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Bistum Trier
Samstag, 29. Mai 2021

„100 Jahre Mitten im Leben“ – Caritasverband Saarbrücken wird 100

Statt der geplanten Feier gibt es pandemiebedingt einen digitalen Rückblick

Saarbrücken – Unter dem Motto „100 Jahre Mitten im Leben“ feiert der Caritasverband Saarbrücken in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Die für den 8. Mai geplante Feier und der Festgottesdienst mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann mussten pandemiebedingt abgesagt werden. Stattdessen wurden einzelne Szenen des geplanten Gottesdienstes, darunter Ansprachen, Fürbitten und musikalische Akzente gefilmt. Diese sollen auf der Facebook-Seite und YouTube gezeigt werden, kündigt Caritasdirektor Michael Groß an. Ebenfalls auf Facebook ist im Jubiläumsjahr eine Zeitreise durch die Jahrzehnte von den Anfängen der Caritas bis heute zu sehen: www.facebook.com/CaritasSaarbruecken Eine rund 40 Seiten starke zum Jubiläum erstellte Chronik mit vielen Bildern zeigt die wesentlichen Meilensteine des Verbandes.

Mit dem Jubiläum möchte der Caritasverband Saarbrücken auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Unterstützern Danke sagen. „Der Caritasverband bekommt viel Unterstützung durch Verwaltung und Politik und kann dank wertvoller Kooperationen mit Unternehmen spezielle Projekte anbieten“, sagt Caritasdirektor Michael Groß. Auch viele Privatpersonen leisteten einen unverzichtbaren Beitrag – entweder durch ehrenamtliches Engagement oder durch Spenden. „Ohne diesen gemeinschaftlichen Zusammenhalt aller Mitwirkenden in der Gemeinschaft hätte der Caritasverband Saarbrücken nicht so viele Menschen erreichen können.“

Diesem Dank schloss sich in seinem Grußwort auch Bischof Ackermann an. „Gerade in unserer Zeit steht die Caritas in ganz besonderer Weise für die Glaubwürdigkeit der Kirche und die Authentizität, dass sich Christinnen und Christen im Sinne des Evangeliums einsetzen“, sagte er. Dafür sei er als Bischof zutiefst dankbar. Ackermann lobte die „hohe Achtsamkeit“ der Caritasverbände für die aktuelle Entwicklungen. Diese sähen schnell neue Problemlagen und Bedarfe, in denen Menschen durch den Sozialstaat noch nicht abgesichert seien. Das Zusammenwirken von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen von Beginn an könne in unserer Zeit noch beispielgebend sein. Politisch Stellung zu beziehen für diejenigen, die durch das Raster von Gesellschaft, Politik und Gesetzgebung fielen, werde ein zunehmend wichtigeres Betätigungsfeld für die Caritas. „Bitte lassen Sie in diesem Engagement nicht nach“, bat Ackermann.

Auch Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel dankte: „Mitten im Leben der Menschen war und ist der Caritasverband immer tätig gewesen. (…) Dies über die Zeitspanne von einem Jahrhundert eindrucksvoll zu leisten, zeugt von dem großen Engagement der hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich Tag für Tag mit ganzer Kraft und hoher Kompetenz eingesetzt haben. Dafür danke ich allen sehr herzlich.“ Auch in Zukunft werde die Caritas für die Gestaltung einer solidarischen Gesellschaft gebraucht.

Die Geschichte des Caritasverbands Saarbrücken beginnt im Jahr 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Die Gründungsinitiative geht vom damaligen Stadtdechanten, Prälat Alois Echelmeyer und den Josef-Schwestern in Trier aus. Aus einer Initiative von Gläubigen entsteht ein Hilfesystem, das sich nicht nur auf materielle Hilfe beschränkt, sondern gezielt die Beratung und Begleitung von Menschen in den Mittelpunkt stellt. Am 1. Mai 1921 wird der Verband offiziell in das Vereinsregister eingetragen.

Wird in der Zeit nach den beiden Weltkriegen vorrangig Not- und Soforthilfe geleistet, ändern sich die Notlagen und Bedarfe. Die Caritas baut unterschiedliche Beratungsangebote und sozialen Dienste auf, um soziale Teilhabe für alle Menschen möglich zu machen. So gibt es in Saarbrücken ab 1956 Hilfsangebote für die ersten Gastarbeiter aus Italien sowie Aussiedler aus Osteuropa. In den 1960ern beginnt der Caritasverband mit der Beratung von Suchtkranken und weitet die Sozialberatung aus. In die 1970er-Jahre fallen viele Neugründungen, wie etwa der Migrationsdienst oder die Sozialstation Püttlingen-Riegelsberg. Auch die Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtkranke und deren Angehörige Saarbrücken (PSB) startet. Die Gemeinwesenarbeit wird ausgebaut mit neuen Angeboten auf der Folsterhöhe und in Völklingen-Wehrden. Anfang der 1980er-Jahre finden Obdachlose ein neues Heim im Bruder-Konrad-Haus in Saarbrücken. Mit der Gründung der Arbeitsstelle für Integrationshilfe wird Kindern mit erhöhtem Förderbedarf der Besuch des Regelkindergartens ermöglicht. Neuerungen und Neustrukturierungen dominieren die 1990er-Jahre: Die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH (cts) wird 1992 als gemeinnützige Gesellschaft durch den Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e.V. gegründet. Im Jahr 1993 werden erste Einrichtungen des Caritasverbandes an die cts übertragen. Die Schuldner- und Insolvenzberatung wird ausgebaut.

2001 wird die Trägergesellschaft Kirchliche Sozialstationen im Stadtverband Saarbrücken (TKS) gegründet. Sie ist eine gemeinnützige Gesellschaft des Caritasverbandes Saarbrücken und des Diakonischen Werkes. Familienangebote rücken nun stärker in den Fokus: So startet 2009 der Familienpflegedienst, die Mobile Alltagshilfe und das Haushaltsorganisationstraining. Die Landesfachstelle Glücksspielsucht Saarland wird gegründet. Mit Beginn des Zuzugs von Geflüchteten wird zwischen 2013 und 2016 der Migrationsdienst und Hilfsformate verstärkt. Aktuell beschäftigt die Corona-Krise den Caritasverband. Die noch nicht in Gänze absehbaren Auswirkungen insbesondere mit Blick auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen werden in Zukunft die Arbeit vor Herausforderungen stellen.

Eine ausführliche Mitteilung des Caritasverbands Saarbrücken steht online unter: https://t1p.de/caritas-100

(uk/red)

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