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Pfingst-Novene 2018 "miteinander.versöhnt.leben" - 3. Tag

Vertrauen wagen

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.

Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten.

Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von  den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind.

In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst.

Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!

Link Mattäus-Evangelium 14,22-27

Impuls

Magdalena, Klaudija und Karolina aus Polen hatten ihr Kommen angesagt. Ich holte sie am Flughafen ab. Schon nach wenigen Minuten sprachen sie das Thema „Flüchtlinge” an. Ich spürte ihre reservierte Haltung. Ich wollte ihre Meinung tiefer verstehen und hörte ihnen aufmerksam zu. Nachmittags ergab sich ein freies Zeitfenster. Wir entschieden gemeinsam, in einer Flüchtlings-Sammelunterkunft einen jungen Mann aus Ghana und einen Familienvater aus Palästina, der lange Zeit in einem Camp in Damaskus gelebt hatte, zu besuchen. Die beiden empfingen uns mit einer außergewöhnlichen Herzlichkeit. Dennoch waren meine Gäste sehr scheu und reagierten fast verängstigt. Wir aßen gemeinsam. Mehr und mehr wuchs Vertrauen.

Der Afrikaner begann, von seiner Geschichte zu erzählen. Seine Mutter war gestorben, als er vier Jahre alt war, sein Vater war von einem anderen Stamm getötet worden. So musste er fliehen. Über das Mittelmeer war er nach Europa gekommen. Er erzählte, wie sehr er in all seinen Todesängsten auf Jesus gebaut und sich von ihm getragen gefühlt hatte.

Dann erzählte der Palästinenser mit Tränen in den Augen, wie sehr er seine Frau und seine Kinder vermisste. In all diesem Leid war unter den beiden Flüchtlingen eine tiefe Freundschaft gewachsen. Daran ließen sie uns teilhaben.

Abends fragte ich meine Gäste, wie der Tag für sie gewesen sei. „Es war die stärkste Katechese meines Lebens“, sagte Magdalena mit Nachdruck. „In meinem Land werden durch die Medien viele schwierige Dinge über die Flüchtlinge verbreitet. Heute habe ich zwei Menschen erlebt, mit ihrer Geschichte. Ich kenne ihre Namen. Ich werde von jetzt an anders über Geflüchtete denken und von ihnen erzählen.”

Erfahrung von Jugendlichen in Begleitung von Pastor Meinolf Wacker

Anregung

Gott, du hast dich in Jesus als Vater offenbart.
Wir alle sind Brüder und Schwestern und gehören zu deiner Familie, zur Familie Gottes.

So beten wir:

  • FÜR ALLE MENSCHEN, denen es schwer fällt, „den Fremden“ in unseren Ländern mit Vertrauen zu begegnen und zu ihnen Kontakte aufzubauen
  • FÜR DIE MENSCHEN in Ost und West, die sich für Geflüchtete einsetzen
  • FÜR DIE MENSCHEN IN UNSEREM NACHBARLAND POLEN.

Gott, du rufst uns in dieser Zeit mehr denn je, über alle Grenzen der Generation, Religion und Nation hinweg, Gemeinschaft zu stiften. Gib uns einen Blick für die täglichen Gelegenheiten, in denen wir helfen können, dass dein Traum von der einen Menschheitsfamilie Wirklichkeit wird. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Für heute

Wag’ dich
ins Abenteuer
„Vertrauen“!

LIEDVORSCHLÄGE
Meine engen Grenzen (GL 437)
Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte (GL 272, 3)

Weiteres:
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