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Pfingsten - Sendung des Heiligen Geistes

Vor der Sendung: Die Sammlung

Herabkunft des Heiligen Geistes

Von Gott und seinem Heiligen Geist können wir uns kein Bild machen. Die Apostelgeschichte beschreibt das Kommen des Heiligen Geistes im Sturm und mit Feuerzungen und erinnert damit an den Bundesschluss am Sinai (vgl. Ex 19,16-19); hier und jetzt entsteht das neue Gottesvolk, die Kirche. Im Himmel des Bildes sind in feinen Pinselstrichen zwölf goldene Strahlen zu sehen, die sich über die Zwölf ausbreiten. Schriftzeichen in Goldbuchstaben verdeutlichen (erstmals im Codex Egberti!) das Geschehen: „Der Geist lehrt sie; er brennt mit Zungen und Feuer“.

Auf einer treppenförmigen Bank sitzen im Halbrund sieben Apostel unter sieben romanischen Bogen. Fünf weitere erscheinen in den Arkaden neben den sitzenden Aposteln, als ob sie neben ihnen stünden. In  der Mitte Petrus, flankiert von zwei weiteren Aposteln. Sie haben die Hände im Gebet erhoben. Der Gedanke an die frühen  Konzilien, die jeweils in der Apsis der gastgebenden Kirche tagten, liegt nahe - oder auch der an den Bischof, der auf seiner Kathedra sitzt und den Glauben verkündet und feiert.

Am unteren Bildrand stehen in einem Halbkreis neun Männer in der Tracht des zehnten Jahrhunderts. Sie schauen nach oben, gestikulieren mit den Händen (vgl. V. 5-7). Die goldenen Schriftzeilen erklären es: „Daher kommen die Völker zitternd zusammen.“ Während die Männer nach oben oder sich gegenseitig anschauen, zeigen ihre Füße auf gewelltem grünen Boden merkwürdigerweise alle nach außen: sie sind auf dem Sprung, „Gottes große Taten“ weiterzuerzählen. Dies ist das letzte Bild des Codex Egberti; wie am Schluss der Heiligen Messe heißt es: Ite, missa est, Geht hinaus, ihr seid gesandt. Wie die Apostel seid ihr mit der Kraft des Heiligen Geistes (in Taufe und Firmung und Eucharistie) befähigt zum Zeugnis in der Welt.

Aber der Sendung geht die Sammlung voraus. Im Mittelpunkt des Bildes und der beiden Halbkreise steht auf dem purpurfarbigen Hintergrund ein achteckiges niedriges Gefäß mit Henkeln, darin sechzehn kleine goldene Kugeln. „Vita communis“, gemeinsames Leben erklärt die dazu gehörige Inschrift. Man kann die Kugeln als Brot oder als Goldstücke deuten und darin eine Anspielung auf die Gütergemeinschaft der Urgemeinde (vgl. Apg 4,32-37) oder auf die Eucharistie sehen. Aus der christlichen Ikonographie kennt man auch die Darstellung eines solchen Lederbehälters, in denen die Schriftrollen transportiert werden konnten. Wie auch immer: das Hören des Wortes Gottes, die Feier der Eucharistie und der Dienst an den Armen bilden und formen die Kirche und befähigen sie zu glaubwürdigem Zeugnis in der Welt.

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