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Pfingst-Novene 2019 - 1. Tag

Wir tragen einen Namen

Lesung

Jetzt aber – so spricht der Herr, der dich erschaffen hat, Jakob, und der dich geformt hat, Israel:
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!
Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort.
Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, keine Flamme wird dich verbrennen. Denn ich, der HERR, bin dein Gott, ich der Heilige Israels, bin dein Retter.
Jes 43,1-3a 


Evangelium

Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und sagten voller Freude: Herr, sogar die Dämonen sind uns in deinem Namen untertan. Da sagte er zu ihnen:  Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen. Siehe, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über die ganze Macht des Feindes. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!
Lk 10, 17-20

Impuls

Wir tragen einen Namen

Die Feier der Kindertaufe beginnt damit, dass die Eltern nach dem Namen gefragt werden, den sie ihrem Kind gegeben haben. Einen Namen zu haben, das ist etwas Besonderes. Der Name unterscheidet uns von allen anderen. Er macht uns gleichsam „einmalig“. Das sagt uns: „Du bist mit Namen genannt, du bist eine Persönlichkeit, keine Nummer!“

Zur Würde des Menschen gehört es, einen Namen zu tragen. Schon als Kleinkind lernen wir schnell den Klang unseres eigenen Namens. Das bezeichnet uns vor allen anderen Dingen und Menschen auf dieser Welt. Der Klang meines Namens ist mir schnell vertraut und sein Klang bleibt in meinem Innern ein Leben lang. Als Angesprochene lernen wir erst sprechen und treten allmählich in Kommunikation mit anderen Menschen und der Welt.

Wenn Menschen sich einander vorstellen, nennen sie zunächst ihren Namen. Damit sind sie ansprechbar und von anderen zu unterscheiden. Der Name steht für die Person.

Es wirkt sich katastrophal aus, wenn Menschen ihres Namens beraubt und zu Nummern herabgesetzt werden. Das mussten Menschen erleben in der Zeit des Nationalsozialismus und auch heute noch überall dort, wo Menschen ihrer Personenwürde beraubt und zur Nummer herabgewürdigt werden.

Ich war sehr beeindruckt, als ich vor Jahren die Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem für die Opfer des NS-Terrors besuchte. In einem abgedunkelten, nur von Kerzenlicht erleuchteten Raum, werden die Namen der ermordeten Kinder vorgelesen. Diese Litanei der Kindernamen klingt wie ein Klagelied und lässt die Hörenden erschüttert innehalten. Diese Erfahrung ist mir selber sehr nahe gegangen.

Oder denken wir an die sogenannten Stolpersteine, die in etlichen Städten – auch hier in Trier – verlegt sind. Auf diesen Steinen sind  Namen eingeschrieben, Namen von deportierten und ermordeten Menschen, Namen von Menschen, die in den Häusern gelebt haben, vor denen diese Steine jetzt in den Boden eingelassen sind.

Wir erinnern uns an die Worte aus der gehörten Lesung: „Fürchte dich nicht …. Denn ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir. Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort.

Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, keine Flamme wird dich verbrennen. Denn ich, der Herr, bin dein Gott, ich der Heilige Israels bin dein Retter.“ (Jes. 43,2.3). Ist das nicht ein wunderbares Wort des Trostes? Gott selbst sieht uns, er kennt uns, an ihn dürfen wir uns halten.  Und das Evangelium bestätigt das, indem es uns auffordert: „Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind“ (Lk 10,20). Unsere Taufe ist gleichsam die Bestätigung unserer Personenwürde  durch Gott.

Helmut Gammel

Für heute

Fürbitten

Gott, du hast uns bei unserem Namen gerufen und in der Taufe uns neue Würde geschenkt. Wir bitten dich:

Für alle, die in dieser Osterzeit das Sakrament der Taufe empfangen haben, lass sie sich ihrer Würde bewusst sein.

Gott, unser Vater... - Wir bitten dich, erhöre uns!

Für alle, die den Namen Christi tragen, für die Christen in aller Welt, dass sie mutig ihren Glauben bekennen.

Gott, unser Vater...

Für alle, die von anderen zur Nummer herabgewürdigt werden, in den zahllosen Flüchtlingslagern dieser Welt, in den Elendsvierteln .

Gott, unser Vater...

Für alle, deren Würde von anderen mit Füßen getreten wird, weil diese nur ihren eigenen Vorteil suchen.

Gott, unser Vater...

Gott, dein Name sei gepriesen. Du hast uns Würde verliehen die uns groß und einmalig macht. Dafür danken wir dir heute und alle Tage. Amen.

Weiteres:
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