Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Pfingstnovene 2020 - 8. Tag

Mit den Ketten der Liebe

Lesung

Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten.
Je mehr man sie rief, desto mehr liefen sie vor den Rufen weg:
Den Baalen brachten sie Schlachtopfer dar, den Götterbildern Räucheropfer.
Ich war es, der Efraim gehen lehrte, der sie nahm auf seine Arme.
Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte.
Mit menschlichen Fesseln zog ich sie, mit Banden der Liebe.
Ich war da für sie wie die, die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen.
Wie könnte ich dich preisgeben Ephraim, wie dich ausliefern, Israel?
Gegen mich selbst wendet sich mein Herz, heftig entbrannt ist mein Mitleid.
Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken und Efraim nicht noch einmal vernichten.
Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns.
 (Hos. 11, 1-4.8-9)

Impuls

Mit den Ketten der Liebe

Gott ist voller Leidenschaft und voller Liebe. So schildert ihn nicht erst Jesus im Evangelium, sondern auch schon das sogenannte Alte Testament. Ein Beleg dafür ist diese Textstelle im Buch Hosea. An vielen anderen Stellen hören wir von Gott, der in Liebe den Menschen sucht. Gott ist nicht der Ferne geblieben. Gott ist jedem von uns voll Liebe und Leidenschaft zugewandt und sorgt sich um das Heil der Menschen. Allein die Wortwahl dieser Rede beeindruckt schon: „ich nahm meinen Sohn auf die Arme“, „zog sie mit den Ketten der Liebe“, „wie Eltern, die den Säugling an ihre Wangen heben“, „ihm zu essen gab“. Das alles sind Bilder und Aussagen, die ein inniges Verhältnis Gottes zum Menschen ausdrücken wollen. So also steht Gott zum Menschen. Wie Eltern sich in der Gefahr mit aller Macht vor ihre Kinder stellen und wie sie für ihre Familie kämpfen, so dürfen wir auch von Gott denken. Keiner soll verloren gehen, im Gegenteil: Gott geht dem Verlorenen nach, wie Jesus es uns schildert in den Gleichnissen von dem verlorenen Schaf, dem verlorenen Geldstück oder dem verlorenen Sohn. (vgl. Lk 15,1-32)

Die Zärtlichkeit und die Leidenschaft Gottes für sein Volk, für die Menschen, für jeden Einzelnen von uns, ist ein Zeugnis unfassbarer Wertschätzung des Schöpfers gegenüber seinen Geschöpfen.  Gott steht zu uns wie Vater und Mutter zu ihren Kindern.

Diese Tatsache dürfen wir immer mehr verinnerlichen. Die Kraft des Geistes Gottes will uns daran erinnern.

Helmut Gammel

Für heute

Gebet

Komm, Heiliger Geist.
Du bist der Lebensspender,
der Tröster,
das Feuer der Seele,
die lebendige Quelle in uns.
Du bist die Liebe
im göttlichen Sinne des Wortes.

Wir brauchen dich unbedingt.
Du bist das Leben unseres Lebens.
Du heiligst uns,
dich empfangen wir
in den Sakramenten.
Du bist das Siegel Gottes,
das uns das Merkmal Christi einprägt.
Du bist die Sanftmut
und die Kraft
des wahren christlichen Lebens.

Du bist der süße Gast unserer Seele.
Du bist der Freund,
dem wir begegnen wollen
mit innerer Aufmerksamkeit,
ehrfürchtigem Schweigen,
demütigem Hören,
zärtlicher Hingabe,
kraftvoller Liebe.
Komm, Heiliger Geist,
und erneuere das Antlitz der Erde.

Papst Paul VI.

Weiteres:
 /section>