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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Januar 2020

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir im Januar dafür, dass Christen, Angehörige anderer Religionen und alle Menschen guten Willens sich für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einsetzen.

    Seit 1968 feiert die katholische Kirche am ersten Januar den Weltfriedenstag. Dieser Tag gleicht einer immerwährenden Überschrift für das neue Kalenderjahr. In seiner Botschaft für das Jahr 2020 schreibt Papst Franziskus: „Der Frieden ist ein kostbares Gut, er ist Gegenstand unserer Hoffnung, nach dem die ganze Menschheit strebt. Auf den Frieden zu hoffen ist eine menschliche Haltung, die eine existentielle Spannung beinhaltet, weshalb auch eine zuweilen mühsame Gegenwart »gelebt und angenommen werden [kann], wenn sie auf ein Ziel zuführt und wenn wir dieses Ziels gewiss sein können; wenn dies Ziel so groß ist, dass es die Anstrengung des Weges rechtfertigt«.“ 

    Der Weltfriedenstag fällt mitten in die Weihnachtszeit, in der wir in besonderer Weise diese Hoffnung feiern, denn „uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. […] Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«.“ (Jes, 9,5)

    In diesem kleinen Kind in der Krippe, dem Friedensfürst, feiern wir das Ziel von dem Papst Franziskus schreibt. Das Ziel für das es sich lohnt auf den Frieden zu hoffen. Diese Hoffnung ist keine Hoffnung, die trennt, sondern eine Hoffnung die eint, eine „Hoffnung, nach [der] die ganze Menschheit strebt“. Gott wurde Mensch in einem Stall, in der Erbärmlichkeit des irdischen Lebens, er wurde Mensch inmitten von Spannungen und mühsamen Lebensverhältnissen. Sein Weg war der Weg der Versöhnung, der Versöhnung, die er selber ist. Jesus Christus selbst ist der Friede. Darum schreibt Papst Franziskus: „Der Weg der Versöhnung, [der Weg Jesu] erfordert Geduld und Vertrauen. Man erhält keinen Frieden, wenn man ihn nicht erhofft. Es geht vor allem darum, an die Möglichkeit des Friedens zu glauben, zu glauben, dass der andere ebenso wie wir Frieden braucht. Darin kann uns die Liebe Gottes zu einem jeden von uns inspirieren“. Auf Frieden zu hoffen, heißt seine Hoffnung auf Gott zu setzen, der all unsere menschlichen Grenzen überwindet. An uns ist es, unsere Kräfte einzusetzen und auf das eine Ziel auszurichten. Wie gut, dass der Weltfriedenstag uns immer wieder diese Überschrift für das neue Jahr gibt.

    Von Pastoralreferentin Sandra Baltes

    Gebet:

    Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
    dass ich liebe, wo man hasst,
    dass ich verzeihe, wo man beleidigt,
    dass ich verbinde, wo Streit ist,
    dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
    dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht,
    dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
    dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert,
    dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
    Herr, lass mich trachten,
    nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste,
    nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe,
    nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
    Denn wer sich hingibt, der empfängt;
    wer sich selbst vergisst, der findet,
    wer verzeiht, dem wird verziehen,
    und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
    Amen.

    (Friedensgebet der Religionen, Assisi)

  • Von der Verheißung Gottes leiten lassen Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir im Januar für die Menschen in den Pfarreien unseres Bistums: Dass sie sich von der Verheißung des Reiches Gottes leiten lassen und so zu Gemeinschaft in Christus zusammenfinden.

    Jeder Quadratzentimeter ist „katholisch“ ausgemessen, das heißt, jede und jeder gehört zu einer bestimmten Pfarrei, einer bestimmten Gemeinschaf von Gläubigen, die in einer Teilkirche errichtet ist (vgl. can. 515 §1 CIC). Diese Zuordnung klingt zunächst nüchtern und einfach. Alles ist strukturell geregelt.

    Doch woher stammt das Wort Pfarrei eigentlich? Es stammt aus dem Altgriechischen und leitet sich von „paroichia“ ab. Wortwörtlich bedeutet es „am Haus“ bzw. „Nachbarschaft“. Eine etymologische Alternative ist „das Wohnen eines Fremden in einem Ort ohne Bürgerrecht“. In dieser Bedeutung (fremd, Fremde, Fremder) kommt der Begriff mehrfach im Neuen Testament vor. In dieser doppelten Bedeutung werden zwei Richtungen deutlich: es geht um die gelebte Gemeinschaft der Christen in ihrem Nahraum untereinander und mit ihren Nächsten und gleichzeitig um ihr Unterwegssein als Fremde in dieser Welt, ein Unterwegssein in der Gewissheit, dass wir eine andere Welt erwarten. 

    „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. […] Durch den Glauben ist er [Abraham] ein Fremdling gewesen im Land der Verheißung wie in einem fremden Land und wohnte in Zelten […]. Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“ (Hebr 11,1.9-10)

    Das Warten des Abraham auf die Stadt, die einen festen Grund hat, ist unser Warten auf diese andere Welt, auf das Reich Gottes. Wir glauben, dass dieses Reich mit Christus bereits begonnen hat und doch noch nicht vollendet ist. Diese Verheißung, in der wir leben, ist uns Zuspruch und Anspruch, denn sie ruft uns in Gemeinschaft, fordert uns Evangeliums gemäß in dieser Welt zu leben und weitet unser Leben, weil wir wissen in welcher Hoffnung und auf welches Ziel hin wir unterwegs sind.

    Dieser Zuspruch und Anspruch gilt jedem und jeder von uns in jeder Struktur und ist keineswegs nüchtern und einfach, denn wir sind immer neu gefordert uns zu fragen: „Sind wir, was wir im Zeugnis unserer Hoffnung bekennen?“ (Gemeinsame Synode, S.101) Diese Frage richtet uns, als „Fremde“ in dieser Welt, immer neu aus: an Jesus Christus, seinem Evangelium und den Menschen, mit denen wir leben.

    Von Pastoralreferentin Sandra Baltes

    Gebet:

    Gemeinschaftsstiftender Gott, du hast uns in deinem Sohn, dein Reich verheißen. Mit ihm ist es angebrochen, es ist mitten unter uns. Du rufst uns nach dem Beispiel Jesu und entsprechend seines Evangeliums in dieser Welt zu leben und an deinem Reich mitzubauen. Dabei vertrauen wir dir, dass du mit uns unterwegs bist und unsere Hoffnung stärkst.
    Amen.

  • Lebendiges Taufbewusstsein Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir im Januar um ein lebendiges Taufbewusstsein der Christen, dass sie das Heilige in ihrem eigenen Leben immer weiter entfalten und dadurch Welt und Kirche im Geiste Jesu Christi mitgestalten.

    Die Frage nach dem Taufbewusstsein scheint gerade Hochkonjunktur in der Kirche zu haben. Immer wieder wird das Thema durchaus kontrovers diskutiert. Manchmal sieht es so aus, als ob es jahrelang ausgeblendet wurde und nun aus verschiedenen Gründen immer wieder benannt wird. Meistens geht es um die Tatsache, dass es in Zukunft weniger Priester und Hauptamtliche in der Kirche gibt. Oft wird dann hinzugegeben, dass die Zahl der Gläubigen aber auch geringer wird. Es wird gestritten über die Kirche als vermeintliche Dienstleitungsorganisation für Kirchensteuerzahler oder als vor allem zuständig für den verbleibenden „heiligen Rest“ derer, die noch „wirklich“ Anteil am kirchlichen Leben haben. Manchmal klingen Beiträge zynisch, mal verzweifelt, mal traurig, selten hoffnungsvoll. Es wirkt so, als stelle man die Frage nach einem lebendigen Taufbewusstsein in einer defizitären Situation.

    Im letzten Jahr wurde John Henry Newman heiliggesprochen. Ihm werden folgende Gedanken zugeschrieben: „Ich bin berufen, etwas zu tun oder zu sein, wofür kein anderer berufen ist. Ich habe einen Platz in Gottes Plan, auf Gottes Erde, den kein anderer hat. Ob ich reich bin oder arm, verachtet oder geehrt bei den Menschen. Gott kennt mich und ruft mich bei meinem Namen.“

    John Henry Newman lebte im 19. Jahrhundert. In seinen Worten wird deutlich, dass die Frage nach dem Taufbewusstsein – auch wenn er sie hier nicht explizit stellt - immer schon aktuell war. Es ist die Frage nach der Berufung des Einzelnen. Es geht um meinen Platz in Gottes Plan, es geht um das wofür kein anderer berufen ist.

    Darin wird deutlich, dass die Frage nach dem Taufbewusstsein keine Frage der Anzahl von Priestern, Hauptamtlichen oder Gläubigen ist. Es geht um die Gestaltung der Welt und der Kirche aus dem Bewusstsein heraus, dass jeder und jedem ein besonderer Platz zukommt. Gott ruft jede und jeden – schon immer. Entscheidend ist: ich kann meine Berufung nicht jemand anderem übertragen. Ich bin gerufen bei meinem Namen! Wenn dies jedem und jeder gilt ist die Situation weder defizitär noch verzweifelt, sondern immer hoffnungsvoll!

    Von Pastoralreferentin Sandra Baltes

    Gebet:

    Lebendiger Gott,
    jede und jeden von uns nennst du beim Namen.
    Du rufst uns zur Gemeinschaft mit dir und untereinander
    und gibst jeder und jedem von uns einen Platz in deinem Plan.
    Stärke uns deine Welt und die Kirche mitzugestalten.
    Wir vertrauen, dass du uns kennst und immer mit uns bist.
    Amen.

     

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