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Bild der Hohen Woche

"...Ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten: Er ist nicht hier..."

Die Frauen am Grab

Auf dem quergestellten malachit-grünen Grabdeckel sitzt ein grüngewandeter Engel mit goldenen Flügeln („angelus domini“), den Botenstab in der Linken. Sein Blick und die weit nach vorn gestreckte rechte Hand mit dem Christus-Gestus (zwei ausgestreckte, drei gefaltete Finger) suchen die Frauen. Ihnen gilt seine Botschaft, über die leere Bildmitte hinweg, in der sonst sehr oft Jesus zu sehen war. Nach seiner Auferweckung von den Toten ist er nicht mehr in der bisherigen menschlichen Weise zu sehen und zu hören. Ein Gottesbote muss den drei Frauen das Unerhörte ausrichten. Er tut es machtvoll.

Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome, die Markus als einziger Evangelist mit Namen nennt, schicken sich in aller Frühe an, den Leichnam Jesu zu salben, wie es üblich war beim jüdischen Begräbnis. Die Hast der Beerdigung des Hingerichteten am Rüsttag hatte das nicht zugelassen. Als Maria ihn in Betanien salbte, hatte Jesus das schon als Zeichen im Hinblick auf sein Begräbnis gedeutet (vgl. Joh 12,7). Scheu kommen die drei Frauen mit den ehrfürchtig verhüllten Salbgefäßen zum Grab, als eben die Sonne aufgeht. Kein Gedanke an eine Auferstehung Jesu von den Toten; nur die Sorge, wer ihnen wohl den Stein vom Grab wegrollt, damit sie überhaupt in die Grabkammer hineinkommen und Jesus den letzten Liebesdienst erweisen können.

Die Worte des dynamischen jungen Mannes im weißen Gewand hören sie, aber sie verstehen sie nicht. Die offen ausgestreckte Hand der ersten Frau im purpurnen Obergewand signalisiert Hörbereitschaft. Aber was der Gottesbote ihnen sagt, übersteigt alle Fassungskraft „Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte“ (V.6). Anstatt zu den Jüngern zu gehen und ihnen die Engelsbotschaft auszurichten, fliehen sie voll Entsetzen über ihre  Begegnung – und sagen niemand etwas davon (V.18). Den mutigen Frauen verschlägt es zunächst die Sprache. Anders als die Jünger hatten sie unter dem Kreuz ausgeharrt; sie haben sich ins Grab getraut, um den Leichnam Jesu mit wohlriechenden Ölen zu salben. Aber jetzt fürchten sie sich; zu unglaublich ist das, was sie da am Grab Jesu erlebt haben. Erst als andere aus dem Kreis der Freunde und Freundinnen Jesu ihre Erfahrungen mit dem Auferstandenen berichten, trauen auch sie sich von ihrem Erlebnis im leeren Grab und von den erklärenden Worten des Engels zu erzählen.

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