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Sankt Martin - im Bistum Trier

Im Bistum Trier hat der Heilige Martin im buchstäblichen wie im übertragenen Sinn Fußspuren hinterlassen. Als Bischof von Tours weilte Martin zwischen 371 und 386 mehrfach in der römischen Kaiserstadt Trier, vornehmlich zu kirchenpolitischen Beratungen mit dem Kaiser. Er war ein angesehener Gast am Kaiserhof, zuletzt wurde er jedoch vom Kaiser Maximus hart erpresst. Bei seinen Besuchen in Trier betete er oft in der Bischofskirche, nahm dort 386 auch an einer Bischofsweihe teil...

Hintergrund

St. Martin - 11. November

Martin wurde um 316 in Sabaria, dem heutigen Steinamanger in Ungarn, geboren. Mit fünfzehn Jahren wurde er in die Gardereiterei eingereiht und wenig später in den Westen versetzt. Am Stadttor von Amiens teilte er seinen Soldatenmantel mit einem frierenden Bettler; in der Nacht darauf erschien ihm Christus, mit dem abgeschnittenen Mantelstück bekleidet. Mit achtzehn Jahren ließ sich Martin taufen, diente aber noch bis 356 in der kaiserlichen Garde. Nach seinem Abschied vom Heer (in der Nähe von Worms) ging er zum Bischof Hilarius von Poitiers, der ihn in die pannonische Heimat zurückschickte. ­ Um 360 traf er wieder mit Hilarius zusammen. 361 gründete er Ligugé, das erste Kloster Galliens. 371 wurde er Bischof von Tours, 375 gründete er das Kloster Marmoutier an der Loire, das zu einem Mittelpunkt monastischer Kultur wurde und als Missionsseminar bezeichnet werden kann. Unermüdlich widmete er sich der Glaubenspredigt in den noch weithin heidnischen Gebieten. Er starb am 8. November 397 und wurde am 11. November in Tours begraben. Sein Grab wurde zum Nationalheiligtum der Franken. Martin ist der erste Nichtmärtyrer, der in der abendländischen Kirche als Heiliger verehrt wurde.

Nichts anderes als Christus

Sulpicius Severus, der das Leben des hl. Martin schrieb, berichtet: „Auch wenn er las oder sonst mit einer Arbeit beschäftigt war, ließ sein Geist doch nie vom Gebet ab. Wie ein Schmied bei seiner Arbeit immer wieder den Hammer auf den Amboss fallen lässt, so betete Martinus ohne Unterbrechung, auch wenn er anscheinend etwas anderes tat ... In seinem Mund war nichts anderes als Christus, in seinem Herzen wohnten nur Güte, nur Friede, nur Erbarmen.“

Quelle - und mehr Informationen auf den Seiten der Erzabtei Beuron

Aktion des Kindermissionswerks "Die Sternsinger"

Teilen wie St. Martin

Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" lädt ein zur Martinsaktion. Hier gibt es Anregungen und kreative Ideen zur Vorbereitung und Gestaltung des Martinsfestes in Kita, Schule oder Gemeinde: eine Vorlesegeschichte, Elemente für Gottesdienst und Katechese, Basteltipps für eine Laterne, ein Rezept für Martinsbrezeln und vieles mehr rund um den Gedanken des Teilens.

Alle Infos: Martinsaktion

Kinderlieder

Die Lieder und weitere Materialien des Kindermissionswerkes finden Sie auf dieser Seite.

Videos

Lieder, Laternen und lebendige Erinnerung

Brauchtum zu St. Martin

Der heilige Martin ist einer der beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche - und ist bekannt auch weit darüber hinaus. Laternenzüge, Brezeln, Gänse, Lichter, Kinder, Teilen... - Eine Fülle an Brauchtum, Legenden und örtlichen Besonderheiten rankt sich um das Leben und Wirken des Heiligen. Die katholische Internetplattform Katholisch.de hat hier ein Dossier zu St. Martin erstellt, das wir gerne empfehlen.

Auch das Bonifatiuswerk der Deutschen Katholiken bietet in seinem Internetangebot vielfältige Informationen rund um Martin von Tours.


Rückblick: Bistum Trier

Gedenkjahr 2016: 1700 Jahre Martin von Tours


Martinuswege: Unterwegs auf den Spuren des Heiligen Martin

Aus Anlass des Jubiläumsjahres "1700 Jahre Martin von Tours" wurde der Europäische Martinusweg eröffnet. Der Weg führt auf den Spuren des Heiligen auch durch das Bistum Trier. Auf dieser Seite finden Sie weitere Informationen dazu.

Mit dem Mantel auf dem „Weg der Treverer“

Im Rahmen der Eröffnung des Weges im Bistum wurde am 8. November 2016 in Bingen ein von der Freiburger Künstlerin Astrid Eichin geschaffener Martinsmantel an das Bistum Trier übergeben.  Bischof Stephan Ackermann gab dem "Martins-Mantel" als "Souvenir" aus dem Bistum Trier ein Pilgergebet und ein paar kleine Steine aus dem römischen Kernbau ("Quadratbau") des Trierer Doms mit. (mehr)


Ein Theaterprojekt der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Trier

Martin on tour

Wie kann die christliche Grundhaltung, die sich in der Mantelteilung des Heiligen Martin zeigt, heute sichtbar werden? Für Antworten auf diese Frage hat die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Bistum Trier 2016 einen Theaterwettbewerb ausgeschrieben und studentische Hochschul-Theatergruppen zur Teilnahme eingeladen. Hier zu sehen ist ein Mitschnitt einer Aufführung der Theatergruppe „Kreuz&Quer“.


Impuls im Radio - 10. November 2011

Martinstag - ein Tag zum Feiern!

Morgen (11. November) ist der Festtag des Heiligen Martin. In der Geschichte wurde dieser Tag immer besonders gefeiert. Und da nach altem Brauch der Kirche die Gedenk- und Feiertage immer am Vorabend beginnen, kann man guten Gewissens mit dem Feiern schon heute Abend beginnen. „St. Martin setzt sich schon mit Dank am warmen Ofen auf die Bank." So einer der vielen Bauernsprüche zum Martinstag. Die Bedeutung: Spätestens bis zum Martinstag hatte man alles geerntet und man konnte sich ausruhen. Und nicht nur ausruhen, sondern auch das, was man geerntet hatte, genießen. So sagt ein anderer Spruch: „Auf Martini schlacht man feiste Schwein und wird der Most zu Wein."

Nur in der kalten Jahreszeit, und die beginnt ja jetzt, führte man früher Hausschlachtungen durch. Und hinzu kam, dass der erste neue Wein trinkreif war. Frisches Fleisch und neuer Wein, das wurde natürlich gefeiert. Ein großes Fest zu Ehren des Heiligen Martin kann man morgen ganz besonders in dem Weinort erleben, der seinen Namen trägt: In St. Martin in der Pfalz. Dort wird morgen eine neunzig Kilo schwere Martinsstatue durch den Ort getragen. Ein Jahr lang hat sie auf einem der vielen Weingüter gestanden, in der Frühe wird sie von dort zuerst in feierlicher Prozession zur Kirche gebracht, wo man einen festlichen Gottesdienst feiert. Anschließend wird die Statue - wieder in feierlicher Prozession - zu einem anderen Weingut gebracht. Da steht dann der Heilige Martin bis zum nächsten Martinstag . Aber das Dorf St. Martin feiert nicht nur seinen Namenspatron, sondern versucht auch ein klein wenig auf seinen Pfaden zu wandeln.

Zum Beispiel mit der Mantelstückaktion. Das Mantelstück des Heiligen Martin ist ein Symbol für Nächstenliebe. In Erinnerung daran gibt es in St. Martin einen Wein, der diesen Namen trägt. Und von jeder verkauften Flasche Mantelstück wird ein Teil des Verkaufspreises sozialen Zwecken zugeführt. Also wenn Feiern mit Teilen verbunden ist, dann ist das ganz gewiss im Sinne des Heiligen Martins.

(SWR 4 - Abendgedanken von Kalle Grundmann, 10. November 2011)


"Lebenszeichen" im Saarländischen Rundfunk

St. Martin - und wie weiter?

  • Das Leben des Heiligen Martin ist gut dokumentiert. Es gibt viele Bücher, Lieder, Darstellungen in der Kunst und Berichte. Die „Legenda aurea“ aus dem 13. Jahrhundert ist eine Sammlung von Geschichten und Legenden der Heiligen, darunter auch die des Martin von Tours: Martin lebte demnach im 4. Jahrhundert und war der Sohn eines Soldaten. So kam er auch selbst als 15-Jähriger zum Militär. Doch schon als Soldat fiel er dadurch auf, dass er sich eher um die Sorgen seiner Kameraden kümmerte, als ein großer Kämpfer zu sein. Durch sein besonders geduldiges und bescheidenes Leben hatte er schnell den Ruf, eher ein asketischer Mönch und Seelsorger als ein Soldat zu sein. Deshalb quittierte er den Militärdienst und beschäftigte sich mit dem Christentum, er ließ sich taufen, wurde Priester und später auch Bischof von Tours. Schon zu Lebzeiten hatte er den Ruf der Heiligkeit, sein Leben erregte Aufmerksamkeit, Bewunderung und Verehrung. So kamen zu den Schilderungen des tatsächlichen Lebenswerkes auch bald eine Vielzahl von Legenden, die vor allem durch ihre Symbolkraft bestachen. Sankt Martin ist heute zum Synonym geworden für das selbstlose Teilen und den Einsatz für die Armen.

  • Am bekanntesten ist die Geschichte von der Mantelteilung. Vor den Toren von Amiens begegnete der Soldat Martin einem Bettler, der ohne Kleider im Frost am Wegrand saß. Martin hatte Mitleid mit ihm und teilte seinen Soldatenmantel mit dem Bettler. Er hat praktisch im Dunkeln ein Hoffnungslicht für den Bettler angezündet. Daher auch die bunten Laternenzüge zu Ehren des Heiligen Martin. Es gibt aber noch viele weitere Legenden, die das Brauchtum um den Heiligen Martin bis heute bestimmen. So wird die „Martinsgans“ damit verbunden, dass Martin sich in einem Gänsestall versteckte, als er von der Bevölkerung von Tours zum Bischof ernannt werden sollte. Aus Bescheidenheit dachte er, dass dieses hohe Amt nichts für ihn sei. Das Geschnatter der Gänse hat ihn aber verraten, sodass er entdeckt wurde und doch als Bischof eingeführt wurde. Oder der Brauch der „Martinsbrezel“: Weil der 11.11. in früherer Zeit der Beginn einer Fastenzeit auf Weihnachten zu war, ließ man es sich zum Martinstag nochmals mit süßem Gebäck und guten Speisen gut gehen, vergleichbar mit der ausgelassenen Stimmung der Fastnacht vor dem Aschermittwoch. So ist auch der 11.11. unter anderem deshalb mit der Fastnacht verbunden. Gleich, um 11.11h geht es wieder los in die neue Session.

  • Martinsbrezel und Martinsspiel – das fasziniert Kinder von alters her. Auch unsere kleine Tochter hat das Spiel am Martinsfeuer jedes Jahr mit großen Augen verfolgt. Im Kindergarten hatten sie über die Geschichte der Mantelteilung gesprochen. Dann ist aus dem Spiel Realität geworden. Vor der Kirche saß tatsächlich ein Bettler. Ein echter. Kein Schauspieler. Was nun? Einen Mantel brauchte der nicht. Und zwei Euro in den Hut? Vielleicht. Unsere dreijährige Tochter hat da ganz unkonventionell reagiert: „Wie heißt der?“, hat sie gefragt. Tja, keine Ahnung. Es hat schon etwas Überwindung gekostet, aber weil sie so gedrängt hat und es unbedingt wissen wollte, sind wir hingegangen zu dem verdutzten Bettler und haben ihn also nach seinem Namen gefragt. Gerhard heißt er. Dann noch zwei, drei Sätze. Wie es ihm so geht und wo er noch was zu Essen herbekommt heute. Er hat sich gefreut, dass sich jemand für ihn interessiert, kostbare Zeit mit ihm teilt. Nicht nur hin und wieder mal eine Münze. Gerhard hat einen Namen und ein Gesicht. Seitdem nennt unsere Tochter den Gips-Bettler, der in der Kirche bei der Martinsstatue sitzt, auch Gerhard. Der Bettler aus dem Martinsspiel hat einen Namen bekommen, hat ein Gesicht und eine Lebensgeschichte. – Nein, die Geschichte hat keine dramatische Wendung mehr. Gerhard sitzt wohl immer noch vor der Kirche, ist arm und allein. Die Armutsdebatte geht weiter - und geht weiter an ihm vorbei. Ich bin nicht der Heilige, der ihn aus dieser Situation befreien könnte. Die Geschichte ist „ganz normal“ weiter gegangen. Wie so oft. Wie an so vielen Orten bei uns. Da sitzen die Bettler und es kommt kein Sankt Martin. Ich war ja auch keiner. Aber unsere Tochter hat mit ihrer Frage: „Wie heißt du?“ doch etwas bewirkt: Sie hat in kindlicher Unbekümmertheit den normalen Gang durchbrochen, das Erwartete, das Übliche. Sie hat dem Bettler Namen und Ansehen gegeben, nicht nur im Martinsspiel, in der politischen Debatte und für das gute Gefühl. Mit kindlicher Offenheit ist St. Martin für einen Augenblick lebendig geworden. Ich war als Erwachsener beschämt - und unheimlich stolz auf meine Kleine.

    (Von Michael Kinnen - "Lebenszeichen" im Saarländischen Rundfunk 2006)

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