Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Silvester gemeinsam feiern

Ursprung des Festes

Der letzte Tag im Kalenderjahr ist das Fest des heiligen Papstes Silvester, der im vierten Jahrhundert nach Christus gelebt hat und Zeitgenosse von Kaiser Konstantin war. Konstantin war der erste römische Kaiser, der sich zum Christentum bekehrte und taufen ließ. Während seiner Regierung endete die Zeit der schweren Christenverfolgungen und für Papst Silvester und alle Christinnen brach eine ruhigere Zeit an.

Zwischen dem Gedenktag des heiligen Silvester und dem Ende des Kalenderjahres gibt es keinen unmittelbaren inneren Zusammenhang. Doch seine Person ist mit einem Zeitenwechsel verbunden, von daher ist er der 'richtige' Heilige für das Ende eines alten und den bevorstehenden Anbruch eines neuen Jahres.

Der Jahreswechsel markiert symbolisch auch die Übergänge, die im Leben der einzelnen wie der Familie stattgefunden haben oder die mit Freuden oder Bangen im nächsten Jahr erwartet werden. Und er gibt Anlass, nochmals auf Umbrüche in Kirche und Gesellschaft zu sehen, auch wenn sie heute nicht immer so spektakulär sind wie zur Lebenszeit Silvesters.

Das Feuerwerk, das um Mitternacht den Jahreswechsel prägt, hat wohl seinen Hauptursprung in der Abwehr der Dämonen in der dunkelsten Jahreszeit; heute ist es eher Ausdruck der Freude zur Begrüßung des neuen Jahres. Gemeinsam mit vielen anderen verabschiedet man das alte Jahr, lässt Vergangenes hinter sich und wendet sich mit Hoffnungen und Erwartungen dem Neuen zu.

An vielen Orten rufen die Kirchen zur Aktion 'Brot statt Böller' auf: zur Spende gegen Hunger und Armut.

Feiern mit kleinen Kindern

  • Jedes Familienmitglied (bei Kleinkindern: jede Familie) bringt Fotos, Postkarten, Briefe, Glückwunschkarten und kleine Erinnerungsstücke aus dem vergangenen Jahr mit (Dinge, die ausdrücken, was im vergangenen Jahr wichtig war).
    Weiterhin benötigen Sie eine dicke Kerze (gegebenfalls für jede Familie eine), Zierwachsplatten aus dem Bastelgeschäft, ggf. eine Leine, die im Zimmer gespannt werden kann, und Wäscheklammern.

  • Nachdem alle Familien zusammengekommen sind, zünden Sie die dicke Kerze an. Die Kerze kann an das Licht des Adventskranzes erinnern; wenn Sie wollen, können Sie nochmals die Erfahrung von Wärme ansprechen und die kleineren Kinder können dies vorsichtig erspüren.

    Sie singen gemeinsam: 'Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen'

  • Eine Mutter oder ein Vater leiten ein:

    “Ein Jahr geht zu Ende. Wir wollen zurückschauen und erzählen, was uns im vergangenen Jahr wichtig gewesen ist.”

    Zuerst zeigen die Kinder ihre Sachen und erzählen dazu, dann die Erwachsenen (möglichst jede nur jeweils ein Teil). Dazwischen können Sie passende Lieder singen, z.B. das Lieblingslied aus dem Ferienlager o.ä.

    Die Erinnerungsstücke legen Sie dann, nach Monaten sortiert, auf einen Tisch oder Sie befestigen Sie an einer Leine (z.B. mit Wäscheklammern): So entsteht ein Jahresbild - oder eine ‘Jahreskette’, die gleichzeitig noch einmal verdeutlicht, wie lang und ereignisreich ein Jahr ist. Am Ende dieser Phase schauen Sie sich mit allen gemeinsam noch einmal das entstandene Werk an.

    Anregungen:
    Wenn viele Kleinkinder dabei sind, können Sie mit den Dingen beginnen, die die Kinder interessieren. Sie können dann spielen, sobald sie unruhig werden, während die Erwachsenen in der Runde weiter erzählen!

    Es ist auch möglich, die Rückbesinnung als Spiel zu gestalten. Dazu werden die Erinnerungsstücke in eine Tasche oder in eine Kiste gesteckt: Ein Kind/eine Erwachsene ziehen nacheinander ein Teil aus der ‘Geheimniskiste’ ziehen. Wer es mitgebracht hat, erzählt dann darüber.

  • Nachdem Sie die Jahrescollage angeschaut haben, können Sie zusammen überlegen, was das neue Jahr bringen wird: z.B. die Geburt eines Geschwisterchens, die Einschulung eines Kindes, einen Umzug usw.

    Für jedes Ereignis bzw. jede Erwartung wird ein Symbol aus Kerzenwachs angefertigt (oder einfacher: aus dem Zierwachs ein Kügelchen gerollt) und auf die dicke leuchtende Kerze gedrückt. Dazu ist es möglich, jedesmal den Ruf “Ein neues Jahr ist da” zu singen (siehe Liedanhang). Diese Kerze kann Ihre Familiengruppe bei allen weiteren Treffen im Laufe des Jahreskreises begleiten!

  • Eine Erwachsene spricht am Schluss Dank und Bitte aus, etwa in folgendem Sinne:

    “Guter Gott, heute geht ein Jahr zu Ende.
    Wir haben angeschaut, was wir im letzten Jahr erlebt haben.
    Es gab viele schönen Stunden für uns.
    Und wir wissen, dass wir in den traurigen nicht ganz allein waren.
    Dafür danken wir Dir.
    Das neue Jahr steht vor der Tür.
    Sei Du wieder in unserer Nähe
    - bei allem Schönen, bei allem Traurigem.
    An diesem Abend segne uns, allmächtiger Gott,
    Vater, Sohn und Heiliger Geist."

    Alle antworten: "Amen"

Feiern mit älteren Kindern

    • Ein vollständiger Kalender des jetzt zu Ende gehenden Jahres (entweder mit einzelnen Tagen oder mit Blättern für eine Woche)
    • die Aussage “Alles hat seine Zeit” auf ein DIN A 3-Blatt geschrieben
    • die Gegensatzpaare aus dem Text aus dem Buch Kohelet 3, 1-8 (siehe rechts) einzeln auf DIN A 5-Blätter geschrieben (ergibt 13 einzelne Gegensatzpaare)
    • Teelichter und Steine (jeweils so viele wie TN anwesend sind)
    • eine dicke Kerze für jede Familie oder eine Kerze für die ganze Gruppe (auf der kann schon mit Verzierwachs “Alles hat seine Zeit” geschrieben sein)
    • Wachsplatten oder -reste zum Verzieren, ein Kassettenrecorder oder CD-Player mit ruhiger Musik.

    Bevor alle eintreffen, gestalten Sie die Mitte des Stuhlkreises oder des Tisches, um den Sie sich versammeln: In der Mitte liegt das Blatt mit der Aussage: “Alles hat seine Zeit”; daneben steht eine dicke Kerze und je ein Körbchen mit Steinen und Teelichtern.

    Um das Blatt herum werden alle Kalenderblätter in zeitlicher Reihenfolge verteilt.

  • Nachdem alle Familien zusammengekommen sind, zünden Sie die dicke Kerze an. Die Kerze kann an das Licht des Adventskranzes erinnern; wenn Sie wollen, können Sie nochmals die Erfahrung von Wärme ansprechen und die kleineren Kinder können dies vorsichtig erspüren.

    Sie singen gemeinsam: 'Wo zwei oder drei ...'.

  • Eine Mutter oder ein Vater leiten ein:

    “Heute geht ein Jahr zu Ende. Wir wollen zurückschauen und uns ein wenig von dem erzählen, was uns im vergangenen Jahr besonders wichtig war. Die Kalenderblätter sollen euch helfen, das Jahr noch einmal an eurem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen. Schaut dabei nach, wann es schwere, traurige, angstmachende Zeiten gab und wann ihr euch über etwas besonders gefreut habt oder so richtig glücklich und zufrieden wart. Dann sucht euch ein oder zwei Blätter aus, deren Datum euch an eine erfreuliche oder eine traurige Begebenheit erinnert.

    Wenn alle etwas ausgesucht haben, setzen wir uns wieder in den Kreis. Bittet redet jetzt nicht miteinander, sodass jede sich ganz auf ihr Jahr konzentrieren kann. Leise Musik im Hintergrund soll euch helfen, ganz bei euren Gedanken und Erinnerungen zu bleiben.”

    Wenn sich alle für ihre Kalenderblätter entschieden haben, werden die übrigen Blätter aus der Mitte weggeräumt. Dann teilen sich die TN in zeitlicher Reihenfolge mit, warum sie ihr Datum ausgesucht haben (z.B.: “Am 3. Januar habe ich erfahren, dass ich ein neues Geschwisterchen bekommen - da war ich vor Freude ganz zappelig”; oder “Als die Oma am 31. Januar ins Krankenhaus kam, war es draußen total neblig und düster, das hat gerade zu meiner Stimmung gepasst”).

    Wer ihr Beispiel genannt hat, legt das Kalenderblatt in die Mitte. Wenn es eine belastende Erfahrung war, legt sie einen Stein dazu; ein brennendes Teelicht (das an der dicken Kerze in der Mitte entzündet wird), wenn sie sich mit Freude daran erinnert. Wer die Situation nicht in Worte fassen kann oder will, kann auch einfach das Kalenderblatt in die Mitte legen und Stein oder Kerze dazustellen.

    Wenn alle ihre Blätter abgelegt haben, wird die gefüllte Mitte noch einmal in Ruhe angeschaut. Vielleicht wollen einige spontan einen Gedanken dazu äußern, der aber nicht kommentiert werden soll.

  • eine Erwachsene liest langsam den Text aus dem Buch Kohelet 3, 1-8 (Kasten rechts) vor; nach jedem Gegensatzpaar wird das entsprechende DIN A 5-Blatt zu den Kalenderblättern in die Mitte gelegt.

    Am Schluss fasst eine Erwachsene zusammen:

    "Dieser Text aus dem Ersten Testament beschreibt genau unsere Erfahrungen, die wir in der Mitte zusammengetragen haben. Er macht deutlich, dass zum Leben Schweres und Leichtes gehört, dass wir das eine ohne das andere vielleicht gar nicht so intensiv erfahren und erleben könnten. Und der Text macht auch Hoffnung, dass schwere Erfahrungen uns nicht völlig niederdrücken müssen, weil wir darauf vertrauen können, dass auch wieder eine Zeit kommen wird, in der es uns richtig gut gehen kann."

  • Jetzt sucht sich jede Familie oder jede TN (je nachdem, wie viele Personen zusammen sind), einen der Sätze in der Mitte aus, der sie besonders interessiert, mit dem sie sich in der nächsten Zeit etwas näher beschäftigen will. Wenn sich die Familien gemeinsam einen Satz aussuchen, muss jetzt eine kurze Zeit zur Absprache gegeben werden.

    "Wenn ihr euch eines der Gegensatzpaare ausgesucht habt, können wir uns unsere Sätze gegenseitig vorlesen und vielleicht dazu sagen warum ich/wir diesen Satz ausgesucht haben und was ich/wir damit für das kommende Jahr verbinde/n (z.B.: Eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden - Uns beschäftigt, dass an vielen Orten der Welt Krieg herrscht, wir kennen Menschen, die aus ihrem Land fliehen mussten und nun hier bei uns zwar in Sicherheit leben, aber trotzdem sehr traurig sind und Angst um ihre Verwandten und Freunde haben. Für sie hoffen wir, dass im neuen Jahr in ihrem Land wieder Frieden einkehrt)."

    Zwischen dem Vorlesen der Gegensatzpaare kann jeweils ein Kehrvers/Lied gesungen werden: z.B.: 'Du sei bei uns' oder 'Ein neues Jahr ist da'

    Wenn alle ihr Gegensatzpaar vorgelesen haben, kann mit Verzierwachs ein Stichwort oder Symbol angefertigt und auf die dicke Kerze geklebt werden. Diese Kerze kann Ihre Familiengruppe bei allen weiteren Treffen im Laufe des Jahreskreises begleiten!

    Danach weist eine Erwachsene darauf hin, was mit ausgewählten Satz nun weiter geschieht:

    Jede Familie nimmt ihren Spruch bzw. ihre Sprüche mit nach Hause. Dort werden sie auf ein größeres leeres Plakat geklebt, das irgendwo in der Wohnung einen für alle sichtbaren Platz bekommt. Wenn einem Familienmitglied im Lauf des Jahres ein Bild, ein Wort, ein Satz, ein Ereignis begegnet, das mit diesem Gegensatzpaar zu tun hat, dann kann es dies auf das Plakat schreiben oder kleben. Im Lauf des Jahres können die Familien ihre Plakat auch einmal untereinander austauschen.

Mit mehr oder weniger großem Aufwand wird weltweit immer der Jahreswechsel gefeiert. Nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für die Kinder ist der letzte Tag des Jahres etwas Besonderes. Was bedeutet dieser Wechsel für unseren Alltag und unser Leben?

  • Zwei Muster prägen unser Verhältnis zur Zeit: Das am Fortschreiten orientierte, das die Zeiteinheiten sozusagen als Einträge auf einem unendlichen Lineal sieht, an dem wir uns entlang bewegen. Und das auf die Wiederkehr - den Kreislauf der Jahreszeiten, den Sieben-Tage-Rhythmus der Woche - gerichtete, in dem immer wieder von vorn beginnt, was wir so oder anders schon einmal durchlaufen haben.
    Beide Muster finden sich auch im Umgang des Christentums mit der Zeit: Das so genannte lineare, also am Lineal orientierte Muster kennzeichnet die Zählung der Jahre, ausgehend von Christi Geburt nach vorne (und entsprechend rückwärts für die Zeit vor diesem Ereignis). Das so genannte zyklische, also am Kreislauf (Zyklus) ausgerichtete Muster liegt dem Kirchenjahr zu Grunde und damit auch dem Projekt 'Familien feiern Kirchenjahr'.
  • In beiden Zeitmustern gibt es Einschnitte: Sehr deutlich im linearen, wenn wir eine neue Markierung erreichen, und ganz besonders, wenn es eine Markierung ist, die sehr selten vorkommt, beispielsweise nur alle 1000 Jahre. Aber auch im Zeitverständnisses des Kreises, der ja eigentlich ohne Anfang und Ende ist, gibt es die besonderen Punkte, an denen sich “der Kreis schließt”, wie man so schön sagt. Für unsere Zeitrechnung bringt der 31. Dezember, der Gedenktag des heiligen Silvester, diesen Einschnitt.
    Ohne Feuerwerk und festliche Vorbereitung, ohne den Blick auf die Uhr, würden wir allerdings den ‘einschneidenden’ Wechsel gar nicht wahrnehmen. Zeit vergeht meist unmerklich. Und wie leicht wiegt uns der Ablauf der Wochen des Jahres, die Wiederkehr von Geburtstagen, der Wechsel von Arbeit und Urlaub, in einer Art von 'Ewigkeitsbewusstsein': so als ob das alles selbstverständlich immer so weiterlaufen würde, nur dass man dabei ein wenig älter wird.
  • Dass unsere Zeit aber begrenzt ist und nicht in unendlichem Maße zur Verfügung steht, wird uns bewusst durch Zeitmarken wie Silvester. Wir halten dann inne und an vielen Orten geschieht das auch im Rahmen eines Gottesdienstes zum Jahreswechsel. Fragen werden dann wach: nach dem Umgang mit unserer Zeit. Wie nutzen wir sie, womit bringen wir sie zu, mit wem teilen wir sie?
    Soll man nun angesichts dieser Überlegungen in eine - leichte oder schwerere - Panik verfallen oder dem 'gesunden Egoismus' mehr Raum geben, der uns sagt, möglichst viel vom Leben mitzunehmen, möglichst wenig zu verpassen, möglichst viel zu erleben? Und dabei möglichst Unangenehmes zu vermeiden, alles, was schwierig, traurig, dunkel ist, zu umgehen?

Der christliche Glaube bietet eine andere Antwort: Es geht nicht darum, bis zum unvermeidlichen Ende eine möglichst angenehme Zeit zu verbringen, sondern das Leben in seiner ganzen Vielfalt, in seiner Fülle anzunehmen.
Im einem der Weisheitsbücher des Ersten Testaments, dem Buch Kohelet, ist das auf schlichte und eindringliche Art formuliert (Kasten rechts).

Weiteres: