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Bistum Trier
Freitag, 20. April 2018

Als Antwort auf seine Liebe

Priester des Bistums treffen sich bei den Heilig-Rock-Tagen

Trier – Kein Studien- oder Infotag soll es sein, sondern ein generationenübergreifendes Zusammenkommen, um die Heilig-Rock-Tage in Begegnung, Gottesdienst und leiblicher wie geistiger Nahrung zu feiern: So wünscht Bischof Dr. Stephan Ackermann sich den Priestertag während des Bistumsfestes. Das Treffen der rund 180 Priester aus dem ganzen Bistum am 19. April vereinte diese Elemente.

Im Pontifikalamt richtete sich der Bischof ebenfalls stark an die Priester. Er hoffe jedoch, dass die Seniorinnen und Senioren, die Pilgergruppen und Ministranten, die an diesem Tag auch beim Bistumsfest waren, sich ebenfalls angesprochen fühlten und sagen könnten: „Das gilt auch für uns als Glaubende“. Er freue sich, mit einer so großen Schar die österliche Eucharistie zu feiern und erinnerte daran, dass gerade die Priester die Eucharistie nicht nur feiern, sondern leben sollten: „aus der Hingabe zu Gott und als Antwort auf seine Liebe“. Ackermann fragte nach dem Kern des priesterlichen Dienstes, der auch in Zeiten der Veränderungen bleibe. Ihm ist es ein Anliegen, dass das Priesterbild wieder an Bandbreite und Vielfalt gewinnt (vgl. Brief an die Priester https://www.bistum-trier.de/bistum-bischof/bischof/im-wortlaut/bei-anderen-anlaessen/bischofpriester/).

Der Priester sei nicht nur als Pastor „Leiter eines katholischen Gemeinwesens“. Zwar bleibe auch diese Rolle. Für den Bischof aber ist der Auftrag, „Verkünder des Evangeliums zu sein“ der Ausgangspunkt von allem: in der eigenen Existenz und in der Feier der Sakramente, vor allem in der Eucharistie, „wo Gott selber sich denen zusagt, die Gottesdienst feiern“. Das sei „die höchste Verdichtung der Verkündigung“. Ein weiteres Bild habe ihm ein Mitbruder als Reaktion auf seinen Brief eröffnet: der Priester als Mystagoge, also jemand, der hilft, den „heiligen Raum in jedem Menschen“ zu entdecken und kultivieren. „An das Geheimnis Gottes heranzuführen – Diener des Heiligen zu sein, nicht nur des Heiligen Gottes, sondern jedes Menschen“ umschrieb der Bischof diesen Dienst. Die Sehnsucht nach „dem Heiligen, Unverzweckten“ wachse seiner Wahrnehmung nach in der technisierten und digitalisierten Gesellschaft – „auch wenn Menschen es vielleicht nicht so nennen würden“. Ackermann betonte, Jesus wolle nicht als „Wundermann“ gesehen werden, und so dürften auch Priester sich nicht auf das „Niveau von Ritualspezialisten“ zurückfallen lassen. „Das Heilige ist immer verknüpft mit Jesus Christus – in diesem Sinne sind wir Diener des Heils. Wir wollen das Geheimnis Gottes entdecken und erschließen helfen.“

Professor Dr. Thomas Söding, Neutestamentler an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, ermutigte in seinem Impuls „Hoffen und Bangen, Zweifeln und Fragen, Suchen und Finden – Wege des Glaubens im Neuen Testament“, die Evangelien in den Blick zu nehmen mit einer Aufmerksamkeit für das, was mit den Texten angestoßen und geöffnet werden soll. Wenn Jesus zu den Menschen gehe und sie mit der Botschaft von Gottes Kommen konfrontiere, enthalte das viel Überraschendes, sogar „Unerhörtes“. „Die Urchristen hatten sich aufgemacht, Grenzen zu überschreiten.“ Jesus ziehe eine klare Option für den Glauben, wobei sich die Zugehörigkeit nicht durch Herkunft, Intelligenz oder Moralität definiere, sondern durch die Gottesbeziehung. Die Texte gelten heute wie damals, betonte Söding: „Das Evangelium öffnet sich für jede Gegenwart, in der es gelesen wird.“ Die Texte enthielten eine existenzielle Kraft, und das „Unerhörte und Unglaubliche“ darin müsse neuentdeckt werden, um Glaubwürdigkeit und damit Glaube zu vermitteln, ermutigte der Neutestamentler die Priester.

Weitere Informationen zu den Heilig-Rock-Tagen sowie unsere Bildergalerie finden Sie unter www.heilig-rock-tage.de

(JR)

 

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