9. Tag

1. Beginn
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott, ich will still werden und hinhören auf das, was du mir jetzt sagen willst. Öffne mein Herz und meine Sinne auf dich hin und lass mich deiner Weisung folgen. Dein Heiliger Geist führe und leite mich. Er schenke mir Dankbarkeit, die ich für mein Leben brauche.
2. Schriftwort
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
(Joh 20, 21-22)
3. Besinnung
Das Pfingstfest erinnert uns daran, dass Gott die vielfältigen Gaben des Geistes den Gläubigen geschenkt hat. Eine eigenartige Stimmung vermittelt der biblische Bericht. Aus Furcht vor der Außenwelt hatten die Jünger sich eingeschlossen. Da kam Jesus in diese geschlossene Gesellschaft, trat in ihre Mitte und sprach den Gruß des Friedens: „Friede sei mit euch!“ Friede, das ist hier mehr als kein Streit, kein Krieg. Friede ist die Fülle des Heils, die Fülle des Segens für alle.
Die Jünger hören den Auftrag des Auferstandenen: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“ (V 21). Wir also haben die Sendung Jesu weiterzuführen. Das ist die Aufgabe aller Getauften. „Die Kirche ist nicht Rückzugsort für ängstliche Gemüter, wir sind in die Welt gesandt. Wir dürfen unsere besten Kräfte und Hoffnungsenergien nicht für uns selbst verbrauchen. Die Welt ist im Aufbruch, und wir sind zu oft so mit uns selbst beschäftigt, daß wir die Zeichen der Zeit nicht wahrnehmen, die Türen, die sich auftun,“ sagt Franz Kamphaus.
„Dann hauchte er sie an und sprach: Empfanget den Heiligen Geist!“ (22) Ein eigenartiges Geschehen, fast schon intim. Dadurch befähigt sie Jesus zu ihrer neuen Aufgabe. Der Atem Gottes muß durch die Welt gehen. Das muss nun unsere Aufgabe werden. Der Geist sucht die Gemeinschaft und ermutigt euch dazu. So wirkt er immer gegen jede Vereinzelung. Nur in diesem Geist bleibt Kirche lebendig.
„Dies wird uns helfen, mit Zuversicht und neuem Geist die Spannungen zu bewältigen, die das Leben der Kirche durchziehen – zwischen Einheit und Verschiedenheit, Tradition und Erneuerung, Autorität und Teilhabe – indem wir zulassen, daß der Hl. Geist sie verwandelt, damit sie nicht zu ideologischen Gegensätzen und schädlichen Polarisierungen werden", sagt Papst Leo XIV. (bei dem Hl.-Jahr-Treffen der Synodalen der Weltsynode am 26.10.25).
4. Stille
5. Gebet / Abschluss
Wie ein leichter Wind
Auferstandener Christus,
du hauchst über uns alle
wie einen leichten Wind
deinen Heiligen Geist,
und du sagst zu uns:
„Friede euch allen“.
Deinen Frieden annehmen,
sich von ihm durchdringen lassen
bis in die Steinwüsten unseres Herzens,
heißt sich darauf vorzubereiten,
zu Trägern deiner Versöhnung zu werden,
dort, wo du uns hingestellt hast.
Doch du weißt,
wie hilflos wir manchmal sind.
Gib, daß wir in Stille
auf den Hauch deines Geistes warten
und so unter den Menschen
einen Hoffnungsstrahl
durchscheinen lassen.
(Nach einem Gebet von Frére Roger Schutz von Taizé)