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Bistum Trier
Freitag, 11. Dezember 2020

30 Jahre Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung

Integrationsfachdienst des Caritasverbands unterstützt bei Ausbildung und Beruf

Trier – Menschen mit Behinderung treffen oft auf viele Hürden und Einschränkungen, die es ihnen schwerer machen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Doch gerade die Teilhabe am Arbeitsleben ist besonders wichtig, da sie eine gesellschaftlich integrierende Funktion hat. Hier setzt der Integrationsfachdienst (IFD) an: Seit nunmehr 30 Jahren unterstützt er Menschen mit Einschränkungen beim Thema Arbeit.

Eine von ihnen ist Anna S. Die 32-Jährige leidet unter sozialen Ängsten und arbeitet deshalb vornehmlich ohne Kundenkontakt in einem Unternehmen. Als sich das nach einer Versetzung ändert, meidet Anna fast alle Kontakte, schläft nicht mehr und grübelt nur noch vor sich hin. Schließlich wird sie krankgeschrieben. Als ihr Arbeitgeber sie nach zwei Monaten zu einem Gespräch einlädt, reagiert sie mit Panikattacken und Verzweiflung. Dann gibt ihr behandelnder Psychiater den Tipp, sich an den Integrationsfachdienst (IFD) zu wenden. Anna ist nur ein Beispiel unter vielen. Die Probleme und Hürden, die sich für behinderte Menschen bei der Arbeit oder auf dem Weg zu einem passenden Arbeitsplatz ergeben können, seien ebenso vielfältig wie Art und Grad ihrer Beeinträchtigungen, erklärt Reinhold Bittner, zuständiger Abteilungsleiter beim Caritasverband Trier. Um effektiv helfen zu können, seien Fachwissen, Flexibilität, Einfühlungsvermögen und eine gute und verlässliche Zusammenarbeit mit allen Beteiligten gefragt. Die Anfänge des IFS reichen dabei zurück in die 1990er Jahre, als das Land Rheinland-Pfalz flächendeckend Psychosoziale Dienste einrichtete. Der Caritasverband Trier, der Katholische Verein für soziale Dienste (SKM Trier) und 2014 dann die Bürgerservice gGmbH als dritter Träger entwickelten daraus im Lauf der Jahre den IFD, der seit dem Jahr 2.000 bundesweit gesetzlich verankert ist. Der Caritasverband bietet als einziger Fachdienst im Arbeitsagenturbezirk Trier seine Angebote zudem auch für hörspracheingeschränkte Menschen an.

Hilfe in drei Schwerpunkt-Bereichen

Heute umfasst der IFD drei Schwerpunkte: Im Bereich „Übergang Schule-Beruf“ betreut der IFD Schulabgänger von Förder- und Schwerpunktschulen. „Früher führte der nachschulische Weg vieler Jugendlicher häufig direkt in die Werkstatt für behinderte Menschen“, berichtet Jacqueline Schneider, Leiterin des IFD Trier. „Wir helfen den jungen Leuten dabei, über die Analyse ihrer Talente und Neigungen geeignete Praktika und schließlich einen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu finden.“ Der zweite Bereich ist die „Inklusionsinitiative“. Sie vermittelt Menschen mit Einschränkungen in Arbeit. Die Beraterinnen und Berater entwickeln je nach Neigungen und Fähigkeiten der Klienten gemeinsam mit ihnen Perspektiven, helfen bei Bewerbungen und können auch den Kontakt zum Betrieb herstellen. Menschen mit Behinderung, die bereits einen Arbeitsplatz haben, werden vom „Berufsbegleitenden Dienst“ (BBD) unterstützt – so etwa bei Konflikten im Betrieb, Leistungsproblemen, Rückkehr nach längerer Erkrankung oder drohender Kündigung. Zudem ist der Dienst ein wichtiger Ansprechpartner für Arbeitgeber bei Fragen zur Beschäftigung von behinderten Menschen.

Beim BBD findet auch Anna S. Hilfe: In der kostenlosen und vertraulichen Beratung erfährt sie Verständnis und gemeinsam werden Lösungen entwickelt. Die Beraterin begleitet Anna S. zum Gespräch mit dem Arbeitgeber und nach einer stufenweisen Wiedereingliederung in ihren alten Arbeitsbereich und mehrmonatiger Begleitung durch den BBD fühlt sich die junge Frau ihrer Arbeit wieder gewachsen und ist froh, weiterhin Teil des Unternehmens zu sein. „Natürlich können wir einen Erfolg nicht bei jedem individuellen Fall garantieren“, sagt Schneider. „Aber es ist immer wieder erstaunlich und erfreulich, wie viel geht, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Bei Fragen und Anliegen können sich Betroffene und Arbeitgeber an die Verbundkoordination beim Caritasverband Trier wenden unter Telefon 0651-2096-250.

(red/sb)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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