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Pfingst-Novene 2019 - 4. Tag

Wir sollen dem Bösen Widerstand leisten

Lesung

Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des HERRN ruht auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des HERRN. Er richtet nicht nach dem Augenschein und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht, sondern er richtet die  Geringen in Gerechtigkeit und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt das Land mit dem Stock seines Mundes und tötet den Frevler mit dem Hauch seiner Lippen. Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften und die Treue der Gürtel um seine Lenden. Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. Kuh und Bärin nähren sich zusammen, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus. Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des HERRN, so wie die Wasser das Meer bedecken.

Jes 11,1-9


Evangelium

Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie  in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir! Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllte. Aber jetzt komme ich zu dir und rede dies noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige  sie in der Wahrheit: dein Wort ist Wahrheit.

Joh 17,11-17

Impuls

Wir sollen dem Bösen Widerstand leisten

Wir alle haben das schon erlebt: Bei der Feier der Osternacht werden wir an einer Stelle der Liturgie nach unserem Glauben gefragt. Die meisten von uns, werden schon als ganz kleines Kind getauft. Deshalb konnten wir damals diesen Glauben noch nicht bekennen. Das haben für uns die Eltern und die Paten getan. In der Osternacht werden wir deshalb neu gefragt nach unserem Glauben, dann sollen wir uns im  Vollbesitz unseres Verstandes und unseres Willens zu Gott bekennen. Es ist eine Erneuerung und Bekräftigung unseres Glaubens. Gut, dass wir immer wieder, wie wir im normalen Alltag, irgendwie direkt oder indirekt, nach unserem Glauben gefragt werden und wir Stellung beziehen müssen.

Bei der Tauferneuerung werden das „Ja“ und das „Nein“ der Glaubenden in den Mittelpunkt gerückt. Bevor das Glaubensbekenntnis gesprochen wird, erklingt das „Ich widersage!“. Entschieden wird dadurch die Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, dort Widerstand zu leisten, wo die schöpferische, lebensspendende Liebe Gottes negiert wird. In der Spur Jesu und im Glauben an ihn können und sollen Christinnen und Christen einschreiten da, wo Menschen gedemütigt werden, wo das Leben verachtet und die Schöpfung zerstört wird.

Dieses österliche Bekenntnis ist von großer Tragweite, es ist persönlich aber auch politisch folgenreich. Es provoziert nämlich die Frage an jeden: Wofür stehst du? Was bist du bereit zu riskieren, wenn du den Mund aufmachst und für diese Überzeugung eintrittst? Denken wir daran: Für viele Christen in der heutigen Welt ist das bitterer Ernst und lebensbedrohend. Wer bereit ist,  Stellung zu beziehen, kann dabei nicht selten eine Erfahrung machen, die aus kleinen Anfängen sich zu einem Konflikt entwickeln kann, der dann manches von einem fordert. Das öffentliche politische Klima hat sich in unserer gegenwärtigen Zeit ziemlich aufgeheizt. Und es ist gar nicht so leicht, das Verkehrte, die bösen Folgen auszumachen. Wir müssen immer auch uns die Frage stellen, was wir bereit sind einzusetzen für unsere Vision von einer nachhaltigen Wirtschaftsordnung. Wir merken: Wir brauchen dazu  viel Heiligen Geist, um den wir in diesen Tagen in besonderer Weise bitten.

In der Feier der Taufe wird auch um die Widerstandskraft gebeten gegen alles, was „schädlich und unmenschlich“ ist; dass die Getauften von den Mächten des Bösen nicht korrumpiert werden und dass sie weder gleichgültig noch zynisch werden. Diese Bitte wird unterstrichen durch die Handauflegung. Die heilende Zuwendung Jesu spiegelt sich in dieser Geste wider: „Du kannst dem Bösen Widerstand leisten und dich dagegen wehren, wenn du zum Spielball destruktiver Kräfte wirst.“ In dieser Auseinandersetzung stehen wir ein Leben lang. Wie gut zu wissen, dass wir einen Fürsprecher haben: Jesus  Christus selbst. Seine Bitte für uns an den Vater gilt auch uns, wie wir es im Evangelium hörten. Jesus betet für uns: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst (Joh 17,16).

Helmut Gammel

Für heute

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast deiner Jünger-Gemeinde für allezeit einen Beistand versprochen. Wir bitten dich auch heute um seine Gaben:

Herr, erhöre uns!

Sende den Geist der Klugheit allen Politikern, die um den Ausgleich der Interessen zwischen den Völkern bemüht sind.

Herr, erhöre uns!

Sende den Geist der Wissenschaft allen Forschern, die an umweltfreundlichen Technologien für die Zukunft unserer Erde arbeiten.

Herr, erhöre uns!

Sende den Geist der Weisheit allen Frauen und Männern in pädagogischen Berufen, die junge Menschen auf das Leben vorbereiten.

Herr, erhöre uns!

Sende den Geist der Gottesfurcht allen Ärzten, Pflegern und Therapeuten, denen das Leben kranker und hilfloser Menschen anvertraut ist.

Herr, erhöre uns!

Sende den Geist des Rates allen Frauen und Männern im kirchlichen Dienst, von denen ein helfendes, heilendes Wort erwartet wird.

Herr, erhöre uns!

Sende den Geist der Stärke allen Menschen, die ein schweres Schicksal tragen und deren Hoffnung geschwunden ist.

Herr, erhöre uns!

Herr, öffne auch unsere Herzen für die Gaben deines Geistes, zum Lob deiner herrlichen Gnade. Amen.

Weiteres:
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