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Johannes tauft Jesus im Jordan

"ER muss wachsen - ich abnehmen"

Jesus ist klein, sogar schäbig dargestellt; er verschwindet schier in den aufschäumenden Wogen. Johannes der Täufer, ein kräftiger, gut aussehender Mann in den besten Jahren, viel größer als Jesus und keineswegs mit einem Gewand aus Kamelhaaren bekleidet (vgl. Mk 1,6). Sein prächtiges dunkelblaues Gewand weist sicher auf eine religiöse Funktion hin. Zwei diademtragende Engel verfolgen mit aufmerksamen Augen die Gesten des Johannes. Sie sind ebenfalls groß und erhaben mit dunkelblauen Flügeln dargestellt, auch sie haben bei dieser religiösen Handlung eine Funktion. Sie tragen in den respektvoll verhüllten Händen möglicherweise das weiße Taufkleid und verbinden so die Taufe Jesu mit der bekannten kirchlichen Taufpraxis. Ist Jesus deshalb so klein dargestellt, weil man im zehnten Jahrhundert nur noch die Kindertaufe kannte? Oder weist der Größenunterschied zwischen Jesus und Johannes auf die Aussage des Täufers hin: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3,30)?

Eine grüne Taube kommt im Sturzflug aus dem Blau des Himmels auf Jesus herab, von sieben Strahlen umgeben. Sie illustriert die Taufe im Jordan als ein Offenbarungsgeschehen, eine Theophanie. Diese Geisttaufe unterscheidet die Taufe Jesu von den vielen anderen Taufen des Johannes. Sie taucht das Geschehen auf der Erde in ein warmes rötliches Licht, Zeichen für Gottes Gegenwart: Bei der Taufe Jesu öffnete sich der Himmel „und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden“ (V.22). Es dürfte kein Zufall sein, dass der ausgestreckte Arm des Täufers mit dem bekannten „Christusgestus“ (zwei ausgestreckte, drei gekrümmte Finger) auf Jesus hinweist, der mit seinen beiden Naturen Teil der göttlichen Dreieinigkeit ist. Da schließt sich ein Kreis: eine ähnliche Geste macht der Verkündigungsengel am Anfang der Kindheitsgeschichte.

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