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Pfingst-Novene 2018 "miteinander.versöhnt.leben" - 2. Tag

vorurteilsfrei leben

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden.
Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden.
Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

Link Lukas-Evangelium 6,36-37

Impuls

Amela, die aus dem Norden Albaniens stammt und in Österreich studiert, liebte es, erfolgreich zu sein. Sie erlebte mit uns die Kartage in einer kleinen Gruppe. Irgendetwas an ihrem Verhalten wirkte unecht, „gespielt“, nicht wahrhaftig. Am Samstag stellte sich eine gelöste, fast heitere Stimmung ein. Wir aßen ein erstes Eis nach der Fastenzeit, als Amela plötzlich anfing, kalte, verletzende Äußerungen von sich zu geben. Eine völlig unerwartete Dynamik riss sie mit sich. Ihr Lächeln schien wie eine Maske. Ihr Herz wurde hart und stolz. In wenigen Augenblicken war die harmonische Atmosphäre zerstört. Nach einiger Zeit sagte ich zu der jungen Frau: „Deine Worte haben mir sehr weh getan, aber ich verurteile dich nicht!“ – „Ich brauche jetzt eine Pause!“, rief sie und verließ das Zimmer.

Ich blieb allein zurück und betete. Wie würde alles weiter gehen? Ich konnte nur warten. Es war Abend geworden – der Beginn der Osternacht. Ich dachte an das Evangelium, in dem der barmherzige Vater aktiv nach seinem verlorenen Sohn Ausschau gehalten hat. Das ermutigte mich, Amela suchen zu gehen. Ich fand sie draußen, auf der Straße; sie machte einen verlorenen Eindruck. Ich lud sie ein zu sprechen und ließ sie erneut verstehen, dass ich sie nicht verurteilte. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Verurteilst du mich wirklich nicht?“, fragte sie. Und dann brach es wie eine Sturzflut aus ihr heraus. Alles, was sich über Jahre in ihrer Seele angestaut hatte, alles, was falsch gelaufen war und was sie Menschen durch ihr Verhalten angetan hatte, schüttete sie vor mir aus.

Diese erdrückende Last hatte ihr oft die Luft zum Atmen genommen; doch jetzt war es, als hätte ein Engel den Stein vom Grab ihres Herzens weggewälzt. Auf einmal konnte sie sich alles von der Seele reden und sich in Gottes barmherzige Hände hineinfallen lassen. In österlichem Vertrauen ließ sie alles los. Sie hielt sich nicht mehr, Er hielt sie. Der auferstandene Jesus war da. Er schien sie anzuschauen. Ihm zeigte sie ihre Sehnsucht und entdeckte, von Gott unendlich geliebt zu sein.

Erfahrung in einer internationalen Gruppe von Jugendlichen in Begleitung von Pastor Meinolf Wacker

Anregung

Gott, du freust dich über jeden Menschen, der seine einsam machende Arroganz ablegt und aus selbstgerechter Verstocktheit neu in dein unendliches Erbarmen aufbricht. So beten wir:

  • FÜR DIE MENSCHEN, die gefangen sind in ihrem Stolz und der Verhärtung ihres Herzens.
  • FÜR ALLE, die der barmherzigen Liebe Gottes in ihrem Leben vertrauen.
  • FÜR DIE MENSCHEN IN NORDALBANIEN UND IN ÖSTERREICH.

Gott, du hast deinen Sohn in die Welt gesandt, um uns mit dir zu versöhnen. Er, der ohne Sünde war, hat alle Schuld auf sich genommen. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hast du uns der Macht der Finsternis entrissen und den Weg zu neuem Leben eröffnet. Lass uns aus diesem Geheimnis Kraft schöpfen, alle vorschnellen Verurteilungen aus unserem Herzen zu verbannen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Für heute

Nicht vorschnell verurteilen!

LIEDVORSCHLÄGE
Das ist der Tag, den Gott gemacht (GL 329)
Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt (GL 383)
Lasst uns loben, freudig loben (GL 489)
Sag Ja zu mir, wenn alles Nein sagt (Unterwegs 102)

Weiteres:
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