Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Zur Reichweitenmessung der Seiten nutzen wir eine anonymisierte Statistik, die keine personenbezogenen Rückschlüsse auf Sie zulässt. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Datenschutzerklärung

Die sieben Werke der geistigen Barmherzigkeit

Lästige (geduldig) ertragen

 Wenn wir hören „Lästige ertragen“, dann fallen uns schnell konkrete Personen oder Situationen ein, von denen wir uns irgendwie herausgefordert fühlen. Erlebnisse mit Menschen, denen wir am liebsten aus dem Weg gehen möchten. Aber so leicht ist das nicht, zumal diese Menschen oft sehr hartnäckig und bestimmend sein können, und immer wieder tauchen sie auf. Irgendwann muss doch mal Schluss sein!, so ist unser Wunsch, aber es geschieht nicht.

Das geistige Werk der Barmherzigkeit, Lästige zu ertragen, fordert uns heraus. Ich schaue auf Jesus. Mir fallen die Begegnungen Jesu mit der heidnischen Frau und das Gleichnis vom bittenden Freund ein: Im Gebiet von Tyrus und Sidon kommt eine kanaanäische Frau auf Jesus zu mit der Bitte um die Heilung ihrer Tochter, die offensichtlich von einem Dämon besessen ist. Jesus kümmert sich nicht gleich um sie. Aber die Frau bleibt hartnäckig und schreit hinter Jesus her, so dass die Jünger selbst Jesus bitten, ihr den Wunsch zu erfüllen (vgl. Mt 15,21-28).

Oder Jesus erzählt das Gleichnis von dem bittenden Freund (vgl. Lk 11,5-8). Das kann sehr lästig sein, wenn einer um Mitternacht oder zu einer anderen für mich ungünstigen Zeit an meine Türe klopft, auch wenn er mein Freund ist. Oft genug stellen solche Menschen uns auf eine Geduldsprobe. Dann angemessen zu reagieren und freundlich zu sein, ist gar nicht so leicht. Wir fühlen uns gefordert, sagen wir es deutlich, manchmal sogar herausgefordert.


Das ist im Kleinen so, aber auch im größeren gesellschaftlichen Zusammenhang.

Denken wir z. B. an die vielen Flüchtlinge, die derzeit nach Europa drängen. Viele unserer Zeitgenossen fühlen sich davon nicht nur belästigt, sondern sogar bedroht. Sie fühlen sich massiv gestört in ihrem alltäglichen Leben und in ihrer wirtschaftlichen Lage. Ja, das ist eine Last, die uns derzeit vor allem in Europa zugemutet wird. Aber der notleidende Mensch darf uns nicht egal sein, und unser christlicher Glaube fordert uns auf, an dieser Not nicht vorbeizugehen – um des Menschen willen; auch wenn es uns nicht passt.

    Werke der Barmherzigkeit haben immer den konkreten Menschen und die konkrete Situation jetzt im Blick. Daraus erwächst der Impuls zum konkreten Handeln. Der Glaube an die Barmherzigkeit Gottes bewahrheitet sich in der jeweiligen konkreten Situation. Nie können wir uns auf diese Werke etwas einbilden, weder als Kirche insgesamt noch als Einzelne. Immer sind sie Ausfluss der einen Barmherzigkeit, die von Gott her in die Welt strömt.

    Msgr Helmut Gammel

     

      Msgr Helmut Gammel hat Kommentare zu den sieben geistigen Werken zusammengestellt - wir geben sie hier im Wochen-Takt zu Bedenken. Bilder dazu verdanken wir einer Gruppe der jungen GCL; sie hat sich bei einer LeiterInnen-Schulung mit den Werken der Barmherzigkeit auseinandergesetzt und dazu eine eigene Bild-Sprache entwickelt...

      Weiteres: