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Bistum Trier
Montag, 11. November 2019

„Aktive und lebendige Fachrichtung“

50 Jahre Institut für Katholische Theologie an der Universität des Saarlandes

Saarbrücken – „Kritik und Verantwortung“ unter dieser Überschrift hat das Institut für Katholische Theologie an der Universität des Saarlandes am 7. November sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Bischof Dr. Stephan Ackermann zählte ebenso zu den Festgästen und Gratulanten wie der Vizepräsident der Uni, Prof. Dr. Roland Brünken und der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Heinrich Schlange-Schöningen. Den Festvortag hielt der Münchener Theologe Prof. Dr. Konrad Hilpert, der lange Jahre am Institut für Katholische Theologie in Saarbrücken gelehrt hatte. Prof. Dr. Lucia Scherzberg und Dr. Irmgard Wilhelm-Schaffer ließen die Festgäste an ihrem erleben der Institutsarbeit teilhaben. Für die musikalische Gestaltung der von Prof. Dr. Udo Lehmann moderierten Festveranstaltung sorgte die „leibniz vocal group“ des Leibniz Gymnasiums St. Ingbert zusammen mit einem Streichensemble der Hochschule für Musik Saar unter der Leitung von Timo Uhrig.

Vizepräsident Brünken freute sich in seinem Grußwort, dass das Institut die “dürren Zeiten“ wegen der Finanzprobleme des Saarlandes überstanden habe. Es gebe einen „großen Bedarf“ an Religionslehrern, deshalb sei es eine „gute Idee“ Theologie zu studieren. Religionslehrerinnen und Religionslehrer leisteten einen „wesentlichen Beitrag zur ethisch-moralischen Sensibilisierung nachwachsender Generationen.“ Neben seinen vielfältigen Verpflichtungen in der Lehre sei das Institut auch in der Forschung breit aufgestellt und eine „aktive und lebendige Fachrichtung“.

Als „wissenschaftliches Nachdenkzentrum für Theologie“ stellte Dekan Schlange-Schöningen das zu seiner Fakultät gehörende Institut vor. Diese Einbindung bezeichnete er als „glücklich“ weil dadurch viele inhaltliche Impulse möglich würden. Als Impulse aus dem theologischen Institut benannte der Dekan unter anderen: die historisch kritische Exegese, die Ökumene, die Auseinandersetzung mit den Aufklärungen in Europa oder die Forschung zu den Frühzeiten des Islam. Es gehöre Wagemut dazu, diese wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen anzugehen. Die Geschichte des Instituts für Katholische Theologie zeuge von diesem Mut.

Bischof Ackermann stellte sich als „Nutznießer“ der Ausbildung am Institut vor. Die Religionslehrerinnen und Religionslehrer würden ja an den staatlichen und kirchlichen Schulen tätig. Insofern habe das Institut Verantwortung für das Bistum aber auch das Bistum gegenüber dem Institut. Bischof Ackermann wünschte sich vom Institut, das hier Theologie auf der Grundlage des Bekenntnisses zum christlichen Glauben getrieben werde, mit Mut für die existentiellen Fragen des Menschseins. Es sollten junge Menschen zu Bereitschaft und Fähigkeit zum Diskurs ausgebildet werden. Das sei „elementares Rüstzeug“, denn unsere Zeit brauche die „Kraft des Austauschs der Argumente.“ Junge Menschen seien dankbar für das bekennende Element, wenn die Lehrenden eigene Positionen und die eigene Person deutlich machten, in Respekt vor der Position der Anderen. Dem Institut für Katholische Theologie wünschte Bischof Ackermann für die Zukunft eine „gute Nachfrage nach dem Studienfach“. Und das nicht nur zahlenmäßig, sondern viele wache junge Leute, „die schon angesteckt sind von der Botschaft Jesu“ oder die sich auseinandersetzen wollen mit seiner Wirkungsgeschichte. Ackermann wünschte dem Institut weiterhin eine „menschlich gute Atmosphäre“.

Hilpert, bis 2001 als Hochschullehrer für Sozialethik und Praktische Theologie in Saarbrücken tätig, lobte in seinem Festvortrag die Möglichkeiten der „Theologie an kleinen Instituten“ wie sie in Saarbrücken stattfindet. Da nicht alle theologischen Fächer vertreten seien, lehre man hier Theologie in einem „generalistisch guten Sinne“. Studierende fragten schließlich auch „generalistisch“ zu dem was sie interessiert. In kleinen Instituten sei die Theologie zudem andauernd im Vergleich mit den Standards anderer Fächer. Lehrende und Studierende könnten ein „familienhaftes Ganzes“ bilden. Darüber hinaus ergebe sich die Chance zur Einbettung des Studiums auch in gemeinsame Feiern oder Studienreisen. Hilpert betonte in seinen Ausführungen die weitere Notwendigkeit der Theologie für die Universitäten, die Gesellschaft und die Kirche.

Professorin Scherzberg stellte das Saarbrücker Institut als „Biotop“ vor, das verschont sei von fundamentalistischen Einstellungen. Der Bischof sei „weit genug weg und auch nah genug dran“. Die Lehrenden hätten die Chance, die Fähigkeiten der Studierenden zu sehen und ihre Charismen zu fördern.

Wilhelm-Schaffner, ehemalige Studentin am Institut und aktuell Religionslehrerin am Neunkircher Gymnasium am Krebsberg, berichtete, wie sie „Kritik und leidenschaftliches Interesse an Religion“ in ihrem Studium am Institut miteinander verbinden konnte: „Ich wurde durch Lehrende und Studierende für meinen Lebensweg geprägt“.

(hgs)

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