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Pfingstnovene 2020 - 6. Tag

Mein Erwählter

Lesung

Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen.

Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht.

Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen.

Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.

Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf seine Weisung warten die Inseln.

So spricht Gott, der HERR, der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der dem Volk auf ihr Atem gibt und Geist allen, die auf ihr gehen.

Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand.

Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, zum Licht der Nationen, um blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.

(Jes. 42, 1-7)

Impuls

Mein Erwählter

Wenn ich von „meinem Erwählten“ spreche, dann spreche ich von einer Person, zu der ich ein inniges Verhältnis habe. Fast könnte man von einer Liebesbeziehung sprechen. Die Kirche bezieht diesen alttestamentlichen  Text auf Jesus. Sie scheut sich nicht, ihm diese im Text erwähnten Attribute zuzuschreiben: „Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen.“ Jesus kennen zu lernen und ihn zu verstehen, dazu braucht es mehr „das Ohr des Herzens“ als große  Überredungskunst. Für seine Freunde war Jesus dieser erwartete Gottesmann. Er war ganz von Gottes Geist erfüllt. Er wollte Recht für alle, er richtete Menschen auf. Er verhielt sich so zu den Menschen, wie der Text es in dem schönen Bild ausdrückt: „Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus.“ So blieb sich Jesus selbst treu bis zuletzt. Dieses Verhalten  hat Menschen beeindruckt. Das soll auch meinen persönlichen Glauben an ihn stärken. Mit diesem Blick darf ich auf ihn schauen und mich neu von ihm begeistern lassen, so dass ich auch heute geistesgegenwärtig lebe.

Jesus ist das sichtbare Zeichen des verheißenen Lebens. In ihm begegnen wir Gott, der uns im Blick behält, aber nicht, um uns zu verurteilen, sondern um uns aufzurichten. Sein Blick sagt auch mir: du bist mein Erwählter.

Helmut Gammel

Für heute

Gebet  

Herr, du allein weißt,
wie mein Leben gelingen kann.

Lehre mich,
in der Stille Deiner Gegenwart
das Geheimnis zu verstehen,
wie in Deinem Anblick
und in Deinem Wort
Menschen sich erkannt haben
als Dein Bild und Gleichnis.

Hilf mir loszulassen,
was mich daran hindert,
Dir zu begegnen
und mich von Deinem Wort
ergreifen zu lassen.

Hilf mir zuzulassen,
was in mir Mensch werden will
nach dem Bild und Gleichnis,
das Du Dir
von mir gemacht hast.

Peter Köster SJ

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