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Pfingst-Novene 2018 "miteinander.versöhnt.leben" - 6. Tag

sich berühren lassen

Thomas, genannt Didymus – Zwilling –, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus am Abend des ersten Tages der Woche kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe, und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Th omas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!

Link Johannes-Evangelium 20,24-28

Impuls

In einem zerfallenen Haus am Rande von Sarajevo in Bosnien und Herzegowina trafen wir eine 93-jährige verkrüppelte Frau. Sie war blind und lag auf einem zerschlissenen Sofa. Ihr Mann trug einen Trichter in der Luftröhre, um atmen zu können. Die 75-jährige Tochter dieses Ehepaares saß ebenfalls verkrüppelt und völlig apathisch in der Ecke des Zimmers. Ein Bild des Elends.

Die Familie war nach dem Massaker von Srebrenica geflohen. Das Haus, in dem sie untergekommen waren, gehörte ihnen nicht und stand zum Verkauf an. Dann würden sie auf der Straße stehen. Die Frauen weinten bitterlich und waren zugleich sehr gerührt, dass wir sie besuchten. Wir hatten eine Kiste voller Lebensmittel mitgebracht, die uns eine Familie aus Sarajevo geschenkt hatte, mit dem Hinweis: „Wir haben so viel Leid in den Jahren des Krieges erlebt. Noch mehr halten wir kaum noch aus. Wir schaffen es gerade, unser eigenes Schicksal zu tragen. Gut, dass ihr kommt und helft. Wir geben euch ein wenig Geld und Lebensmittel für die Menschen am Rande unserer Stadt!”

Als wir uns von den bosnischen Flüchtlingen verabschiedeten, nahm die hoch betagte Frau den Kopf von Elisabeth aus Deutschland liebevoll in ihre Hände, ertastete das Gesicht der Studentin und küsste es. Wieder im Auto sitzend, schwiegen wir – mit Tränen in den Augen. Eine Geste, die tiefer anrührte als jedes Wort, war uns geschenkt worden.

Erfahrung einer internationalen Gruppe von Jugendlichen in Begleitung von Pastor Meinolf Wacker

Anregung

Gott, du forderst uns auf, zu den Armen an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. In ihnen willst du selbst uns begegnen.

So beten wir:

  • FÜR DIE MENSCHEN, die das Leben an den Rand ihrer Existenz gebracht hat
  • FÜR DIE ALLEIN GELASSENEN, vernachlässigten und hoffnungslosen Menschen in Ost und West
  • FÜR DIE MENSCHEN IN BOSNIEN UND HERZEGOWINA.

Gott, in deinem Sohn Jesus Christus bist du in die Dunkelheit unserer menschlichen Existenz hinab gestiegen. Dort möchtest du bei uns sein und uns liebevoll und zärtlich berühren. Lass uns in den leidvollen Erfahrungen unseres eigenen Lebens und in dem Elend der Armen – bei uns und im Osten Europas – deine Nähe entdecken. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Für heute

Lass dich berühren
und bewegen!

LIEDVORSCHLÄGE
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 423)
Wer nur den lieben Gott lässt walten (GL 424)
Wenn das Brot, das wir teilen (GL 470)

Weiteres:
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