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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Juni 2020

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Evangelisation – Der Herzensweg Switch

    Wir beten mit Papst Franziskus für alle, die leiden, dass sie vom Herzen Jesu berührt werden und dadurch ihren Weg zum Leben finden.

    Kalkutta in Indien. Im Süden der 14 Millionen-Stadt betreiben die Jesuiten ein Projekt: mitten unter der ärmsten Bevölkerungsschicht im Land, den Kastenlosen und Unberührbaren, sind sie tätig und wollen mit Herz und Hand Bildung und Wertschätzung vermitteln. Mit dabei ist der Priester und Doktor der Theologie P. Saju George. Er auch indischen Tanz studiert und bildet nun Kinder und Jugendliche mittels tanzen heran: sie sollen die Chance erhalten, ihrer Armut zu entkommen und neue Wege gehen zu können. Dazu brauchen sie eine  aufrechte Haltung, die sie ihre Würde erleben lässt, und eine Spiritualität des Schönen und Religiösen,  - Kompetenzen, die der Tanz vermittelt, - um der Armut und Gewalt dieser Welt eine Hoffnung entgegen setzen zu können. Der Name seines Tanzprojektes ist Programm: Kalahrdaya – Herzenskunst. Ein Name, der verstanden wird.

    Nitchidorf in Rumänien: In der Dorfkirche befindet sich eine einfache Herz-Mariä-Figur. Der Künstler hat Maria - entgegen der Anatomie - das Herz auf ihr Kleid gemalt. Die Dichterin und Nobelpreisträgerin Hertha Müller erzählt von dieser Figur in einer ihrer biographischen Geschichten. Für sie war sie eine Perspektive und eine Hoffnung, wie gelingendes Miteinander aussehen kann: wenigstens die Madonna hatte ein Herz für die Menschen. Und das war in den Zwängen und Gefahren der rumänischen Diktatur eine tröstliche und zukunftsweisende Erfahrung.

    Ganz gleich wo auf der Welt verstehen die Menschen, was es heißt: jemand hat ein Herz für mich. Für Papst Franziskus und für alle, die von den geistlichen Übungen des Ignatius von Loyola inspiriert sind, ist genau das es ein tiefes Anliegen. Ein Herzensanliegen: in Wort und Tat, mit Herz und Hand deutlich zu machen, dass Gott dieses Herz für die Menschen hat. Ihnen ist wichtig, Gottes Botschaft so zu leben, dass sie die Nöte der Welt wahrnehmen und dann mit ihnen zum Besseren wenden können, zum Segen für alle. Die Sehnsucht dahinter heißt: mit Gott ein Herz haben für die Menschen und ihrer Würde und Schönheit dienen, denn alle Menschen sind Ebenbild Gottes.

    (Von Marliese Klees)

    Gebet

    Herr Jesus Christus, du hast uns gelehrt, barmherzig zu sein wie der himmlische Vater, und uns gesagt, wer dich sieht, sieht ihn.
    Zeig uns dein Angesicht, und wir werden Heil finden.
    Dein liebender Blick befreite Zachäus und Matthäus aus der Sklaverei des Geldes; erlöste die Ehebrecherin und Maria Magdalena davon, das Glück nur in einem Geschöpf zu suchen; ließ Petrus nach seinem Verrat weinen und sicherte dem reumütigen Schächer das Paradies zu.
    Lass uns dein Wort an die Samariterin so hören, als sei es an uns persönlich gerichtet: „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht!“
    Du bist das sichtbare Antlitz des unsichtbaren Vaters und offenbarst uns den Gott, der seine Allmacht vor allem in der Vergebung und in der Barmherzigkeit zeigt.
    Mache die Kirche in der Welt zu deinem sichtbaren Antlitz, dem Angesicht ihres auferstandenen und verherrlichten Herrn.
    Du wolltest, dass deine Diener selbst der Schwachheit unterworfen sind,
    damit sie Mitleid verspüren mit denen, die in Unwissenheit und Irrtum leben. Schenke allen, die sich an sie wenden, die Erfahrung, von Gott erwartet und geliebt zu sein und bei ihm Vergebung zu finden.
    Sende aus deinen Geist und schenke uns allen seine Salbung,
    damit das Jubiläum der Barmherzigkeit ein Gnadenjahr des Herrn werde
    und deine Kirche mit neuer Begeisterung den Armen die Frohe Botschaft bringe, den Gefangenen und Unterdrückten die Freiheit verkünde und den Blinden die Augen öffne.
    So bitten wir dich, auf die Fürsprache Marias, der Mutter der Barmherzigkeit, der du mit dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes
    lebst und herrschst in alle Ewigkeit.  Amen.

    (Gebet von Papst Franziskus zum Jubiläum der Barmherzigkeit) 

     

  • Für die Brautpaare Switch

    Wir beten mit Bischof Stephan für die Brautpaare, die sich in diesem Jahr das Jawort geben, und für alle Paare, die ein Ehejubiläum feiern können.

    Ein professioneller Hochzeitsredner, „der Liebespaare mit seinen Worten ins Glück der Zweisamkeit befördert – gefragt, was er den Heiratswilligen üblicherweise so hinterlasse – , sagt: Enttäuschungsfestigkeit. ‚Das Liebesgedöns am Anfang verschwindet mit der Zeit. Was bleibt, wenn etwas bleibt, ist das Talent, Enttäuschungen aushalten zu können. Eine Ehe zu führen bis ins hohe Alter bedeutet zunächst, mit Abschieden umgehen zu lernen, nicht darauf zu setzen, dass der Partner die Aufgabe hat, meine Wünsche und Sehnsüchte zu erfüllen.’ Sollte man der Liebe eine Namen geben, hieße sie ‚Dennoch‘ oder ‚Trotzdem‘.“ Das erzählt der Journalist Jürgen Werner in seinem Blog. Und die Leserin, der Leser ahnt: in dieser Bemerkung steckt viel Lebenserfahrung und viel Interesse daran, wie man lange als Paar zusammen und zufrieden, ja gelassen, froh und glücklich bleiben kann. Warum sonst sollte jemand das fragen und dann noch aufnotieren.

    Dass Beziehungen glücken, ist nun mal nicht selbstverständlich. Dem Verliebtsein der ersten Stunden stellt sich meist relativ schnell der Alltag in den Weg und „wäscht“ den Paaren den Staub und die Blindheit des Verliebtseins aus den Augen. Und das bleibt ein ganzes Beziehungsleben lang so. „Was wissen die Küsse der Jugend von den Speichelfäden des Alters?“ - so fragt die Dichterin Christine Busta deshalb. In langjährigen Beziehungen stellen Krankheit und Gebrechen und auch schon mal Altersstarrsinn die Geduld miteinander auf harte Proben. Ein Leben miteinander teilen, das heißt halt, ein Leben lang an sich selbst arbeiten, als einzelne wie als Paar.

    Mir gefällt deshalb das in der Geschichte erwähnte „Dennoch“ als Namen der Liebe so gut, Es erinnert an die Freude, den Spaß und das Glück, das man auch miteinander und das man durchaus ein Leben lang haben kann. Die Marotten des anderen mögen, das Lachen und die Überraschungen, die so in das Leben eingebracht werden, ferner der Halt aneinander in schwierigen Zeiten, die Freiheit des gemeinsamen Gesprächs, Achtsamkeit auf- und füreinander - all das kann gewinnen, wer sich auf die Ehe einlässt, Gelassenheit lernt und das Miteinander als Geschenk respektiert.

    (Von Marliese Klees)

    Gebet

    Gott des Lebens,
    wir danken dir, dass du uns zu Mann und Frau füreinander gemacht hast,
    zum Wort und zur Antwort.
    Wir danken dir, dass wir uns beim Namen nennen können, DU sagen: DU, ich mag dich! wie du uns beim Namen gerufen hast.
    Wir danken dir,  dass du uns Lust schenkst aneinander und Freude
    und uns so den Alltag ertragen lässt.
    Wir danken dir, für unsere Kinder, in denen wir uns erkennen,
    im Guten wie im Bösen, und deine Zukunft mit uns.
    Wir danken dir, dass wir uns nicht verdient haben, sondern ein Geschenk sind, auf das wir Tag für Tag in Liebe Antwort geben.
    Amen.

    (Aus: Roland Breitenbach, Eine Zeit des Glücks, Mainz 1984, S. 151.)

  • Für schwangere Frauen in Konfliktsituationen Switch

    Wir beten mit Bischof Stephan für schwangere Frauen in Konfliktsituationen und für alle, die ihnen helfen, Ja zu ihrem Kind zu sagen.

    „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“ Im Allgemeinen beziehen die meisten Hörerinnen und Hörer dieser Konzilsaussage auf materiell arme und bedrängte Menschen oder solche mit geringen bis keinen Bildungschancen. Sie gilt aber auch für viele Frauen, die sich nicht einfach über eine Schwangerschaft freuen können, sondern dadurch in Konflikte geraten, oder die mit ihren Fragen zu Sexualität, Partnerschaft und Familie sich allein gelassen fühlen. Denn wo die einen sich über eine Schwangerschaft freuen, geraten andere mitunter in einen Berg von Problemen. Da sehen sich Beraterinnen und Berater, die den Konzilsauftrag der eingangs erwähnten Enzyklika ernst nehmen, gefordert. Sie wollen durch ihren Beistand in Nöte geratene Frauen eben nicht im Stich lassen, sondern helfen. Sie reden deshalb mit Menschen, die sich auf ein Leben mit Kind vorbereiten, und solchen, die sich dagegen entscheiden.

    Beratung, das ist neben dem christlichen Menschenbild ihre zweite Grundannahme, geht nämlich auch davon aus, dass grundsätzlich jede Person dazu fähig ist, Entscheidungen zu treffen, für die letztlich nur sie die Verantwortung übernehmen kann. Die Beraterinnen und Berater bleiben deshalb auch dann an der Seite der Frauen, wenn sie persönlich eine andere Entscheidung getroffen hätten oder wenn ihr Engagement und ihre Arbeit von Dritten missverstanden werden. Sie wissen, dass sie in ihrer Arbeit selber in Probleme geraten können; denn: wer Tränen trocknet, macht sich die Hände nass. Deshalb bleiben sie mit Mut und Treue zu ihrem Christsein an der Seite der in Not geratenen Frauen, wenn das Leben für diese brenzlig wird, wenn sie schwierige Entscheidungen treffen müssen, wenn die Not konkret und groß ist. Denn „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“

    (Von Marliese Klees)

    Gebet

    Du Gott des Lebens, seit alters her glauben und vertrauen Frauen Deiner großen Treue und Barmherzigkeit. Wie die biblischen Frauen Sara und Hanna wenden sie sich Dich und bitten um Hilfe in den Fragen von Sexualität und Mutterschaft. Denn bei Dir wissen sie sich geborgen. Das glauben sie auch und gerade dann, wenn sie in Konflikte und Nöte geraten, wenn sie nicht wissen, wie es weitergehen kann und wie sie sich entscheiden sollen. Sei Du an Deine große Güte und Barmherzigkeit erinnert und stehe allen bei, die in Konfliktsituationen leben. Schenke den Begleiterinnen und Begleitern Weisheit, rechte Worte und aufrichtige Achtung für die Frauen in Not und stärke sie für ihren Dienst. Schütze die Frauen in Not. Halte Du deine Hände über alle in diesen Konflikten und segne sie, damit sie gute Wege finden und gehen können.

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