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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Oktober 2019

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Als Getaufte sind alle Christen Gesandte Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir im Oktober um einen missionarischen Aufbruch der Kirche: dass der Heilige Geist einen mutigen missionarischen Aufbruch in der Kirche entfalte.

    Mit einer sehr kurzen Rede hat Kardinal Jorge Bergoglio aus Buenos Aires im März 2013 in Rom über die zukünftige Ausrichtung der Kirche gesprochen. Kurz vor seiner Wahl als Nachfolger Petri betonte er die missionarische Dimension der Pastoral, die darin besteht, „aus sich selbst heraus und an die Peripherien zu gehen, nicht nur an die geographischen, sondern auch an die existentiellen Peripherien: jene des Mysteriums der Sünde, des Leidens, der Ungerechtigkeit, der Unkenntnis oder der Missachtung des Glaubens, an die Peripherie des Denkens und allen Elends. Wenn die Kirche nicht aus sich selbst herausgeht, um zu evangelisieren, bleibt sie nur bei sich selbst und wird krank (…).“

    Die Mission (lateinisch „Sendung“) ist für den Jesuitenpapst ein Herzensanliegen. Vom Wort Jesu inspiriert, der gekommen ist, das (Glaubens-) Feuer auf die Erde zu werfen und von der sendungsorientierten Spiritualität seines Ordensgründers Ignatius geprägt, hat Papst Franziskus den Oktober 2019 zu einem außerordentlichen Missionsmonat erklärt.

    Dabei stehen zwei Aspekte im Vordergrund: Zum einen betont der außerordentliche Missionsmonat die weltweite Verbundenheit der Kirche, die im Dienst der einen Menschheitsfamilie für Glaube und Gerechtigkeit einsteht („missio ad gentes“). Zum anderen weist das Leitwort des Missionsmonats „Getauft und Gesandt“ auf die Verantwortung aller im Volk Gottes hin, die Frohbotschaft der Menschenfreundlichkeit Gottes im Alltag, in der Nachbarschaft, im Beruf oder in der Familie zu leben, sowie in Tat und – wenn erwünscht – auch im Wort zu bezeugen.  „Die Mission im Herzen des Volkes ist nicht ein Teil meines Lebens oder ein Schmuck, den ich auch wegnehmen kann; sie ist kein Anhang oder ein zusätzlicher Belang des Lebens. Sie ist etwas, das ich nicht aus meinem Sein ausreißen kann, außer ich will mich zerstören.“ So schreibt Papst Franziskus in Evangelii Gaudium (EG, Nr. 273). Und die Mission sieht er als eine Sendung, die alle Christen angeht: „Ich bin eine Mission auf dieser Erde, und ihretwegen bin ich auf dieser Welt. Man muss erkennen, dass man selber ‚gebrandmarkt‘ ist für diese Mission, Licht zu bringen, zu segnen, zu beleben, aufzurichten, zu heilen, zu befreien“ (EG 273).

    Von Dr. Michael Meyer

    Gebet

    Gott, Lebendiger,
    du rufst Menschen aus allen Völkern.
    Du sendest sie,
    den Armen die Frohbotschaft zu bringen,
    den Blinden das Augenlicht,
    den Gefangen die Freiheit und den Trauernden die Freude.
    Du rufst uns,
    das Evangelium zu allen Menschen und in alle Lebenswelten zu tragen.
    Erwecke in allen, die glauben, die wache Sorge für das Heil der Menschen. Amen.

  • Partner und Anwälte sein Switch

    Mit Bischof Stephan Ackermann beten wir im Oktober für alle, die sich in der Eine-Welt-Arbeit und der Bolivienpartnerschaft des Bistums Trier engagieren und sich für kulturellen Austausch, gerechte Lebensbedingungen und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.

    „Die Partnerschaft der Kirche Boliviens mit den Diözesen Trier und Hildesheim ist tief und unauslöschlich in unsere Herzen eingeprägt“, so hat es Julio Terrazas formuliert. Damit beschreibt der langjährige Vorsitzende der Bolivianischen Bischofskonferenz und im Dezember 2015 verstorbene Kardinal die Freundschaft, die Bolivianer und Deutsche seit sechs Jahrzehnten durch Begegnungen und in einem bereichernden interkulturellen sowie spirituellen Austausch erleben. Damit beschreibt er aber auch die weltkirchliche Partnerschaft als ein konkretes Engagement für gerechte Lebensbedingungen im Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.

    In diesen Tagen findet die Amazonassynode statt: Die „grüne Lunge“ der Menschheit ist gefährdet, die Artenvielfalt von Flora und Fauna ist bedroht und der Lebensraum indigener Bevölkerungsgruppen in Gefahr. Die bolivianischen Partner sind mit Vertretern des internationalen Netzwerkes REPAM (Red Eclesial PanAmazonica) in der Vorbereitung und der Durchführung der Synode beteiligt. Aus eigener Erfahrung wissen sie um die Dringlichkeit des Schutzes ihrer Lebenswelt und der „Mutter Erde“. Gerade der Flächenbrand des Regenwaldes im tropischen Tiefland Boliviens und in Brasilien haben der Weltöffentlichkeit nochmals die Augen für die Dringlichkeit des Schutzes des Amazonasraumes geöffnet. Verbunden mit dem schöpfungstheologischen Anliegen der Amazonassynode geht die pastorale Sorge einher, die bestehenden Dienstämter innerhalb der Kirche mutig zu überdenken. Die bolivianischen Partner möchten mit Freimut in der Synode sprechen, um neue Möglichkeiten des Leitungsdienstes in der Kirche für Frauen und Männer nicht nur zu träumen, sondern auch umzusetzen.

    Von Dr. Michael Meyer

    Gebet

    Jesus sagte: „Wer sein Leben bewahren will, wird es verlieren,
    und wer es für mich hingibt, wird es im ewigen Leben gewinnen.“
    Aber uns macht es Angst, das Leben hinzugeben, es einzusetzen ohne Vorbehalt.
    Ein schrecklicher Selbsterhaltungstrieb macht uns zu Egoisten
    und bedroht uns mit glühenden Zangen,
    wenn wir unser Leben einsetzen wollen.
    Für alles haben wir Versicherungen, um jedes Risiko zu vermeiden.
    Und über allem steht die Feigheit…
    Jesus Christus, wir haben Angst, das Leben hinzugeben.
    Aber du hast uns das Leben geschenkt, um es hinzugeben.
    Man kann es nicht in sterilem Egoismus aufbewahren.
    Das Leben hingeben heißt für die anderen arbeiten, auch wenn sie nicht bezahlen,
    einem einen Gefallen tun, den er nicht zurückgibt. (…)
    Lehre, Gott, uns ins Unmögliche zu werfen,
    denn hinter dem Unmöglichen
    ist deine Gnade und Gegenwart.
    Wir können nicht ins Leere fallen.
    Die Zukunft ist ein Rätsel, unser Weg verliert sich im Nebel,
    aber wir wollen ihn gehen und uns hingeben,
    weil du wartest in der Nacht
    mit tausend Menschenaugen, die von Tränen überlaufen.

    (Luis Espinal, Jesuit, am 22. März 1980 in La Paz ermordet, in Bolivien als Märtyrer verehrt)

  • Aussaat und Ernte Switch

    Mit Bischof Stephan Ackermann beten wir im Oktober für alle, die durch Aussaat und Ernte für unsere Nahrung sorgen; und für jene, die bei Tafeln und Suppenküchen bedürftige Menschen verpflegen.

    Emmaus:

    Zwei Jünger sind auf dem Weg, niedergeschlagen und mutlos. In der Herberge, beim Teilen von Brot und Wein, gehen in die Augen auf. Es wird ihnen warm ums Herz. Emmaus. Der Ort steht für eine österliche Erfahrung. Der Auferstandene wird beim Teilen erkannt.

    Emmaus:

    In meinem Wohnort Völklingen steht Emmaus für die österliche Erfahrung einer Tischgemeinschaft, die Menschen stärkt und ermutigt. Donnerstag für Donnerstag kommen um die 50 Menschen zu einem gemeinsamen Mittagessen zusammen. In ihrem Alltag erleben sie oft Einsamkeit. Krankheiten sind ihnen vertraut. Engagierte Frauen und Männer aus den Völklingen Gemeinden sind in der „Emmausstube“ da: sie öffnen die Türen des Pfarrzentrums, kümmern sich um das liebevoll zubereitete Essen und hören den Menschen zu. Unsere Völklinger Emmausstube steht für eine konkrete Erfahrung der Gastfreundschaft, die Christoph Stender aus Aachen in einem Gedicht beschreibt:

    „Einen Tisch träume ich, der aller Gastgeber ist
    jeder - so gewollt - wie Platz genommen
    einfach willkommen. Einen Tisch träume ich
    an dem kein Mund leer
    kein Herz trocken bleibt
    Worte werden gereicht
    die nach Dank schmecken.
    Ich träume ein Mahl das die Menschen vereint
    von allen Gesichtern dieser Welt lebt
    ein Krümel die Welt sättigt
    und ein Schluck spüren lässt: Du bist aller Gastgeber, Gott.“

    Gebet

    "Gott,
    du bist das Brot, das den Hunger stillt“
    Wir bitten Dich für alle, die hungern und dürsten, an Leib und Seele.

    „Gott,
    du bist der Wein, der die Krüge füllt“:
    Wir bitten Dich für alle, die sich für andere einsetzen; im Stillen und Verborgenen wirken.
    Wir bitten Dich für alle, die eine Kirche der Gastfreundschaft leben.
    Amen.

    (vgl. Gotteslob Nr. 800)

     

    zusammengestellt von Dr. Michael Meyer

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