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Eine andere Welt ist möglich:

Das System aushungern - dem Leben Nahrung geben!

Beschluss der Vollversammlung des Katholikenrates im Bistum Trier am 03. März 2007 in Vallendar
- als Antrag eingebracht vom Sachauschuss "Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung"

Die Vollversammlung des Katholikenrates im Bistum Trier hat bei ihrer Stizung am 28. Oktober 2006 den Sachausschuss "Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung" beauftragt, den einstimmig verabschiedeten Beschluss "Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen" um eine Liste von konkreten Handlungsmöglichkeiten zu ergänzen.

Im folgenden finden Sie Beispiele praktischer Möglichkeiten des Engagements für eine gerechtere Welt vor dem Hintergrund der neoliberalen Globalisierung.
Der Katholikenrat empfiehlt diese Vorschläge zur Auseinandersetzung in Dekanats- und Pfarrgremien.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Im Referat von Prof. Duchrow beim Studientag des Katholikenrats "Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht" am 03.02.07 haben wir gehört:

Eine andere Welt ist möglich: Das System aushungern – dem Leben Nahrung geben!

  • Wir verweigern den Kauf und den Konsum von Billigwaren, die unter unwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen in den Ländern des Südens, hergestellt werden. Das setzt voraus, sich über Herkunft und Produktionsbedingungen der Produkte, die man kaufen möchte, zu informieren. Zum Beispiel  bietet die "Kampagne für saubere Kleidung" viele Informationen und konkrete Handlungsoptionen.
  • Wir boykottieren Konzerne, die wie Coca Cola jüngst in Kolumbien Gewerkschafter umbringen lassen, um die Organisation der Arbeitenden zu unterbinden. Das setzt voraus, sich zu informieren.
  • Wir kaufen und beziehen möglichst Produkte und Waren, die lokal oder regional hergestellt werden. Das reicht von Nahrungsmitteln bis Energie. Produkte, die regional nicht hergestellt werden, z.B. Kaffee, beziehen wir aus "Fairem Handel".
  • Wann und wo immer es geht: Kauf beim Bauern um die Ecke (Bauernmärkte), beim Direktvermarkter, beim Metzger, der Fleisch von heimischen Bauern bezieht; Kauf von frischen, in der Region hergestellten Produkten wie Obst, Gemüse, Salate, Eier, Käse; (mindestens aber) Kauf von Bio-Produkten im Supermarkt.
  • Kauf von Produkten aus dem Fairen Handel (Kaffee, Kakao etc.).
  • Wir fördern im Sinne einer nachhaltigen Energieversorgung den Umstieg auf regenerative Energien wie Sonne, Wasser, Wind, Biomasse durch Bezug von Strom über alternative Energieanbieter (Naturstrom, Lichtblick, Schönau etc.) statt Bezug von herkömmlichem Strom bei den großen Energieunternehmen.
  • Der Schwarzwaldort Schönau ist hier das eindrückliche Beispiel, wie ein ganzer Ort umsteigt auf die neue Art der Energieversorgung.
  • Wichtig auch: Politischer Widerstand gegen die unmittelbar lebensfeindliche Energieform Atomkraft.   
  • Unsere Bankgeschäfte: Wer Nein sagt zum bestehenden System und seine Ersparnisse weiterhin über die großen Geschäftsbanken auf Kosten der Arbeit anderer vermehren lässt, ist nicht glaubwürdig. Herkömmliche Banken sind Hauptakteure des neoliberalen Kapitalismus. Es gilt, sein Geld bei alternativen Banken anzulegen, die sozial und ökologisch orientiert arbeiten. In Deutschland z.B. die GLS-Gemeinschaftsbank. Bisher auch Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken, die allerdings im Visier der EU-Wettbewerbsideologen sind.
  • Wir leisten politischen Widerstand gegen alle weiteren Versuche, öffentliche Güter und Dienst der Grundversorgung (Wasser, Transport, Energie, Bildung, Gesundheit etc. ) zu privatisieren und sie damit dem System der Kapitalakkumulation auszuliefern. Sowohl Beispiele aus dem Süden (z. B. erfolgreicher Widerstand des Volkes gegen die Privatisierung der Wasserversorgung im bolivianischen Cochabamba) als auch aus dem Norden (z.B. Thameswater/RWE in England) zeigen, dass die Privatisierung nicht zu mehr Wettbewerb führt, der den Kunden zugute kommt, sondern zu ungesunder Oligopolbildung (wenige Energieversorger teilen sich den Markt auf).
  • Wir leisten politischen Widerstand gegen weiteren Sozialabbau auf allen Ebenen.
  • Wir setzen uns ein für würdige Arbeit für alle, für eine gerechte Verteilung der Arbeit, auch zwischen den Geschlechtern; für den Erhalt solidarischer umlagefinanzierter Altersvorsorge statt Privatisierung der Rente; für mehr Steuergerechtigkeit; für die internationale Besteuerung spekulativen Kapitals.
  • Wir setzen uns für eine Demokratisierung zentraler internationaler Finanzinstitutionen, wie IWF und Weltbank und den Umbau des internationalen Finanzsystems ein.
  • Bisher: IWF und Weltbank nutzen die Steuergelder der Lohnabhängigen über die Beiträge der Nationalregierungen, um die Risiken der Banken auszugleichen. Motto: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.
  • Wir setzen uns gegen jede weitere Militarisierung der reichen Nationen Mächte, auch der EU, zur Wehr. Das heißt auch: Ablehnung der EU-Verfassung in der jetzigen Form, die der weiteren Militarisierung der Politik Vorschub leistet und einseitig militärische Sicherung ökonomischer Ressourcen in den Mittelpunkt der Politik rückt.Diese Liste muss unvollständig bleiben, weil immer wieder neue Problemfelder auftauchen, die einer Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht für alle Menschen und die ganze Schöpfung entgegenstehen.


Der Sachausschuß wird sich bemühen, die Liste fortzuschreiben.


Beschluss: einstimmig

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