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Pfingst-Novene 2019 - 6. Tag

Wir sind beschenkt von der Liebe Gottes

Lesung

Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir auch im Glauben den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Mehr noch, wir rühmen uns ebenso der Bedrängnisse; denn wir wissen: Bedrängnis  bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung,  Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

Röm 5,1-5


Evangelium

Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin.

Joh 17,24-26

Impuls

Wir sind beschenkt von der Liebe Gottes

„Sage mir mit wem du umgehst und ich sage dir, wer du bist!“ Diese Lebensweisheit kann uns einiges verdeutlichen vom Menschen. Ganz automatisch werde ich ja geprägt von anderen Menschen und Situationen, mit denen ich umgehe oder in denen ich mich aufhalte. Wie ein Mensch denkt, was seine Vorlieben und Wünsche sind, kann ich oft genug ablesen an dem, womit dieser Mensch umgeht oder auch, womit er sich umgibt. Man könnte auch von der Atmosphäre oder dem Klima sprechen, das Einfluss hat auf den Menschen. Wir alle stehen in solchen Atmosphären und wenigstens ab und zu sollten wir schon überprüfen, ob diese Umgebung noch stimmt und wir uns von ihr weiter beeinflussen lassen wollen, oder ob sich „der Wind gedreht hat“ und wir merken, was sich da verändert hat und – vor allem – ob wir das noch so wollen, ob das unserem eigenen Wollen und Suchen noch förderlich ist.

Was uns umgibt, Menschen oder Situationen, das kann für  uns heilend oder verderblich, aufbauend oder destruktiv sich auswirken. Wir spüren genau, ob in einer solchen Atmosphäre eine kollektive Angst, Hysterie, Wohlwollen, Begeisterung oder Gleichgültigkeit herrschen. Das kann immer auch zu  einer Macht werden, der wir uns nur schwer entziehen können. Deshalb ist in all unseren menschlichen Verflechtungen hohe Sensibilität gefragt. So etwas kann meinem Leben förderlich sein, es aber auch genauso gut zerstören. Was uns umgibt, das erfüllt uns auch innerlich. Von welchem  Klima wir umgeben sind, das wirkt sich aus in unserem Denken, unseren Gefühlen und unserem Handeln.

Von welcher Kraft lassen wir uns also leiten? Was bestimmt unser Handeln? Welchem Denken schließen wir uns an? Bei der Taufe wird der Täufling mit Chrisam gesalbt. Das ist ein mit wohlriechenden Duftstoffen angereichertes Olivenöl.  Bei der Salbung verbreitet es einen angenehmen Duft und durch das Öl dringt es in unsere Poren ein und hat eine belebende Wirkung.  Bei der Salbung mit dem Chrisam wird dem Getauften zugesagt: „Du bist jetzt Glied des Volkes Gottes und gehörst für immer Christus an, der gesalbt ist zum Priester, König und Propheten in Ewigkeit.“ Das ist ein sinnenfälliges Zeichen für die Würde des Menschen und für die Kraft, die ihn ermächtigt und ermutigt,  dieser Würde zu trauen und sie in seinem Leben zu entfalten. Im Brief an die Gemeinde von Rom sagt Paulus: „Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat,  dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber  lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.“ (Röm 8,11)

Das Bewusstsein unserer Salbung kann uns aufmerksam machen für die Wirkung dessen, was uns umgibt, was auf uns einströmt und uns prägt. Wir tragen also Mitverantwortung für das gesellschaftliche  Klima in unserer Umgebung, in unserer

Stadt, in unserm Land. Destruktiven Stimmungen und Hassparolen sollen wir eine Atmosphäre der Achtung und der  Annahme entgegensetzen.

Die heutige Lesung hat das bestätigt, wenn sie sagt: „Die Hoffnung läßt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“  (Röm 5,5) Und es ist das Gebet Jesu selbst für seine Jünger damals und heute für uns. Er betet: „Vater, ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin.“ (Joh 17,26)

Helmut Gammel

Für heute

Fürbitten

Im Bewusstsein, dass Gott uns liebt und mit dem Öl der Freude und der Kraft gestärkt hat, kommen wir zu ihm mit unseren Bitten:

Für die Menschen, die unter der Brüchigkeit und der Vergänglichkeit des Lebens leiden: Gib, das sie von der Hoffnung zum Leben erfüllt sind.

Christus, höre uns! - Christus erhöre uns!

Für alle, die durch Taufe in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wurden: Erwecke in ihnen einen lebendigen Glauben zu deiner Nähe.

Christus, höre uns.

Für alle, die sich in ihrem Lebensbereich um ein Klima der Annahme und Freundlichkeit bemühen: Schenke ihnen Kraft, Ausdauer und Mut.

Christus, höre uns.

Für die Kinder: Lass sie in ihrer Umgebung Liebe und Geborgenheit erfahren.

Christus, höre uns.

Für die jungen Menschen in unserer Umgebung: Lass ihre Begeisterung für das Leben an ihr Ziel kommen.

Christus, höre uns.

Für alle, die sich für vieles zu schade sind, für alle, die lieber unter sich bleiben, die Angst haben vor der Not der anderen: Gib ihnen Zeichen der Hoffnung in ihrem Leben.

Christus, höre uns.

Für alle, die von ihrem Glauben  Zeugnis geben: Gib ihnen Mut und Überzeugungskraft.

Christus, höre uns.

Herr unser Gott, in der Auferweckung deines Sohnes hast du unserem Leben Sinn und Ziel gegeben. Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit.

Weiteres:
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