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6. Tag

O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege!
Eine Person steht auf einem Felsen am Meer
Datum:
Mi. 20. Mai 2026
Von:
Msgr. Helmut Gammel

1. Beginn

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Gott, ich will still werden und hinhören auf das, was du mir jetzt sagen willst. Öffne mein Herz und meine Sinne auf dich hin und lass mich deiner Weisung folgen. Dein Heiliger Geist führe und leite mich. Er schenke mir den Geist der Erkenntnis, den ich für mein Leben brauche.

2. Schriftwort

O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege! Denn wer hat die Gedanken des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas gegeben, so dass Gott ihm etwas zurückgeben müsste? Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.
(Röm 11, 33-36)

3. Besinnung

Seine Gedanken über das Wirken Gottes schließt Paulus in seinem Römerbrief ab mit dem oben zitierten Hymnus auf die Unergründlichkeit der Wege Gottes. Hier wird aber nicht eine Aussage über das geheimnisvolle Wesen Gottes gemacht, sondern über die wunderbaren Wege, auf denen seine Heilsabsicht zum Ziel kommt.

Es ist die geistvolle Gabe der Erkenntnis, die uns über die Wege Gottes staunen lässt. Durch die Gabe der Erkenntnis erforscht der Mensch die Gesetze der Natur, macht sie durch die Entwicklung der Technik dem Menschen dienstbar. So nimmt der Mensch teil an den großartigen Möglichkeiten der Schöpfung. Dadurch ist sogar Heil oder Unheil in die Hand des Menschen gelegt. Welche Verantwortung! Die Geistesgabe der Erkenntnis will dem Menschen helfen, dieser Aufgabe gerecht zu werden.

Die Atomkraft z. B. kann in vielem hilfreich zum Wohle der Menschen eingesetzt werden, sie kann aber auch die Menschheit vernichten. Die Gabe der Erkenntnis und des Wissens, durch die der Heilige Geist innerlich uns erleuchtet, will uns helfen, die Fallstricke der Eigenliebe, der Leidenschaften und der Welt zu erkennen und die geeigneten Mittel zu wählen, sie zu überwinden.

Deshalb bitte ich um den Mut, mein eigenes persönliches Leben und auch meinen Glauben anzuschauen.

4. Stille

5. Gebet / Abschluss

Gebet zum  Heiligen Geist     

O Heiliger Geist,
Du Liebe des Vaters und des Sohnes,
Gib mir immer ein, was ich denken soll.
Gib mir immer ein, was ich sagen soll,
und wie ich es sagen soll.
Gib mir ein, was ich verschweigen soll;
und wie ich mich dabei verhalten soll.
Gib mir ein, was ich zur Ehre Gottes
zum Wohl der Seelen und zu meiner
eigenen Heiligung tun soll.

Heiliger Geist,
Gib mir Verstand, um zu verstehen
und zu erkennen;
Gib mir das Fassungsvermögen,
um alles zu behalten.

Lehre mich die Methoden und gib mir die 
Fähigkeit, um immer wieder zu lernen.
Gib mir Scharfsinn, um richtig zu deuten
und zu unterscheiden;
Gib mir die Gnade, um wirkungsvoll
zu sprechen.

Heiliger Geist
gib mir Zuversicht und
Treffsicherheit am Beginn;
leite und führe mich bei der Ausführung,
und schenke mir Vollkommenheit
beim Beenden.

AMEN

(Dieses Gebet betete Johannes Paul II. täglich)