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Die sieben Werke der geistigen Barmherzigkeit

Sünderinnen / Sünder zurechtweisen

Die schwierige Aufgabe der Zurechtweisung des Sünders braucht eine entscheidende Voraussetzung: Ich muss wissen, was Sünde ist und muss das auch klar benennen. Eine Barmherzigkeit, die versuchen würde, hier von Inhalten abzusehen, wäre wirkungs- und bedeutungslos.

Sünde ist nicht nur ein Verstoß gegen Gesetze und Gebote, sondern auch eine Verweigerung von Gottes Anspruch. Sünde ist letztlich ein Nein zu Gott. Sünde spaltet den Menschen in seinem persönlichen Bereich; sie spaltet aber auch die Menschheit und schafft so eine zerrissene Welt, innen im Menschen und außerhalb. Wir erfahren sogar, wie das Böse immer wieder neu Böses hervorbringt.

Im Markusevangelium heißt es: „Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft“ (Mk 7,21 f). Entscheidend ist also die falsche innere Einstellung, die sich dann auch in äußeren schlechten Handlungen ausdrückt. Die Sünde richtet sich gegen die eigene Person, gegen die Mitmenschen und gegen Gott. In der Sünde wird statt des einen wahren Gottes eine endliche Wirklichkeit in den Mittelpunkt gestellt: Macht, Reichtum, Sexualität, Lebensgenuss und vieles mehr.

Jeder Mensch ist für sein Tun selbst verantwortlich. Wenn ich aber sehe, dass jemand sich in seine bösen Taten verrennt, habe ich letztlich die Pflicht, ihn zurechtzuweisen, und zu versuchen, ihn von seinen bösen Taten abzubringen. Das ist eine zugegebenermaßen schwierige Aufgabe. Ich will und darf mich auch nicht als Richter über einen andern erheben. Dennoch habe ich auch eine Verantwortung für den Mitmenschen. Darauf weist Jesus im Matthäus-Evangelium hin: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurück gewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner (Mt 18, 15-17).


„Viele Menschen unserer Zeit haben Schwierigkeiten mit der Rede von Sünde und Schuld. Wohl sind sie sich ihrer Fehler und ihres Versagens bewusst, wenn sie gegen ein Gesetz bzw. eine Vorschrift verstoßen oder andere Menschen verletzen. Auch empfinden sie, dass sie unkorrekt gehandelt haben, wenn sie Regeln oder Normen übertreten. Was aber oft fehlt, ist das Bewusstsein, dass das etwas mit Gott zu tun hat.

Ihre Einsicht in Fehler und Versagen dringt nicht in den religiösen Bereich vor, weil ihr Glaube an Gott als den Herrn schwach geworden oder gar nicht vorhanden ist. Zumindest werden Gott und die eigene Lebenserfahrung oftmals nicht mehr in Beziehung zueinander gesetzt. Infolgedessen fehlt auch weithin das Verständnis dafür, dass eine böse Tat nicht nur gegen eine Regel oder eine Vorschrift verstößt, sondern gegen Gott und seine Heiligkeit.“

Kath. Erwachsenenkatechismus II. Leben aus dem Glauben. S. 76


    Die geschwisterliche Zurechtweisung ist eine große Kunst, und selten gelingt sie uns.

    Oft finden wir uns in einer typisch “pharisäischen“ Haltung. Die geschwisterliche Zurechtweisung setzt eine große Lauterkeit voraus (denken wir an Jesu Gleichnis von Splitter und Balken!).

    Der Hinweis auf Gottes Barmherzigkeit dem Sünder gegenüber will die Sünde weder verniedlichen noch kleinreden oder gar verharmlosen; dem Sünder selbst aber kommt sie erlösend entgegen.

    Msgr Helmut Gammel

     

      Msgr Helmut Gammel hat Kommentare zu den sieben geistigen Werken zusammengestellt - wir geben sie hier im Wochen-Takt zu Bedenken. Bilder dazu verdanken wir einer Gruppe der jungen GCL; sie hat sich bei einer LeiterInnen-Schulung mit den Werken der Barmherzigkeit auseinandergesetzt und dazu eine eigene Bild-Sprache entwickelt...

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