Unsere WebSeite verwendet Cookies (kleine Textdateien, die sie auf Ihrem Rechner ablegt); dadurch bleibt bistum-trier.de für Sie möglichst leicht zugänglich und komfortabel. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung . Sie können in den Einstellungen Ihres Browsers bestimmen, ob er Cookies akzeptiert oder nicht. Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - März 2019

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Für christliche Gemeinschaften - vor allem die verfolgten Gemeinschaften Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir um den Schutz christlicher Gemeinschaften. Dass christliche Gemeinschaften – vor allem jene, die unter Verfolgung leiden – sich Christus nahe wissen und in ihren Rechten respektiert werden.

    Im Alten Testament kennen wir die kleine Rolle Esther. Darin wird geschrieben und erzählt, wie ernsthaft das Gebet wird, wenn wir wirklich für das Volk Gottes, auch in der Verfolgung, beten wollen. Es ist eine erzählende Theologie, denn die Erzählung macht deutlich, wie ernsthaft sich Esther einsetzt für ihr Volk, buchstäblich auf Leben und Tod. Wenn wir für das Volk Gottes beten wollen, erzählt uns die Rolle Esther, wie ernsthaft dieses Gebet sein soll. Zugleich erzählt uns diese Geschichte, wie sehr Gott verinnerlicht werden kann. Der in dieser Welt verborgene Gott wird das Fundament, auf das Esther baut, es wird zur Triebfeder ihres Handelns.

    Die Kirchenväter haben diese Frau aus der Erzählung Esther zum Vorbild, zu einem Prototyp von Jesus gemacht. Auch er hat seine Gottesbeziehung verinnerlicht, sie zur Quelle seines Gebetes und Handelns gemacht. Und auch darin steht Esther Modell: sie hat gehandelt um ihr Volk zu retten, sie hat im Gebet Wege gefunden, ihr Volk zu retten. Esther ist deshalb auch eine wunderbare Erzählung für unsere Zeit, wo Gott so verborgen ist, in unserer säkularen Welt nicht gegenwärtig zu sein scheint. In unseren Herzen und in unserem Gebet kann er dennoch zur Quelle auch unseres Handelns werden.

    Wir beten für die christlichen Gemeinden, dass sie sich Christus nah wissen und in ihren Rechten respektiert werden. Dann macht die Rolle Esther uns deutlich wie ernsthaft und innerlich unser Gebet sein muss, sodass wir auch Wege finden können, die den Verfolgten helfen können.

    Die Trierer Synode war ein geistlicher Prozess, ernsthaft im Gebet aller, aber versammelt um den einen Herrn, in der Gemeinschaft der Eucharistie, die so zur Quelle des Betens und des Handelns wird. Dort kam unser Glaube zur Sprache, in dem wir vertrauensvoll beten und handeln können.

    Die Esther-Erzählung aus der hebräischen Bibel kann uns helfen, zu dieser Einsicht zu kommen.

    Darum bitte ich dich mit allen Menschen, die wir sind,
    um Jesu, des Messias willen,
    den du berufen  hast, uns vorauszugehen zu dir;
    der alles vollbracht hat, unser Leben, unseren Tod,
    der klein gemacht bis zum Kreuz sich fest an dich geklammert hat,
    der dich in Todesnot gerufen hat,
    den du gerettet hast und groß gemacht. Amen

  • Für Polizisten, Rettungskräfte, Feuerwehr-Leute... Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für die Polizei- und Rettungskräfte, die Feuerwehrleute und alle, die für die Sicherheit anderer sorgen und selbstverständlich da sind, wenn sie gebraucht werden.

    Die Erzählung der Rolle Esther zeigt uns, wie das oder der Böse um sich greift und droht, das Volk Gottes im Reich zu vernichten. Dem gegenüber steht die Suche nach Gerechtigkeit; die endet schließlich in einer gerechten Lösung. Das Waffengeklirr, die laute Bedrohung wird begleitet von einer hintergründigen Arglist. Dies fasst die Erzählung der Rolle Esther zusammen.

    Nur die Innerlichkeit, die nach Gerechtigkeit sucht, kann dagegen wirken. Nun gibt es Menschen, die sich herausgefordert fühlen, dem Rechtsstaat zu dienen, Menschen, die bereit sind für andere da zu sein. Dies kann wirklich eine Berufung sein; denn der Polizist will nicht nur Geld verdienen, sondern auch helfen, den Rechtsstaat aufrechtzuerhalten. Ähnlich auch die Rettungskräfte und alle, die für die Sicherheit anderer Menschen oder Sachen sorgen.

    Nun erleben wir, dass in unserer Zeit und Welt diese ja eher „säkulare“ Berufung nicht mehr respektiert wird. Die verschiedenen Berufsgruppen, für die wir beten wollen, sehen sich in Gefahr: sie werden bedroht, es gibt gegen sie gerichtete Gewalt. In einem solchen Kampf des Bösen werden keine Grenzen mehr anerkannt oder respektiert. Deshalb brauchen Polizei- und Rettungskräfte, und Feuerwehrleute besonders unser Gebet, ernsthaft! Denn auch in ihrem Einsatzfeld klingen Waffengeklirr und Bedrohungen durch, die Suche nach dem richtigen Weg gilt auch hier. Die innerlichen Werte müssen stimmen, die innere Überzeugung, die Gaben der Unterscheidung und der Entscheidung.

    In einer Zeit, in der traditionelle Vorstellungen verschwinden, ist es notwendig, sich aufs Neue zu orientieren und zu entscheiden, was getragen werden muss. Denn Werte zu verteidigen gegen angeblich Fremde, reicht nicht; es gilt vielmehr, innerlich gepflegte Werte zu gestalten.

    Herr, gib uns den Atem und die Kraft, die in Jesus war, dass wir voll Hoffnung und Entschlossenheit den Weg des Lebens weitergehen, einander festhalten und darüber wachen, dass keiner deiner Menschen verlorengeht. Dass wir in Jesus dich finden dürfen und nah bei dir wie alle, die uns im Glauben vorangegangen sind. Amen

  • Für die Menschen, die durch Zuhören helfen - zB in Telefonseelsorge und Notfallseelsorge Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für die Frauen und Männer, die in Notfall- und Telefonseelsorge auf Menschen in ihren Sorgen und Nöten hören und ihnen neuen Lebensmut geben.

    Die Erzählung der Rolle Esther beschreibt uns einen Menschen, der auf die Nöte seiner Zeitgenossen hört und ihnen neuen Lebensmut gibt. Mordechai als Mann von der „Gottespartei“ hört zuerst auf die Nöte der Menschen, zuerst in seinem eigenen Volk, dem Gottesvolk. Er versucht, mit Rat und Tat den Leute zu helfen, besonders durch seine Gottesbeziehung. Aus dieser Beziehung zu Israels Gott heraus ist er auch bereit, dem König zu helfen und ihn zu beraten. Auf Esther hört er und versucht, ihr weiterzuhelfen und vor allem sie daran zu erinnern, was ihr Auftrag sei.

    Damit man einem Menschen helfen kann, muss man erst auf sie oder ihn hören, um dann wieder zu Lebensmut zu verhelfen. Dazu braucht es eine Haltung des Hörens, so wie wir stets Hörer des Wortes sein sollten. Das Erste, womit man vielen Menschen helfen kann, ist das Ohr. Hören ist die erste Hilfe, die wir einander schenken können.

    Das geschieht zu selten; und doch ist es der erste Weg, auf dem der andere Mensch sich selbst verstehen lässt. Er oder sie muss sich verständlich machen dem Hörenden gegenüber – und das ist zugleich die erste Hilfe, damit sie oder er sich selbst verstehen lernt.

    Mordechai gilt als Ratgeber, weil er Hörer des Wortes Gottes ist und ein Leben danach gestaltet; er begleitet Esther auf ihrem Lebensweg und macht ihr Mut. Wenn wir, ernsthaft, beten für die Männer und Frauen, die diese Aufgabe besonders wahrnehmen, sollten wir uns bewusst werden, dass dies eine besondere Aufgabe für Christen unserer Zeit und unserer Welt sein kann.

    Der du das Wort zu uns gesprochen hast,
    das unsere Seele füllt,
    sei Feuer in uns,
    sei guter Wille in uns,
    dass wir nach Wegen suchen, einander zu dienen.
    Dass wir dich hören,
    dass wir dich leben,
    Menschen für Menschen, alles für alle.
    Dass wir vollbringen dein Wort, unseren Frieden.
    Wecke deine Kraft
    und komm um uns befreien. Amen

     

    Ludger van Bergen SJ, Trier

Weiteres: