbar. Die sieben Schritte führen vom Gebet über das Lesen, Verweilen, Schweigen und Mitteilen wieder zum Gebet.

    Die sieben Schritte sind mehr als eine Methode. Besonders deutlich wird das, wenn die Gruppe auch den oft vernachlässigten sechsten Schritt bewusst gehen: Der sechste Schritt fordert die Teilnehmenden heraus, ins Handeln zu kommen. Er fragt jede und jeden: Was ist durch den biblischen Text für mein Leben wichtig (geworden)? Welche konkreten Schritte ergeben sich für mich? Oft – sofern der sechste Schritt nicht ausgelassen wird – endet er damit, dass jemand oder die Gruppe eine konkrete Handlungsanweisung formuliert, eine Idee,  was Einzelne oder die Gruppe in der nächsten Woche tun wollen.

    In Südafrika praktizieren die sogenannten Kleinen Christlichen Gemeinschaften die Methode des Bibelteilens. Im sechsten Schritt blicken sie gemeinsam auf ihr soziales Umfeld, auf die Realität ihrer Welt und fragen in Gottes Gegenwart gemeinsam nach Handlungs-Perspektiven. Ja, es soll praktisch werden, aber nicht Handeln um des Handelns willen, möglichst konkret, als ob es auf eine Checkliste passen müsste.

    Bibelteilen ist mehr als eine Methode. Hierin findet sich ein Weg, gemeinsam Kirche zu sein in dieser Welt: im gemeinsamen Gebet, im Hören aufeinander und auf Gottes Wort, im Schweigen und in der gemeinsamen Frage nach unserem konkreten Christsein in der Welt von heute, in unserer Welt. Das Gute daran: jede und jeder kann diese Schritte gehen, weil Gottes Wort jedem und jeder gilt. Da gibt es kein richtig oder falsch.

    Gott spricht zu uns sein schönstes Wort: In ihm geht er uns entgegen und ruft einen jeden bei seinem Namen, wartet voll Sehnsucht auf unser ´Ja´. Gott spricht zu uns sein tiefstes Wort: Es ist bis heut nicht verklungen, hat leise und sanft sein Schweigen gebrochen, mit seinem Klang die Nacht erfüllt. Gott spricht zu uns sein letztes Wort, schenkt uns in ihm die Erlösung. Er lässt seinen Stern am Himmel erstrahlen: Er soll uns führen durch die Nacht. Gott hat in seinem eigenen Sohn sich in die Welt gegeben. Wer ihn bei sich aufnimmt und ihn zur Welt bringt, wird neu geboren, der wird Mensch.

    (Barbara Kolberg, Gotteslob Trier 761)

    Sandra Jungbluth, Merzig

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