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Ostersonntag im Familienkreis feiern

Das Fest der Feste für Christen und Christinnen ist Ostern. “Wenn Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos”, schreibt der Apostel Paulus im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth (Kapitel 15, Vers 17a).

Das Osterfest wurde seit dem vierten Jahrhundert vom Gründonnerstagabend bis zum Ostersonntag als ein einziges drei Tage umfassendes Pessach (hebräisch, im Sinne von Vorübergang) gefeiert. Diese heiligen drei Tage umfassen heute die Zeit vom Abend des Gründonnerstags, denn nach jüdisch-antiker Vorstellung begann der Tag mit dem Vorabend, bis zum frühen Morgen des Ostersonntags.

Die zentrale Feier ist der Gottesdienst in der Osternacht. Er greift mit dem Osterfeuer vor der Kirche und dem anschließenden Beten und Hören der biblischen Texte in der Kirche wieder die ursprüngliche Form der Nachtwache (auf lateinisch: vigilia) auf. Ausgehend von der Osterkerze als Symbol des auferstandenen Christus wird das Licht zu Beginn in den Kirchenraum getragen und ausgeteilt. Ein außergewöhnlich schönes, poetisches Lied, nach seinem lateinischen Anfangswort ‘Exsultet’ (lateinisch: jauchzt, frohlocket, freut euch) genannt, besingt das Lob dieser Kerze.

Die Osterkerze trägt den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, Alpha und Omega, und die aktuelle Jahreszahl: Christus ist Anfang und Ende, Herr von Schöpfung und Zeit. Er ist das Heil der Welt und der Zeiten. Deshalb bietet der Wortgottesdienst der Osternacht bis zu neun Lesungen, die die gesamte Geschichte des Heils umfassen von der Erschaffung der Welt über die Befreiung des Gottesvolkes aus der ägyptischen Knechtschaft bis zum Evangelium der Auferstehung.

Um auch den Taufbewerberinnen die Möglichkeit zu geben, an der zentralen Eucharistiefeier des Kirchenjahres teilzuhaben, kam es gegen Ende des dritten Jahrhunderts zur Taufspendung in der Osternacht. Bis heute ist dies ein eindrucksvoller Tauftermin. In jedem Fall aber wird in der Osternacht das Taufwasser geweiht, indem die brennende Osterkerze in das Wasser hineingesenkt wird: Die Rettung durch die Taufe hat ihren Grund in der Auferstehung Christi. Alle Mitfeiernden erneuern in der Osternacht ihr Taufversprechen.

Die Eucharistiefeier der Osternacht wird geprägt durch den Ruf des ‘Halleluja’ (hebräisch: Preiset Gott), mit dem die Menschen schließlich auch entlassen werden.

Am ersten Tag der Woche entdeckten die Jüngerinnen Jesu das leere Grab und bekamen eine erste Ahnung von der Auferstehung, die sich später festigte. So wurde der erste Tag der Woche, der Sonntag, als Oster-Gedenktag der geheiligte Tag der Woche. Jeder Sonntag erinnert an die Auferstehung Jesu, ist ein kleines Osterfest.
 


Ostersonntag gemeinsam feiern

  • Vorbereitung Switch

    Sie benötigen

    • für jede Familie eine Osterkerze und Kerzenständer;
    • wenn sie sich am Karfreitag getroffen haben den 'Tränenkranz' (aus der Gestaltungsalternative 1)
    • oder einen Peddigrohrkranz und
    • das Holz mit den eingeschlagenen Nägeln (aus der Alternative 2),
    • eine Schale mit Blumenblüten;
    • wenn sie sich am Karfreitag nicht getroffen haben: einen Peddigrohrkranz, eine Schale mit Blumenblüten.
       
  • Ablauf - Beginnen Switch

    Ostern und Karfreitag gehören zusammen, deshalb greift dieser Vorschlag die Alternative 1 'Tränenkranz' vom Karfreitag auf. Wenn Sie sich am Karfreitag nicht getroffen oder an diesem Tag die Alternative 'Kreuzweg-Andacht' gewählt haben, müssten Sie eingangs im Gespräch aufgreifen, warum Menschen vom Karfreitag her noch traurig sind.
    Nachdem alle Familien zusammengekommen sind, holen Sie den 'Tränenkranz' vom Karfreitag in die Mitte oder Sie setzen sich um das Tischchen, auf dem er seinen Platz gefunden hatte.
    Sie sprechen noch einmal an, wofür der Kranz steht und was die Tränen bedeuten.
    Dann sagt eine Erwachsene:
    “So ähnlich wie wir es jetzt gesagt haben, fühlten sich wohl die Freunde von Jesus, nachdem er am Kreuz gestorben war. Sie hatten ihn vom Kreuz abgenommen und in ein Grab gelegt. Sie waren sicher ganz traurig und vielleicht auch ängstlich. Doch dann geschah etwas Merkwürdiges.”

     

  • entdecken - Jesus ist auferstanden! Switch

    An dieser Stelle nehmen Sie Ihre Osterkerze, zünden sie an und stellen sie in einen Ständer neben die Jahreskerze.
    Dann lesen Sie aus dem des Markus, Kapitel 16, die Verse 1-7 oder erzählen Sie nach.
     

  • feiern: Jesus ist auferstanden! Switch

    Danach zünden Sie ohne weitere Überleitung die anderen Kerzen an der Osterkerze an oder eine gibt von der eigenen Kerze aus das Licht an die anderen Familien weiter als Sinnbild dafür, dass die Frauen ihre Ostererfahrung weitererzählt haben.
    Wenn alle Kerzen entzündet sind und in der Mitte stehen, könnten Sie gemeinsam das Lied “Christus ist auferstanden”.
     

  • Weiter tragen - Jesus ist auferstanden! Switch

    Nachdem Sie das Osterlied gesungen haben, geht es darum, miteinander zu schauen, wo wir als Menschen mit Gottes Hilfe Tod in Leben, Traurigkeiten in Freude verwandeln können. Dazu holen Sie jetzt die Blumenschale hinzu und stellen sie neben den 'Tränenkranz' in die Mitte. Erwachsene und Kinder nehmen jeweils eine Blüte und überlegen sich eine Bitte. Bei jeder ausgesprochenen Bitte heften Sie eine Blume in einen Tropfen der Tränenkrone. Am Ende ist ein bunter Blüten-Osterkranz entstanden, in dem die Tränen des Karfreitags aufgehoben sind.
    Wenn Sie vom Karfreitag her diesen Kranz nicht haben, stellen Sie einen kahlen Peddigrohrkranz in die Mitte, den Sie dann wie beschrieben mit Blumen schmücken. Wenn Sie am Karfreitag die Alternative 2 gemeinsam begangen haben, legen Sie das Stück Holz mit den eingeschlagenen Nägeln in die Mitte des kahlen Peddigrohrkranzes.
    Eine Erwachsene schließt ab mit dem Gebet:
    “Guter Vater im Himmel,
    Du hast Deinen Sohn aus dem Tod ins Leben geholt, darüber freuen wir uns.
    Wir haben Dir unsere Bitten gesagt und wissen, dass Du alles hörst und es nicht vergessen wirst.
    Schenke uns zu aller Zeit deinen Segen.”
    Alle antworten: “Amen.”
     

  • Ausklang - Osterlieder und Ostereier Switch

    Es kann noch ein weiteres Osterlied miteinander gesungen werden oder es kann sich ein gemeinsames kleines Ostermahl mit Brot und Eiern anschließen.
    Schön ist es auch, miteinander zu spielen. Anregungen finden Sie im Abschnitt “Geschichten und Spiele zu Ostern”!
     


Zur Vertiefung

  • Ostern: Das Leben siegt über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, das Gute über das Böse, die Gerechtigkeit über das Unrecht. Entspricht das unserer Lebenserfahrung? Meist scheint es eher umgekehrt, Egoismus und gute Selbstinszenierung, Stärke und Ellenbogen setzen sich durch. Zurück bleiben alle, die nicht gelernt haben, sich durchzusetzen, die von Anfang an Fehler gemacht haben, die nicht mehr korrigierbar waren. Oder die einfach Pech gehabt haben, vielleicht, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
     
  • An die Auferstehung glauben heißt: daran festhalten, dass es ein letztes Wort über menschliches Leben gibt, und Gott hat dieses letzte Wort. Er vollendet unser Leben, er bringt zu Ende, was abgebrochen, unvollendet ist, was als gute Möglichkeit angelegt war, aber nicht zum Leben gekommen ist.
     
  • Auferstehung ereignet sich nicht allein nach dem Tod, der unser irdisches Lebensende markiert. Auferstehung betrifft vielmehr auch die kleinen Tode des Alltags: alles, was Menschen klein macht und klein hält, unterhalb ihrer Möglichkeiten und ihrer Berufung. An die Auferstehung heißt hier: das letzte Wort ist nicht gesprochen, solange wir Vertrauen haben auf Veränderung, Vertrauen in die Kraft des Lebens, in andere Menschen, Vertrauen in den, der alles ins Leben gerufen und “gut” gemacht hat.
     
  • 'Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen.' So heißt es in einem Lied, das unsere Lebenserfahrung widerspiegelt. Ostern dreht die Blickrichtung um: “Mitten im Tod sind wir vom Leben umfangen.” Beziehen wir diese Glaubenserfahrung in unser Leben ein.

Geschichten

“Osterei” - eine Geschichte zum Symbolverständnis

Vor langer, langer Zeit lebte die Königstochter Katharina in der großen Stadt Alexandria. Eines Tages besuchte der Kaiser aus Rom die Stadt. Er ließ Katharina zu sich rufen, denn er hatte gehört, dass sie eine Christin war. Sie musste ihm alle Geschichten erzählen, die sie von Jesus wusste. Katharina erzählte auch, wie Jesus gestorben war und dass er drei Tage später von den Toten auferstand. Da lachte der Kaiser und sagte: “Das glaube ich erst, wenn du aus einem Stein neues Leben erwecken kannst!” Dann schickte er sie nach Hause.

Dort kam Katharina ein Gedanke. Sie nahm ein beinahe ausgebrütetes Ei und ging am nächsten Tag zum Kaiser. “Na, willst du es versuchen?”, spottete der. Da öffnete Katharina ihre Hand und zeigte ihm das Ei. Genau in diesem Augenblick klopfte das Küken von innen ein Loch in die Schale. Gespannt schaute der Kaiser zu, wie das kleine Tier aus dem Ei schlüpfte.
“Es sah aus wie tot”, sagte Katharina, “und doch ist es lebendig.” Man erzählte sich, dass der Kaiser sehr nachdenklich geworden ist.
Das Ei - ein Zeichen für das Leben, das stärker ist als der Tod. Jesus hat den Tod besiegt. Das Grab konnte ihn nicht festhalten, so wie die Schale des Eis das Küken nicht halten kann.
 

Verwandlung im Verborgenen Die Geschichte von der Raupe Strubbelhaar

Material:
Wolldecke, bunte Tücher, ein braunes Tuch
Zur Vorbereitung der Geschichte könnte nacheinander je ein Kind in eine Decke eingewickelt werden - es kann dabei nachspüren, wie es sich anfühlt, so eingewickelt zu sein, vielleicht warm und geborgen, geschützt. Das verhüllte Kind entscheidet, wann es ihm unter der Hülle zu eng oder zu warm wird und schlägt dann erst die Decke zurück.
Zur Erzählung der Geschichte werden die bunten Tücher mit einem braunen Tuch eingepackt und zu einer Rolle geformt, die als Raupe in die Mitte des Kreises gelegt wird.
 

Es war einmal eine kleine Raupe. Die war über und über bedeckt mit stacheligen Haaren. Und wenn sie sich aufrichtete, um an einem Blatt zu knabbern, sträubten sich die Haare in alle Richtungen. Deshalb hieß sie auch Strubbelhaar.
Die Raupe Strubbelhaar hatte immer großen Hunger. Jeden Tag kroch sie mit ihren Füßen von einem Blatt zum anderen und fraß die jungen, grünen Triebe. “Huch, eine Raupe!”, riefen da die Menschen. Und Strubbelhaar musste oft ganz schnell davon krabbeln, um nicht zerquetscht zu werden.
Als die kleine Raupe Strubbelhaar eines Tages ganz besonders zarte Blatt kostete, saß da plötzlich ein Marienkäfer vor ihr. “Igitt, wie bist du hässlich!”, sagte der Marienkäfer. “Ganz dunkel und stachelig. Schau mich an! Ich bin glatt und glänzend. Und wenn ich meine Flügel öffne, bin ich wie eine rote Blume.” Strubbelhaar blickte zuerst auf sich, dann auf den Marienkäfer. Es stimmte schon: nichts war glatt und leuchtend. Und Flügel, die wie eine Blume sind, hatte Strubbelhaar auch nicht. Da ließ Strubbelhaar den Kopf hängen, so dass die Haare in alle Richtungen starrten. “Nicht nur die Menschen, auch die anderen Tiere sagen, ich bin hässlich.”, dachte sie traurig.
Am nächsten Morgen, nach dem Verspeisen der Frühstücksblätter, eilte ein goldgrüner Laufkäfer vorbei. “Pfui, was bist du garstig, wie kann man nur so stachelig sein! Schau mich an! Ich glitzere und die Sonne lässt mich wie ein Tautropfen in allen Farben leuchten!” Mit diesen Worten lief der Laufkäfer verächtlich davon. Die Raupe Strubbelhaar aber konnte den ganzen Tag nichts mehr essen. Warum war sie nur so hässlich?
Am späten Nachmittag, als die Sonne schön dunkelgelb durch die Blätter spitzte, versteckte sich Strubbelhaar unter einem Blatt. “Sogar die Blätter leuchten”, dachte sie traurig. Plötzlich sah Strubbelhaar ein wunderschönes Wesen. Es war zart und hatte große leuchtende Flügel. “Warum bist du so traurig?” fragt das fremde, zarte Tier. Da war Strubbelhaar ganz verlegen. Doch dann fasste es sich ein Herz und sagte: “Alle verachten mich, weil ich so stachelig und garstig bin. Sogar die Blätter glänzen, aber mich macht die Sonne nicht bunt und schön.” Da lächelte das fremde Tier und sagte: “Du musst ganz tief in dich hineinhorchen und hineinsehen. Tief im Dunkeln musst du wachsen und reifen. Und wenn die Zeit gekommen ist, wird die Sonne dir ein verwandeltes Leben schenken.”
Strubbelhaar musste über die Worte so fest nachdenken, dass sie gar nicht merkte, dass das zarte Tier davonflog. - Und in der Nacht, als alles zur Ruhe gekommen war, suchte sich Strubbelhaar einen ruhigen, geschützten Platz an einem festen Blatt. Sie dachte immerfort an die Worte des schönen Tieres.
Ganz in Gedanken versunken fertigte Strubbelhaar eine dichte Hülle, einen Kokon um sich, der sie völlig umschloss. Ganz ruhig lag Strubbelhaar, niemand beachtete die Raupe.
Eines Tages begann der Kokon zu zittern. Er bewegte sich immer stärker und stärker. Plötzlich zeigte sich ein kleiner Riss in der Kokonhülle. Immer größer wurde der Riss, bis schließlich eine breite Öffnung entstanden war. Aus dieser Öffnung krabbelte mit viel Mühe ein ganz zartes Tier heraus und setzte sich auf das Blatt. Wie schön es auf dem Blatt war. Unser Tier spürte, das es sich jetzt nur hoch strecken musste, um weit und frei zu sein.

Alle überlegen zusammen, um welche Art Tier es sich handeln könnte. Mit geschlossenen Augen versuchen sie, sich das Tier zu erträumen. Und in dieser Haltung wird das Ende der Geschichte angehört.

Aber was war das? Zwei wunderschöne, zarte Flügel entfalteten sich. Zart waren sie und leuchteten in herrlichen Farben. Die Sonne ließ sie schillern und glitzern.
Wie von selbst erhob sich das Tier - wir erfinden für es einen neuen Namen - und schwebte über Bäume und Wiesen. “Was für ein schöner Schmetterling!”, riefen alle, die es sahen. Da lächelte unser ... und schwebte glücklich der Sonne entgegen.
 

(Text: Christine Lindemann: Die Raupe Strubelhaar, aus: Religionspädagogische Praxis. Handreichung für elementare Religionspädagogik, Jg. 1990, Nr. 1 'Im Frühling...', S.42-43, ©RPA-Verlag. Landshut)

Der Kokon in der Mitte wird ausgerollt, das braune Tuch wird als Körper des Schmetterlings hingelegt und die bunten Tücher als Flügel arrangiert.
Die Geschichte eignet sich auch zum Nachspielen.

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