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Bistum Trier
Donnerstag, 12. Mai 2022

834 Menschen suchten Rat in Lebenskrisen

Lebensberatungsstelle St. Wendel stellt Jahresbericht 2021 vor

St. Wendel – 834 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im vergangenen Jahr bei der Lebensberatung des Bistums Trier in St. Wendel Rat und Hilfe gesucht. Darüber hinaus haben 273 weitere Personen an Elternkursen, offenen Sprechstunden und Weiterbildungen teilgenommen. Das geht aus dem Jahresbericht 2021 hervor, den die Lebensberatung jetzt vorgestellt hat.

Als häufigste Beratungsgründe nennt der Bericht bei Kindern und Jugendlichen die emotionale Belastung aufgrund von Trennung und Scheidung der Eltern, Partnerschaftskonflikten der Eltern, Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten sowie Erschöpfung und Überlastung der Eltern. 48,43 Prozent der insgesamt 254 beratenen Kinder und Jugendlichen lebten nicht mehr in ihrer Ursprungsfamilie. Bei den Erwachsenen waren die wichtigsten Themen kritische Lebensereignisse wie Verluste, depressive Verstimmungen, Überlastung und Stress sowie gestörte Kommunikation und Selbstwertproblematik. Die durchschnittliche Beratungsdauer lag im vergangenen Jahr bei 6,08 Stunden.

Darüber hinaus hat das Beratungsteam um Leiterin Theresia Wagner im vergangenen Jahr das Elterntraining „Liebevoll und kompetent“ angeboten. Dabei lernen Eltern, wie sie Alltagsprobleme auf liebevolle Art lösen können. Zusätzlich wurde zudem die Gruppenförderung lese- und rechtschreibschwacher Kinder angeboten. Zudem hat das Team der Lebensberatung Schulungen und Fortbildungen im Bereich der Prävention sexuellen Missbrauchs durchgeführt.

Einen besonderen Schwerpunkt legt der Bericht auf das Thema „Gewalt“. Gewalt reiche von körperlicher und sexualisierter Gewalt bis hin zu oftmals verborgenen Formen psychischer Gewalt. Kinder und Jugendliche erlitten Demütigungen und würden zum „Spielball“ erwachsener Interessen. Aber sie übten auch selbst Gewalt und andere Formen der Ausgrenzung aus, etwa durch Cyber-Mobbing in der digitalen Welt. Die Beraterinnen und Berater registrieren hier eine hohe Verunsicherung der Eltern im Umgang mit solchem Verhalten und den Fragen, was noch Teil einer gesunden Entwicklung sei und welche Grenzen Kinder und Jugendliche bräuchten.

Die Befürchtung, dass während der Corona-Pandemie Kinder während des Lockdowns zu Hause mehr Gewalt erfahren, lasse sich mit Zahlen und offiziellen Statistiken (noch) nicht eindeutig belegen. Doch sagten Statistiken wenig über das reale Gewaltgeschehen aus, da gerade Fälle von familiärer Gewalt und Partnergewalt nur selten zur Anzeige gebracht würden. Bundesweite Studien etwa die COPSY-Studie des Universitätsklinikums Eppendorf weise nach, dass bei jedem dritten Kind seit Beginn der Pandemie Sorgen und Ängste zugenommen haben. Auch seien depressive und psychosomatische Beschwerden verstärkt zu beobachten. Diese Ergebnisse deckten sich mit den täglichen Erfahrungen in den saarländischen Erziehungsberatungsstellen.

Träger der Lebensberatungsstelle St. Wendel ist das Bistum Trier. Die im vergangenen Jahr entstandenen Gesamtkosten von rund 321.000 Euro trug das Bistum zu 37,7 Prozent, der Landkreis St. Wendel zu 62,3 Prozent. Im Jahr 2021 hat das Bistum Trier 3,24 Millionen Euro für seine 20 Beratungsstellen im Saarland und in Rheinland-Pfalz aufgewendet. Hinzu kommen die Landes- und Kommunalzuschüsse von insgesamt rund 3,79 Millionen Euro. Die 20 Beratungsstellen erbrachten 8751 Beratungsleistungen mit denen 18.685 Personen erreicht wurden.

Für Hilfe suchende Menschen ist die Beratung kostenfrei.

Die Beratungsstelle St. Wendel hat ihren Sitz in der Werschweilerstr.23, 66606 St. Wendel und ist erreichbar unter Tel. (06851) 4927 und per E-Mail unter sekretariat.lb.st.wendel(at)bistum-trier.de

(uk)

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