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Pfingst-Novene 2019 - 9. Tag

Wir haben einen Auftrag

Lesung

Der Gott Jesu Christ, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes  den Heiligen schenkt und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.

Eph 1, 17-19


Evangelium

Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm nach und er heilte sie alle. Er gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten, damit erfüllt werde, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:
Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, meine Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe.
Ich werde meinen Geist auf ihn leben und er wird den Völkern das Recht verkünden. Er wird nicht streiten und nicht schreien und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat.
Und auf seinen Namen werden die Völker alle Hoffnung setzen.

Mt 12, 15-21

Impuls

Wir haben einen Auftrag

Eine Tauffeier schließt, wie jeder Gottesdienst mit dem Segen. Das ist natürlich mehr als eine Schlussformel. Der Segen, der den Menschen zugesprochen wird, ist Zusage und Auftrag zugleich. Als Menschen, die an Christus glauben, haben wir einen Auftrag in der Welt, in der wir leben. Wir haben sie zu gestalten und uns für ein gutes Miteinander der Menschen einzusetzen. Der Auftrag geht in seiner Blickrichtung auf die Welt, in der wir leben und uns einsetzen für die Würde eines jeden Menschen. Dabei wird die nach-österliche Bewegung in die Welt hinein von einem entscheidenden Weghorizont geprägt: dem Horizont der Hoffnung.

Die heutige Lesung hat es formuliert: „Der Gott Jesu Christi … erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid.“ (Eph 1,17 f).

Von den ersten Zeuginnen und Zeugen der Osterbotschaft und den frühen christlichen Gemeinden sind wir damit schnell bei uns selbst, denn das ist auch uns gesagt. Wir stehen heute  in diesem Auftrag und lassen uns von diesem Wort der Hoffnung ermutigen. Dass  die „Augen unseres Herzens“ erleuchtet werden mögen: Wie nötig haben wir das – nicht nur in persönlichen existentiellen Grenzsituationen, sondern auch mitten im Lebensalltag. Und wie nötig haben wir das  gerade inmitten von gesellschaftlichen wie kirchlichen Dunkelheiten und Krisen! Dass mein innerstes Wahrnehmungsvermögen hell und klar wird, geweitet und gut orientiert, darum geht es beim Verstehen der Hoffnung.  „Nicht ohne Hoffnung“ heißt ein Buch des tschechischen Priesters und Religionsphilosophen Tomas Halik. Er ermutigt dazu,  die Welt unserer Gegenwart bewusst als Chance anzunehmen, um neu die Schlüsselbedeutung der christlichen Hoffnung zu verstehen. Halik ist nämlich davon überzeugt, „dass die großen Geheimnisse aus der Schatztruhe des biblischen Glaubens vor allem deshalb für so viele Menschen heutzutage unzugänglich bleiben, weil man sie nur mit einem einzigen Schlüssel aufschließen kann – und dieser ist gerade die Hoffnung.“ Und Halik sagt weiter: „Ich bin mir dessen bewusst, dass ich zu einer Reihe von Sätzen des christlichen Glaubensbekenntnisses ein aufrichtiges „Amen“ nur deshalb sagen kann, weil dieses „Amen“, „ich hoffe darauf“ bedeutet.  (1) Tomas Halik, Nicht ohne Hoffnung. Glaube im postoptimistischen Zeitalter, Freiburg, Basel, Wien 2014.)

Es kommt nicht darauf an, für alles eine fertige Antwort parat zu haben, oder in einem ständigen Optimismus zu leben. Ich muss meine Zweifel und Fragen nicht verdrängen; muss  aber auch nicht in verzagte Resignation verfallen, wenn ich mich darum bemühe, neu die Hoffnung zu verstehen, die  mich leben lässt. Deshalb muss ich das Wort Gottes an mich immer wieder neu hören. Wenn wir uns an Gott halten, dann gehört nicht das letzte Wort dem Tod, sondern der Liebe und dem Leben.

Die Hoffnungsnahrung ist das Wirken des Heiligen Geistes, um den wir ja in diesen Tagen gemeinsam bitten.  Wenn wir das gemeinsam tun, stärken wir uns gegenseitig auch in diesem Glauben. In dieser Haltung dürfen wir den Auftrag, den wir als Christinnen und Christen haben, mutig angehen.

Wir dürfen diesen Auftrag sogar noch erweitern auf die christlichen Glaubenstraditionen hin.  „Noch entscheidender ist freilich das gemeinsame Zeugnis, das wir in der Öffentlichkeit, in Politik und Gesellschaft unseres Landes, in Europa und am Ende auch in der Weltgemeinschaft geben. Es gibt, glaube ich, in der Ökumene kaum eine wichtigere Aufgabe, als gemeinsam einzutreten für die Menschenwürde, für den Schutz des Lebens von Anfang bis zum Ende für weltweite Gerechtigkeit, für Frieden und für die Bewahrung der Schöpfung.“ (Stefan Vesper CiG 2019/5 v. 3. Februar 2019)

Helmut Gammel

Anregung

Abschlussgebet

Sende uns, Herr deinen Geist, denn nur er kann die Erde und auch uns erneuern. Er erinnere uns an unsere Würde, die wir durch das Sakrament der Taufe erhalten haben. Nur dein Heiliger Geist kann uns helfen, eine menschlichere und christliche Welt aufzubauen.

Amen

Für heute

Fürbitten

Gottes Geist will die Menschen beleben und stärken. Er hilft unserer Schwachheit und unserem Unvermögen auf. Vertrauensvoll bitten wir:

Schenke allen Menschen, die ihre Hoffnung in das Leben verloren haben, neues Vertrauen und die Hilfe guter Menschen.

Gott, Heiliger Geist: Wir bitten dich, erhöre uns!

Schenke allen Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt oder ausgeschlossen werden, die Gewissheit deiner Nähe.

Gott, Heiliger Geist

Schenke uns die Kraft, einander anzunehmen, so wie wir sind und in Respekt einander zu begegnen.

Gott, Heiliger Geist

Schenke den Menschen, die sich wegen ihres verschiedenen Glaubens bekämpfen, die Einsicht, dass wahrer Glaube niemals andere Menschen vernichtet.

Gott, Heiliger Geist

Schenk den  Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik die Einsicht, nicht Hass zu schüren, sondern beizutragen für Frieden und Freiheit unter den gesellschaftlichen Gruppen und unter den Völkern.

Gott, Heiliger Geist

Schenke uns die Kraft, dem Bösen zu widerstehen und den Glauben an das Gute und die Liebe nicht zu verlieren.

Gott, Heiliger Geist

Gott, Heiliger Geist, mehre in uns den Glauben, stärke unsere Hoffnung, entzünde in uns die Liebe. Amen.

Weiteres:
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