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Kita-Kinder beim jährlichen Bistums-Fest in Trier

Heilig Rock Tage für Kindergartenkinder

Öffnung des Schreins der Tunika (2012)

Der heilige Rock wird verehrt und untersucht (vor der Wallfahrt 2012)

Bischof Stephan Ackermann betrachtet und untersucht die Reliquie, deren Schrein ausnahmsweise geöffnet ist.
  • „Gott geht mit, worauf du dich verlassen kannst!“

     

    Theologische Hinführung zum Thema

    In jedem Menschen gibt es das Bedürfnis, zu wachsen und sich entfalten zu können. Das können Erwachsene bei Kindern Tag für Tag beobachten.

    Amelie ist seit einigen Wochen in der Krippengruppe und gerade dabei, sich die Welt auf zwei Beinen zu erobern. Sie lernt laufen. Immer wieder beobachtet sie ältere Kinder, die sich schon recht sicher durch den Raum bewegen. Offenbar spornt es sie an zu sehen, wie flink und scheinbar mühelos andere sich durch den Raum bewegen und dahin gelangen, wo sie mit anderen spielen, ein Bilderbuch aus dem Regal nehmen oder ein Spielzeug ergattern, das sie gerade interessant finden. Amelie zieht sich immer häufiger an einem Tisch oder Stuhl hoch, hält sich fest und geht einige Schritte. Manchmal fasst sie auch nach der Hand von Miriam, einer Erzieherin in ihrer Gruppe. Mit Unterstützung geht das Laufen schon ganz gut, aber ganz allein, sozusagen freihändig, hat sie es bisher noch nicht geschafft.

    Miriam ermutigt sie ganz behutsam, ihre Hand loszulassen, um es alleine zu versuchen. Dabei ist es wichtig, dass Amelie spürt, sich trauen hat etwas damit zu tun, dass jemand in der Nähe ist, dass sie den Halt spürt, den Miriams Hand ihr gibt, dass jemand da ist, der ein paar Schritte mitgeht.

    Dann, nach einiger Zeit und einigen erfolglosen Versuchen, ist es endlich soweit und Miriam freut sich, dass sie die ersten ganz selbstständigen Schritte von Amelie beobachten kann.  Amelie geht auf die Spielekiste zu, dreht sich nach einigen Schritten um und vergewissert sich, dass Miriam noch in der Nähe ist und strahlt über das ganze Gesicht.

    Dieses Strahlen sagt: „Hast du das gesehen, ich kann es alleine!“ In ihrem Blick zurück und ihrem Strahlen liegt in „Kurzfassung“ das, was Kinder brauchen, um sich die Welt zu erobern: die Erfahrung von Zutrauen zu sich selbst und die Sicherheit, gut aufgehoben zu sein – und nicht zuletzt in solch wichtigen Momenten die Begeisterung mit jemand teilen zu können, der sieht, was sie schon können.

    Glauben lernen und leben lernen sind miteinander verbunden – so lautet eine grundlegende Aussage für die Begleitung von Kindern in religiösen Lernprozessen. Laufen lernen ist ein wichtiger Entwicklungsschritt im Leben eines Kleinkindes. Die motorische Entwicklung und das damit verbundene Erfolgserlebnis ist aber mehr, als die Fortbewegungsmöglichkeiten zu erweitern. Amelies Erfahrungen beim Laufen lernen mit Hilfe verlässlicher Begleitung und gesehen werden, sind grundlegend für die Entwicklung der Gottesbeziehung und für das religiöse Lernen.

    Glauben lernen, das heißt vertrauen lernen auf einen Gott, der im Leben der Menschen mitgeht, der da ist. Es geschieht im Alltag, auch da, wo von Gott oder Religion gar nicht ausdrücklich die Rede ist. Das gilt besonders für jüngere Kinder, die einprägsam und nachhaltig lernen, sich „die Welt zu erobern“, wenn sie spüren, Menschen sind vertrauenswürdig und das Leben ist grundsätzlich verlässlich. In dieser Erfahrung liegt eine wichtige Grundlage, das Vertrauen zu entwickeln, dass auch Gott sie in ihrem Leben zuverlässig und treu begleitet. Das ist auch eine wesentliche Erfahrung, Widerstandsfähigkeit zu entwickeln, wenn es nicht gut geht und Scheitern herausfordert.

     

    Auf dieser Basis kann später einmal ein Segensgebet, wie das folgende, zu einer ausdrücklich religiösen Zusage werden, die bedeutsam ist, weil ich den Worten aus Erfahrung trauen kann.

     

    „Der Herr sei vor dir, um dir den Weg zu zeigen,

    der Herr sei neben dir, um dich liebevoll in den Arm zu nehmen,

    der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst,

    der Herr sei über dir, um dich zu schützen vor dem, was auf dich einstürzt,

    der Herr sei hinter dir, um dir den Rücken zu stärken.“

     

    Auch Erwachsene legen für sich selbst den Wunsch, zu wachsen und sich zu entfalten nie ganz ab. Wachsen bedeutet die Freude am Entdecken und zugleich das Wagnis, Unbekanntem zu begegnen. Den Aussagen des Glaubens trauen können, gerade auch da, wo es im Leben nicht gut geht, bleibt auch für sie eine Herausforderung. Sich darauf zu verlassen, dass Gott verlässlich mitgeht, braucht immer wieder Erfahrungen, die uns darin bestärken.

  • Der Heilige Rock im Dom zu Trier

    Die Heilig-Rock-Kapelle

    Wer den Dom durch das Mittelschiff betritt, sieht bereits von weitem durch einen Durchbruch in die Heilig-Rock-Kapelle hin. Unter einem dreidimensionalen Davidstern hängt ein vergoldetes Kreuz, das als Lebensbaum gestaltet ist, vor einem Sternenhimmel (blauer Hintergrund mit reflektierenden Bergkristallen), der die Sternenkonstellation vom 1. Mai 1974 zeigt, dem Tag, an dem der Dom nach langer Renovierungszeit wieder eröffnet wurde. In der Heilig-Rock-Kapelle entfaltet sich eine ganze Theologie von Tod und Leben, Leid und neuer Lebenskraft. Die Stuckdecke zeigt ein Bild, das Gottvater mit einem Zepter darstellt und acht Engelsfiguren, die die Leidenswerkzeuge Christi halten. Am Altar sind links und rechts vom Sternenhimmel zwei Engel zu sehen, der linke von ihnen hält Würfel in der Hand, die daran erinnern, dass um das Gewand Christi gelost wurde, weil es ohne Naht war.

    Der Heilig-Rock-Schrein unter dem Glaszelt

    Die Heilig-Rock-Reliquie liegt in einem kostbaren Holzschrein, der mit Messingbeschlägen verziert ist. In der Mitte des Deckels befindet sich ein Christusbild. An jeder Seite des Schreins sind jeweils zwei große Metallringe am Deckel und am Schrein angebracht, durch die Schleifen gelegt und verknotet sind; auf den Schleifen befinden sich die Siegel des Bischofs und des Domkapitels. Sie werden nach jeder Inspektion des Heiligen Rockes erneuert. Der Holzschrein selbst befindet sich unter einer klimatisierten Glaspyramide, in deren Scheiben Ölbaumzweige eingeschliffen sind. Sie erinnern an die Todesangst Christi am Ölberg. Sie sind aber auch Friedenszeichen. In den Glasplatten sind Insekten, darunter ein Schmetterling, als Symbol für die Auferstehung eingeschliffen.

    Die künstlerische Gestaltung des Glaszeltes

    Auf der Spitze des Glaszeltes und an den Ecken sind Edelsteine und Steine in Zinnornamente eingefasst, unter anderem ein großer Amethyst, mehrere große Bergkristalle, eine Wüstenrose sowie eine Schieferplatte mit Abdrücken von Farnen aus den Saarbergwerken. In den Ornamenten der Einfassungen sind plastische Darstellungen von Rose, Birne, Seepferdchen, Schlange, Schnecke, Skarabäus, Taube und Krebs zu finden. An der Einfassung des Bergkristalls auf der Spitze der Glaspyramide befindet sich sogar eine menschliche Hand. So spiegelt sich in der künstlerischen Gestaltung der Heilig-Rock-Kapelle die gesamte Schöpfung, ja der ganze Kosmos wider. Was der Sonnengesang des heiligen Franziskus oder das Schöpfungslob des Psalms 104 besingen, wird hier sichtbar. Die Symbolik von Schöpfung und Erlösung, in die jeder Mensch hinein genommen ist, lässt sich mit Kindern kreativ aufgreifen.

    St. Helena und der Heilige Rock

    Der Legende nach hat die heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, den Heiligen Rock nach Trier gebracht. An den Pilger¬treppen, die zur Heilig-Rock-Kapelle führen, finden sich zwei Statuen, die Kaiser Konstantin und Helena darstellen: rechts Helena mit dem Kreuz Christi und den Nägeln, die sie der Legende nach ebenfalls aus dem Heiligen Land mitgebracht hat, links ihr Sohn, Kaiser Konstantin.

    Die Bedeutung des Heiligen Rocks

    Der Heilige Rock ist ein Symbol für das gesamte Leben und die Menschheit Jesu. In Jesus lässt Gott sich ganz auf uns Menschen und unsere Geschichte ein. Er wurde Mensch in Raum und Zeit. Jesus war ein Mensch, der Kleider trug und zugleich ein „Gott zum Anfassen“. Gottes Liebe wird in Jesus konkret.
    Der Heilige Rock ist auch ein Symbol für die Einheit der Christen: Die Bibel erzählt, dass die Soldaten bei der Kreuzigung Jesu sein Gewand nicht zerteilt haben, weil es aus einem Stück gewebt war. Deshalb gilt der Heilige Rock Christen als Mahnung zur Einheit.

    Die Pilger zum Heiligen Rock beten:

        Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
        erbarme dich über uns und die ganze Welt.
        Gedenke deiner Christenheit,
        und führe zusammen, was getrennt ist.

  • Die Teilnahme an den Heilig-Rock-Tagen

    Wir bereiten uns vor

    1.    Die Fahrt nach Trier kann Anlass sein, die eigene Pfarrkirche genauer kennen zu lernen

    • Gang um die Kirche; einander mitteilen, was entdeckt wird; Malen des Kirchengebäudes; Nachbauen in der Bauecke
    • Besuch der Kirche: Verweilen an dem einen oder anderen Ort,z. B. Altar, Taufstein; Betrachten eines Bildes; Anzünden einer Kerze; Gebet oder Lied
    • Gespräch mit Pfarrer und / oder Küster/in

    2.    Vom Trierer Dom erzählen

    • Anhand von Bildern: Ansichtskarten; Erinnerungszeichen von früheren Heilig-Rock-Wallfahrten; Bildbände; Bilder von Dom und Bischof im Paulinus
    • Anhand von Geschichten: Legende vom Heiligen Rock; Legende vom Domstein
    • Anhand des Buches „Dominikus – der kleine Domdetektiv“ von Jakobine Wierz, Paulinus-Verlag Trier, ISBN 3-7902-0218-5, Preis: 3,90 €
    • Anhand des Buches „Was macht die Maus im Dom?“ von Dr. Hildegard Bogerts, Engelbert Felten und Andrea Reitz, Paulinus-Verlag Trier, ISBN 978-3-7902-1810-7, Preis: 6,90 €

    Beide Bücher sind auch in der Dom-Information erhältlich!

    • Neues Buch: "Der Dom in Trier, Bilder und Texte zu den Heilig-Rock-Tagen" (abwaschbar), von Sandra Altmeyer-Schon, Kita Christkönig, in Saarlouis-Roden, Bestellung an: Bischöfliches Generalvikariat, Steuerungsbüro für katholische Kindertageseinrichtungen, Mustorstr. 2, 54290 Trier, Selbstkostenpreis incl. Versand: 32,- Euro

    3.    Beschäftigung mit dem Motto „Trau Dich! Gott ist bei Dir“

    • Die Gedanken des Einführungstextes (s. Seite 4) geben wertvolle Hinweise, sich mit dem Motto der Heilig-Rock-Tage für Kindertageseinrichtungen „Trau Dich! Gott ist bei Dir“ auseinander zu setzen.
    • Ebenso sind viele Texte der Bibel zur Verdeutlichung des Themas geeignet:
      „Abraham hört Gottes Ruf“ (Gen 12, 1-9) – Im Vertrauen auf Gottes Zusage wagt es Abraham, Vertrautes zu verlassen und neu anzufangen
      „Gottes Auftrag an Mose“ (Ex 3, 1-17; 4, 10 – 17) – Gottes Name ist „Ich-bin-da“, d. h. ich bin da für euch Menschen und begleite euch mit meiner Hilfe
      „David besiegt Goliath“ (1 Sam 17) -  im Vertrauen auf Gottes Hilfe kann David Angst überwinden und Großes leisten
      „Zachäus durchbricht den Teufelskreis“ (Lk 19, 1- 10) – weil Jesus es gut mit ihm meint, traut sich Zachäus, sein Leben zu ändern
      „Stillung des Seesturms“ (Mk 4, 35-41) – Jesus hilft die Angst überwinden
      „Jesus verspricht seinen Beistand“ (Mt 28, 20b und Apg 1, 4-8) – Jesus ist für immer bei uns; sein Heiliger Geist gibt Kraft und Zuversicht
    • Für die Beschäftigung mit den biblischen Texten empfehlen wir folgende Schritte:
      1.    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erschließen sich den Text auf dem Hintergrund ihrer eigenen Lebens- und Glaubenserfahrung.
      2.    Gemeinsam mit den Kindern beschäftigen sie sich in vielfältiger Form mit dem Thema: darüber reden, ein Gebet formulieren, Lieder singen und nachspielen, biblische Erzählungen lesen und ins Leben der Kinder „übersetzen“.
    • Erfahrungen aus dem Alltag, zu Hause und in der Kita sind Anlässe, mit den Kindern darüber nachzudenken und zu sprechen, in welchen Situationen Mut und Vertrauen nötig sind: Wo haben sie schon einmal erfahren, dass sie eine schwierige Aufgabe gut gemeistert haben; wie gelingt es ihnen, Angst zu überwinden und sich etwas zuzutrauen.
      Wer hilft ihnen dabei, wen erleben sie als schützende und liebevolle Begleitung ihres Lebens.
      Menschen, die den Kindern beistehen und ihr Vertrauen ins Leben und die eigenen Fähigkeiten stärken, lassen durchscheinen, wie gut es auch Gott mit ihnen meint.
    • Die Kinder malen ein Bild (DIN A5), das zeigt, wer sie liebevoll in ihrem Leben begleitet, was ihnen einmal gut gelungen ist, wo sie Angst überwunden haben. Dieses Bild bringen die Kinder mit nach Trier. Es wird im Dom auf große Tücher geheftet und im Abschlussgottesdienst gezeigt.
      Damit alle Bilder aller Kinder auf den Tüchern Platz finden, bitten wir Sie, ausschließlich Blätter der Größe DIN A5 zu verwenden.
  • Wir sind in Trier

    1. Besuch des Domes und der Heilig-Rock-Kapelle

    • Ankommen ab 9:00 Uhr im Dom
    • Persönliche Begrüßung der Gruppen durch ein Mitglied des Vorbereitungsteams
    • Der Herkunftsort wird auf einer großen Bistumskarte markiert (bitte nur mit Begleitung eines Mitglieds des Vorbereitungsteams!)
    • Gang durch den Dom und zur Heilig-Rock-Kapelle, selbstständig oder mit katechetischer Führung
    • Auf dem Weg zur Heilig-Rock-Kapelle sind die Gruppen eingeladen, an der Osterkerze ein Gebet zu sprechen oder ein Lied zu singen
    • In der Nähe des Haupteinganges (Westchor) heften die Kinder die mitgebrachten Bilder an ein großes Tuch

    2. Teilnahme am angemeldeten Angebot

    • Die Gruppe sucht den Ort ihres Arbeitskreisangebotes auf (Orientierung am Lageplan und den Hinweisschildern).
    • Teilnahme der Kinder am Angebot. Der/die Angebotsleiter/in entscheidet, ob die erwachsenen Begleitpersonen am Angebot teilnehmen können.
    • Wichtig: die meisten Angebotsorte bieten die Gelegenheit, zur Toilette zu gehen.

    3. Freizeit und Verpflegung

    • Die Gruppen finden in der Innenstadt verschiedene Aufenthaltsmöglichkeiten, den mitgebrachten Proviant zu verzehren (siehe Lageplan: Aufenthaltsmöglichkeiten).
    • Für die Freizeitgestaltung zwischen den einzelnen Veranstaltungen sorgen die Begleitpersonen selbst.

    4. Abschlussgottesdienst

    • Einer der Höhepunkte der „Trier-Fahrt“ ist jedes Jahr der Abschlussgottesdienst im Dom. Er beginnt um 14.00 Uhr und dauert etwa eine halbe Stunde. Zelebrant ist der Bischof oder einer der Weihbischöfe.
    • Die Kinder sind eingeladen, sich um den Altar und die Altarinsel zu scharen.
    • Zur Gestaltung des Pilgerstabes erhält jede Gruppe ein Andenken.
Weiteres: