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6. Dezember

St. Nikolaus gemeinsam feiern

Der heilige Nikolaus

Im Gegensatz zu den Erzählungen rund um den Weihnachtsmann gehen die Geschichten und Legenden um die Gestalt des heiligen Nikolaus auf eine tatsächlich historische Persönlichkeit zurück. Nikolaus lebte im vierten Jahrhundert und war Bischof in der Stadt Myra in Kleinasien, an der Südküste der heutigen Türkei. Seine Reliquien werden aufbewahrt und verehrt in der süditalienischen Stadt Bari. (Reliquien sind Knochenreste oder Gegenstände, die an die Person erinnern sollen und kultisch verehrt werden.)

Nikolaus wird in der Kirche als Heiliger verehrt. Heilige sind mit ihrem Wirken und Leben wie eine Glasscheibe, durch die wir Gott erkennen, und wie ein Spiegel, in dem wir uns selbst entdecken können.

Auffallend ist, dass es keine weiteren Informationen über den historischen Nikolaus gibt - keine Reden, keine Schriften von ihm. Schon sehr früh bilden sich um seine Figur zahlreiche Legenden, die ihn zeigen als tatkräftigen, mutigen Menschenfreund, als Helfer in der Not und besonders als Freund der armen Kinder. Nikolaus war ein Mann der Tat. Seine offene Hand wird zum Abbild des zugewandten, liebenden Gottes und gleichzeitig zum Zeugnis: im Vertrauen auf diese Liebe gelingt Leben.

Ein Heiliger der Zuwendung

Vielleicht ist gerade das so faszinierend: ein Heiliger der Zuwendung, ein Heiliger der helfenden Hand - ganz praktisch, ganz konkret. So weiß eine der Legenden, dass er jedes Jahr am Vorabend seines Geburtstages mit einem Bediensteten durch die Stadt zog, um den armen Kindern Geschenke vor die Tür zu legen. Keine Begründung, keine Erklärung, keine Theorie - allein eine sprechende Geste. Von der Legende des Bischofs her, der arme Kinder beschenkt, leitet sich bis heute der Brauch ab, dass die Kinder am Vorabend von St. Nikolaus einen Schuh oder Stiefel vor die Tür stellen oder einen Socken an den Kamin hängen, damit der gute Nikolaus seine kleinen Gaben dort hineinstecken kann.

Die Legenden-Taten des Nikolaus sind handfeste Umsetzungen der Botschaft Jesu: Liebe Gott aus ganzem Herzen und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Die gute Tat ohne große Worte anstelle großer Worte ohne Konsequenzen: Sicher sowohl eine hochaktuelle und kritische Anfrage an uns und unsere Gesellschaft als auch die Ermutigung an jeden, an jede Einzelne/n zum nächsten Schritt. Der Nikolaustag erinnert mit Blick auf das Fest der großen Geschenke an den Wert der kleinen Gabe, an den Wert des kleinen Zeichens, das zu sprechen beginnt und dem anderen sagt: Schön, dass es dich gibt. Danke!


Vorschlag für eine Feier in der Familie

    • Walnüsse
    • Goldpapier oder Goldfarbe
    • Briefklammern
    • Pappe
    • bunte Filzplatten und den beiliegenden Vorlagebogen für Filzpantoffeln
    • Scheren
    • einen Locher
    • Legematerial aus dem Kinderzimmer (das können sein: Bausteine, Spielfiguren usw.)
    • ein paar Bögen Papier für Papierschiffchen
    • ein blaues Tuch (Halstuch oder Tischdecke)
    • eine einfarbige Wolldecke.

    Wenn Sie die Nikolauslegende allein durch Erzählen oder Vorlesen erschließen wollen, brauchen Sie das Legematerial nicht vorzubereiten.

  • Nachdem die Familien sich im Kreis versammelt haben, zünden Sie das Licht am Adventskranz an. Sie können gemeinsam ein Adventslied singen (siehe Heft zum 1. Advent). Vielleicht lassen Sie die Kinder auch noch einmal die Wärme der Kerze spüren, wie am ersten Advent. Eine/r der Erwachsenen kann mit wenigen Worten daran erinnern, dass es dort hell und warm wird, wo Menschen einander helfen - und:

    “Der Heilige Nikolaus war ein solcher Mensch, der viel Gutes tat, der Freude und Hilfe zu den Menschen gebracht hat. Obwohl er schon vor sehr langer Zeit gelebt hat, kennen wir aus seinem Leben viele Geschichten und Legenden. Wir wollen einiges davon erfahren.”

  • Kinder besitzen, gerade wenn sie im Kindergartenalter sind, eine große Symbolfähigkeit: ein Playmobil-Figürchen kann zum Nikolaus werden, erst recht, wenn es einen roten Stoff als Mantel bekommt; Puppenstuben- oder Legofiguren werden in den Augen der Kinder zu Menschen einer Stadt in einem fernen Land, wenn man die Figuren entsprechend vorstellt.
    Am Ende des Treffens könnten die Kinder mit den Figuren weiterspielen, nachspielen....

    Bereiten Sie gemeinsam eine Art 'Zimmertheater' vor. Sprechen Sie sich untereinander ab und dann gestaltet jede Gruppe (oder Familie) mit dem vorbereiteten 'Legematerial' möglichst auf einer großen einfarbigen Decke die 'Bühne' für einen Abschnitt:

    • die einen ein großes Haus mit Garten und Gartenmauer, Dienern und einer Schatzkammer
    • die anderen in der Nähe, hinter der 'Gartenmauer': ein kleines, einfaches Haus, darin ein Mann und drei Kinder
    • die dritten eine Kirche
    • die vierten einen Hafen (blaues Tuch) und (Papier-) Schiffchen

    Dann erzählt ein/e Erwachsene/r die Nikolaus-Legende (mit oder ohne Einschub durch das Basteln. Achtung: Wenn Sie basteln, unterbrechen Sie die Nikolausgeschichte am Ende der Episode mit den Goldstücken). Dabei sollte der/die Erzählende die Nikolausfigur und auch die anderen Figuren innerhalb der aufgebauten Szenerie immer dem Text entsprechend weitersetzen.

    Wenn Ihnen das Aufbauen und Nachspielen der Nikolauslegende zu aufwändig sein sollte, bleiben Sie beim rein klassischen Erzählen. Ein/e Erwachsene/r erzählt die Nikolauslegende(n) anhand des Legendentextes.

  • Im Anschluss an den Teil der Nikolaus-Legende, der von den drei Mädchen und den Goldstücken erzählt, können mit den Kindern 'Goldnüsse' gebastelt werden. Ein Erwachsener leitet dazu über:

    “Der Heilige Nikolaus lebt heute nicht mehr. Aber in Erinnerung an seine guten Taten sind auch heute noch Überraschungen als gute Gaben in den Schuhen, so wie der arme Vater in seiner Not überrascht worden war durch die Goldstücke von Nikolaus. Wie der Heilige Nikolaus, so können auch wir anderen Menschen eine Freude machen. Gemeinsam basteln wir darum nun Goldnüsse. Wenn ihr mögt, können wir sie in den kommenden Tagen heimlich anderen in die Taschen und Schuhe stecken oder sie einfach verteilen.”

    Die Walnüsse werden in Goldpapier eingeschlagen oder mit Goldfarbe bemalt. Zusätzlich können Sie nach der beiliegenden Vorlage Filzpantoffeln basteln, in die die 'Goldnüsse' gefüllt werden. Die Goldnüsse könnte man auch nach dem Sonntagsgottesdienst an Gottesdienstbesucherinnen verteilen.

  • Nach dem Basteln wird der zweite Teil der Nikolauslegende erzählt.
    Anschließend singen Sie gemeinsam 'Lasst uns froh und munter sein' oder ein anderes Nikolauslied.

in Auswahl erzählt

Dei Nikolaus-Legende

  • Geschichten und Legenden Switch

    Im Gegensatz zu den Erzählungen rund um den Weihnachtsmann gehen die Geschichten und Legenden um die Gestalt des heiligen Nikolaus auf eine tatsächlich historische Persönlichkeit zurück. Nikolaus lebte im vierten Jahrhundert und war Bischof in der Stadt Myra in Kleinasien, an der Südküste der heutigen Türkei.

    Heute heißt das Land Türkei. Es ist weit weg von hier. Da ist Nikolaus vor vielen Jahren geboren worden.

    Als junger Mann ist Nikolaus sehr reich, seine Eltern haben ihm bei ihrem Tod ein großes Vermögen hinterlassen. Er wohnt in einem großen Haus; dazu gehört ein prächtiger Garten, Dienerinnen und Diener arbeiten für ihn – und im Tresor liegen große Goldschätze.

     

  • Neugier - und ein Beschluss Switch

    Eines Tages hört der junge Nikolaus durch das offene Fenster merkwürdige Geräusche. Als würden da Menschen jammern und klagen! Das lässt ihm keine Ruhe. Nikolaus springt auf und läuft in den Garten. Er lauscht an der Gartenmauer. Hat der Nachbar vorhin geweint? Jetzt hört Nikolaus den Mann reden – ganz zittrig ist seine Stimme. “Meine lieben Töchter”, sagte er, “ich wäre ja froh, wenn ihr heiraten könntet. Aber ich habe kein Geld, um euch die Bettwäsche und die Schränke zu kaufen, und das Geschirr und die ganze Aussteuer, die ihr braucht. Ich glaube, ich muss euch wegschicken; verdient bei fremden Leuten euer Geld."

    Durch eine Ritze in der Mauer kann Nikolaus den Nachbarn und seine Töchter sehen. Die drei Mädchen versuchen, den Vater zu trösten; aber sie müssen doch auch weinen. Nikolaus weiß genau: Sie haben Angst davor, Dienerinnen zu werden in einer fremden Stadt und bei fremden Leuten.

    Nikolaus beschließt: Ich will dem Nachbarn und seinen Töchtern helfen. Nachts holt Nikolaus viele Goldstücke aus der Schatztruhe in seinem Keller. Damit schleicht er wieder zur Gartenmauer. Er hat einen ganzen Haufen von Goldstücken in ein Tuch geknüpft. Das sieht aus wie ein kleiner Sack. Nikolaus wirft das Goldpaket in ein offenes Fenster des Nachbarhauses. Dann verschwindet er wieder in sein Haus.

  • Ein Wunder? Switch

    Gold. Er wundert sich und ist ganz froh. Jetzt kann er das Hochzeitsfest für die älteste Tochter vorbereiten. Das geschenkte Gold reicht für alles, was das Mädchen braucht.

    Später wirft Nikolaus einen zweiten Goldsack ins Nachbarhaus. Der Nachbar will jetzt natürlich noch mehr herausfinden, wer sie so beschenkt. „Ich will besser aufpassen”, sagt er. Aber weil auch die zweite Tochter jetzt heiraten kann, ist er auch einfach glücklich.

    Schließlich wirft Nikolaus ein Goldsäckchen ins Nachbarhaus, das ist doppelt so groß wie die beiden ersten. Offenbar hat ihm die jüngste Tochter ganz besonders gefallen oder leid getan!? Aber in dieser Nacht wacht der Nachbar auf, als der Goldbeutel durchs Fenster fällt. Er springt aus dem Bett und schaut aus dem Fenster. Im Dunkeln entdeckt er eine Gestalt. Er läuft ihr nach. Er klettert sogar über die Mauer. “Bleib' stehen”, ruft er. Und er packt Nikolaus am Ärmel. Im Schein der Laterne erkennt er ihn. “Du bist das! Du hast uns so reich beschenkt!”, ruft er.

    Er fällt vor Nikolaus auf die Knie und will seine Füße küssen. Aber Nikolaus will das nicht; er streckt dem Nachbarn seine Hände entgegen. “Sag niemandem, wer dir geholfen hat”, bittet er, “das soll ein Geheimnis bleiben”.

    (Hier sollten Sie die Geschichte evtl unterbrechen!)

  • Nikolaus wird Bischof Switch

    Einige Jahre später reist Nikolaus in die Stadt Myra. Sie liegt wie seine Heimatstadt in der Türkei. Sehr früh geht er zum Morgengebet in die Kirche. Die Straßen sind still. Es ist noch dunkel. Die Kirche scheint ganz leer.

    Aber in der Vorhalle kommt dem Nikolaus plötzlich eine Gestalt entgegen. Ein alter Mann. Er sagt zu ihm: ”Unser Bischof ist gestorben. Du sollst der neue Bischof von Myra sein. Gott hat mir im Traum gesagt: Wer am Ende der Nacht als erster die Kirche betritt, soll der neue Bischof von Myra sein.” Nikolaus zuckt zusammen: ”Ich will beten. Ich will wie Jesus den Armen helfen. Ich will Jesus dienen. Aber Bischof sein? Nein!”

    “Du dienst Jesus, wenn du Bischof wirst”, sagt eine Stimme. Plötzlich merkt Nikolaus, dass viele Menschen in der dunklen Kirche sind. Sie haben die ganze Nacht gebetet und hier im Dunkeln auf den neuen Bischof gewartet. Jetzt zünden sie Kerzen an. Sie führen Nikolaus nach vorne zum Bischofsstuhl.

    Erst will Nikolaus weglaufen. Aber dann lässt er sich doch den Bischofsmantel umlegen und den Bischofshut aufsetzen. Er wird Bischof von Myra. Die Menschen klatschen und jubeln. Sie freuen sich.

  • Das Korn-Wunder Switch

    Wieder einige Jahre später herrscht im Land eine große Hungersnot; die Hitze hat alles Korn verdorren lassen. Die Menschen haben großen Hunger.

    Da fahren eines Tages Frachtschiffe in den Hafen ein, schwer beladen mit Korn. Gerne möchten die Menschen den Schiffern das Korn abkaufen. Aber die Schiffer verkaufen nichts: ”Wir müssen alles Korn zum Zielhafen bringen”, sagen sie. „Sonst werden wir wegen Meuterei bestraft!“

    Da geht Bischof Nikolaus zum Hafen: ”Gebt den Menschen von eurem Korn. Gott selber wird eure Schiffe wieder voll machen.” Die Schiffsleute glauben das eigentlich nicht so richtig. Aber sie sehen die hungrigen Menschen – und da lassen sie sich schließlich erweichen und geben von ihrem Korn ab. Bischof Nikolaus teilt alles gerecht auf. Alle werden satt und es bleibt auch noch genug zum Aussäen auf den Feldern – dann gibt es nächstes Jahr wieder eine gute Ernte.

    Und die Korn-Schiffe? Die sind trotzdem vollbeladen im Zielhafen angekommen.

    Bis heute denken die Menschen daran, wie viel Liebe Bischof Nikolaus verschenkt hat und wie gut er zu den Menschen war. Jedes Jahr am 6. Dezember feiern sie deshalb den Nikolaustag.

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