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Bild der Woche: hohe Karwoche und Ostertage

"... nicht nur die Füße!"

Fußwaschung

Im Gegensatz zu den synoptischen Evangelisten berichtet Johannes nicht vom letzten Abendmahl (er erwähnt es in V. 2 in einem Halbsatz), von der Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums. Statt dessen wird in feierlicher Rede („Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen“, V. 1) von einer besonderen Geste der Demut und Hingabe Jesu erzählt – und der Codex Egberti widmet dem Bericht von der Fußwaschung ein ganzseitiges Bild: Jesu „Karriere nach unten“ von der Menschwerdung bis zum Tod am Kreuz – im Kolosserhymnus auf den Punkt gebracht: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave“ (Phil 2,6f) – wird hier im Bild der Fußwaschung erzählt.

Jesus hat ein Leinentuch umgebunden und steht im Begriff, Petrus die Füße zu waschen – ein Sklavendienst. Entrüstet weist Petrus das von sich: „Niemals sollst du mir die Füße waschen!“ (V. 8). Er sitzt auf einem prächtigen Thron, aber irgendwie unglücklich, sein rechter Fuß geht ins Leere. Sein linker Fuß zögert noch, in das Wasserbecken einzutauchen. Viele Gedanken schießen ihm durch den Kopf. Das wellenförmige Wasser in der grünen Schale erinnert an den Durchzug Israels durch das Rote Meer, an das Galiläische Meer, in dem Petrus fast ertrunken wäre, als er das Boot verließ und auf Jesus zulief (Mt 14,22-33) ...

„Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir“ – „Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt“: eine typische Übertreibung des spontanen Petrus. Die ausgestreckten Arme drücken die überschwängliche Bereitschaft des Petrus aus. Wie bald soll er den Herrn verleugnen! Fragend hinter ihm die übrigen Apostel, aber auch sie sind bereit, sich diesen Liebesdienst von Jesus erweisen zu lassen.

Ihnen und uns gilt die Deutung dieser Tat, die Jesus selbst gibt: „Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so, denn ich bin es ... Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“ (V. 13.15).

Rätselhaft bleibt der grün gekleidete junge Mann rechts im Bild, der Jesus den Rücken zukehrt und im Begriff steht, sich selbst die Füße zu waschen. Mal-Vorlage ist ein antikes Motiv vom Mann, der sich die Sandalen löst oder besser: bindet. Da die Apostel in der mittelalterlichen Buchmalerei aber immer barfuss dargestellt sind, macht das hier keinen Sinn. Deshalb wird aus der Bank ein Becken. Soll er nur daran erinnern, dass man sich immer beim Betreten eines Hauses den Staub von den Füßen wäscht oder von Dienern waschen lässt (vgl. V. 10)? Was hat es zu bedeuten, dass sein Gewand so grün ist wie das Wasserbecken?

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