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Qualitätsmanagement

Die katholischen Kindertageseinrichtungen haben den Auftrag das Bistumsrahmenleitbild (RLB) und das Trägerleitbild mit dem Instrument eines wertorientierten Qualitätsmanagements (QM) umzusetzen.

Diese Aussage hat eine programmatische Bedeutung: es geht in erster Linie immer um die Umsetzung der Inhalte des Rahmenleitbildes im Kontext der jeweiligen Kindertageseinrichtung. Ein Qualitätsmanagementsystem stellt Instrumente bereit, mit denen die Ziele geplant, beschrieben und deren Erreichung überprüft werden können. Die bisherigen Umsetzungsprozesse zeigen, dass das Instrumentarium “QM” in den Mittelpunkt gestellt wird und damit die formale Seite des Prozesses die Inhalte überlagert.

Dabei kann es hilfreich sein, sich den Zusammenhang zwischen den Aussagen des Rahmenleitbildes, der daraus abgeleiteten Auditkriterien und den Instrumenten des QM zu verdeutlichen.

Das RLB macht in den jeweiligen Kapiteln indikativische Aussagen in sehr verdichteter und auch verallgemeinernder Form. Diese beschreiben keinen Ist-Zustand, sondern eröffnen einen orientierenden Zielhorizont. Damit überprüft werden kann, ob die Ziele und die sich daran ausrichtende praktische Umsetzung im Blick sind, bzw. eine schrittweise Annäherung des Handelns stattfinden, werden aus den Leitbildaussagen die konkreteren Formulierungen der Auditkriterien abgeleitet. Diese Konkretionen erleichtern, den Zusammenhang der zu prüfenden und zu reflektierenden Praxis mit den Zielsetzungen zu überprüfen, zu bearbeiten und gegebenenfalls zu verändern.

Da die Wirklichkeit des Kita-Alltags, die von Beziehungen, Begegnungen, unterschiedlichen Personen mit ihren jeweiligen Erfahrungen und Überzeugungen, die in die Erfüllung des Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag einfließen, sehr komplex ist, bedarf es hilfreicher Instrumente zur Wahrnehmung, Bewertung des Wahrgenommenen um auf dieser Grundlage ein begründbares, zielgerichtetes und überprüfbares professionelles Handeln zu entwickeln. Solche Strukturierungshilfen sind beispielsweise “Sehen-Urteilen-Handeln” sowie der PDCA-Zyklus. Alle QM-Instrumente dienen grundsätzlich der  reflektierten Wahrnehmung und Strukturierung des komplexen Alltagshandelns. 

Es ist für die pädagogische und theologische Begleitung ist es deshalb wichtig, auf die Dienstfunktion der Instrumente hinzuweisen, die helfen sollen, die jeweilige Praxis und deren Reflektion und Weiterentwicklung in den Mittelpunkt zu stellen.

Um die Praxisreflektion der pädagogischen Fachkräfte zu begleiten, ist es erforderlich sich sowohl mit den theologischen und pädagogischen Kernaussagen und Leitgedanken des RLB als auch mit den zentralen Aspekten des wertorientierten QM auseinanderzusetzen.

 

Ausgangspunkt für Qualitätsmanagement und Qualitätsentwicklung ist dabei die jeweilige Praxis der Kindertageseinrichtung

Es geht um die Weiterentwicklung mit Hilfe der Werkzeuge des QM (siehe Beispiele im Glossar) in Richtung der festgelegten Ziele. Die wichtigsten Tätigkeiten (Schlüsselprozesse) werden identifiziert und analysiert. Auf dieser Grundlage entscheidet sich das Team für die bestmögliche Praxis.

Die in diesem Prozess festgelegten Qualitätsstandards und in einer langfristigen Umsetzung gesichert. Dazu dient unter anderem der PDCA-Zyklus. Diese Vorgehensweise bietet die Möglichkeit, starke Bereiche der Praxis zu bestätigen und zu stärken, blinde Flecken zu entdecken, und schwächere Seiten der Praxis zu verbessern. QM ist demnach ein Prozess, in dessen Verlauf das Leitbild und die abgeleiteten (Qualitäts-) Ziele festgelegt werden. Ziele sind die Basis des QM und ermöglichen die Entwicklung von Qualität.

 

Begriffsklärungen

  • „Das Qualitätsmanagement sichert die systematische Umsetzung sowie die Weiterentwicklung von Leitbild und Konzeption. Dies geschieht durch kontinuierliche Reflexion,  Formen der Evaluation und Nutzung unterschiedlicher Instrumente des Qualitätsmanagements. (...) Es werden geeignete Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung ergriffen.“(Qualitätsempfehlungen Rheinland-Pfalz 2018, Seiten.169-170). 

    => für die pastorale Begleitung bedeutet das:

    •  Auseinandersetzung mit dem Leitbild des Trägers und der Konzeption der jeweiligen Einrichtung

    • auf Anfrage des Trägers/der Leitung: Mitarbeit bei der Entwicklung von Leitsätzen bzw. der Konzeption mit Schwerpunkt auf theologischen/religionspädagogischen Themen (Bezug: “roter Faden” des Bistumsrahmenleitbilds (Präambel); Qualitätsbereiche 5 und 6 des RLB

    • Begleitung von Reflektionsprozessen, Unterstützung der Leitung/der pädagogischen Fachkräfte bei der Interpretation der Verbindung von Leben und Glauben

    • Abstimmung / Kooperation mit der Fachberatung zur Verdeutlichung der Verbindung von pädagogischen und religionspädagogischen Aspekten in der Praxis der Kita

    Qualitätsmanagement bezeichnet insofern „einen fortlaufenden, systematischen und an den aktuellen Herausforderungen gespiegelten Prozess von Qualitätsentwicklung und-sicherung. Dieser kontinuierliche Prozess basiert auf der Definition von Qualitätskriterien, die in ihrer Umsetzung im pädagogischen Alltag einer systematischen, beständigen Bewertung unterzogen werden (Evaluation). Zugleich muss sich der Prozess gemäß UN-KR und den §§1 und 22 SGB VIII in erster Linie am Kind orientieren. Ihm liegen diskursive, dialogische Verfahren und Instrumente zugrunde.“ (Deutscher Verein 2013, Seite 6. Empfehlungen des Deutschen Vereins zu Fragen der Qualität in Kindertageseinrichtungen DV33/12AFII).

    => für die pastorale Begleitung bedeutet das

    • Vertrautmachen mit dem PDCA-Zyklus (siehe auch die Erläuterung im Glossar)

  • Qualitätsmanagement (QM) bezieht sich demzufolge auf die Art und Weise, wie die Qualität in der Organisation systematisch gesichert und weiterentwickelt wird. 

    Qualitätsentwicklung (QE) bezieht sich auf die Weiterentwicklung der Qualität in konkreten Arbeitsprozessen und ist damit zugleich Ziel und  Konkretisierung des Qualitätsmanagements.

    => für die pastorale Begleitung bedeutet das:

    • Vertrautmachen mit dem QM-System und -Verfahren, das für die katholischen Kitas im Bistum Trier gilt (siehe Verfahren)
      Das im Bistum Trier gewählte QM-Verfahren orientiert sich an TriQM-elementar. Dieser Ansatz beinhaltet wesentliche Kriterien der DIN EN  ISO 9001:2015 und den Qualitätsentwicklungsvorgaben der Länder Rheinland-Pfalz und Saarland. Damit ist auch der Bezug zu dem Zusammenspiel von gesetzlichem und kirchlichem Auftrag der Kindertageseinrichtungen gewährleistet.
    • Begleitung von Wahrnehmungs- und Reflektionsprozessen (z.B. durch die Beteiligung an der Durchführung von QM-Instrumenten wie Qualitätskonferenzen)
  • Zukunftsgestaltung braucht Vergewisserung und Orientierung an Werten, damit Menschen, die zusammenarbeiten, gemeinsame Wertvorstellungen als eindeutige, dauerhafte, überzeugend und, verlässliche Grundlage vereinbaren können.

    Die Überprüfung verbindlicher Werteinstellungen (Vergewisserung der grundlegenden Werte als Basis eröffnet neue Perspektiven zeitgemäßen Handelns.

    Die Situation: Der schnelle und permanente Wandel erzeugt häufig Druck, der zu zwei unterschiedlichen Reaktionsweisen führen kann:

    • Bewahren, wie es immer war oder
    • Aktionismus, damit sich rasch etwas ändert

    Beide Reaktionsweisen verhindern, über wertorientierte Ziele zu reflektieren.

    Deshalb setzt sich die Entwicklung eines (konkreten) Wertesystems mit folgenden Fragen auseinander: 

    • Was bringen wir mit? (Herkunft, Tradition, Ursprung, Wurzeln)
    • Welche gesellschaftlichen und persönlichen Einflüsse wirken?
    • Was suchen wir eigentlich? Was streben wir an? Worauf wollen wir hinarbeiten?
    • Verständigung auf eine Zielrichtung: Wohin wir wollen, woran wir glauben, was wir hoffen (Vision, Leitbild)

    => Leitbildentwicklung Auf der Grundlage der Wurzeln und der Vision(en) der Mitarbeiter/innen

    Z.B. Wie soll unser pädagogisches und pastorales Arbeiten in fünf Jahren aussehen? (Angebote, dieser Entwicklung dienen, sich an den Vorstellung und Bedarfen von den Nutzer/innen orientieren; Vergewisserung des gesellschaftlichen Beitrags; daran wird unser Image, das, wofür wir stehen erkennbar.

    Entwicklung des „roten Fadens“ eines Systems (z.B. in einer Kita) geschieht im Austausch von persönlichen und gemeinsamen Werthaltungen aller Beteiligten. Diese Werthaltungen und Leitbilder prägen die Kultur des Miteinanders. QM setzt die Entsprechung von Werthaltungen und konkreten Handlungen des Alltags in Beziehung und ermöglicht eine Überprüfung.

Weiteres: