Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Zur Reichweitenmessung der Seiten nutzen wir eine anonymisierte Statistik, die keine personenbezogenen Rückschlüsse auf Sie zulässt. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Datenschutzerklärung

Bistum Trier
Montag, 28. November 2022

Als Kirche „Gesundsein fördern“ in Lateinamerika

Bundesweite Weihnachtsaktion des Hilfswerks Adveniat in Trier gestartet

Trier – Mit einem Gottesdienst am ersten Advent (27. November) ist im Dom die bundesweite Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat gestartet. Den Eröffnungsgottesdienst unter dem Motto „Gesundsein fördern“ feierte Bischof Dr. Stephan Ackermann gemeinsam mit den Bischöfen Eugenio Coter und Pascual Limachi aus Bolivien, Adveniat-Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Dr. Martin Maier SJ und zahlreichen Gästen aus Lateinamerika und der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit. Bolivien, das Partnerland des Bistums Trier, und Guatemala sind die diesjährigen Beispielländer der Weihnachtsaktion der Katholischen Kirche. Mit der offiziellen Eröffnung starten zugleich viele Solidaritäts-Initiativen und Veranstaltungen in den Pfarreien und Einrichtungen im Bistum Trier und bundesweit.

Bischof Ackermann begrüßte im Dom besonders die Gäste aus Bolivien und Guatemala – die zum Teil schon seit dem 19. November im Bistum zu Gast sind und von ihrer Arbeit berichten – sowie die vielen Engagierten in der Partnerschafts- und Eine-Welt-Arbeit. Zu den Gästen gehörten auch Vertretungen des öffentlichen und politischen Lebens, darunter die Ministerpräsidentin des Saarlands, Anke Rehlinger, und Abgeordnete der Landtage und des Bundestages.

Hier finden Sie die Predigt von Bischof Ackermann im Wortlaut. 

In seiner Predigt nahm der Bischof die Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer gedanklich mit in ein abgelegenes Dorf am Rio Marmoré im Amazonasgebiet, das eines der Besuchsziele seiner letzten Bolivien-Reise war. Die Arbeit der dortigen Caritas stehe für ihn für das diesjährige Adveniat-Leitwort „Gesundsein fördern“. „Wir durften in Bolivien konkret erleben, wie kirchliche Akteure zur Gesundheitsversorgung in Lateinamerika beitragen“, sagte Ackermann. Zusammen mit den persönlichen Schilderungen der anwesenden Ordensschwester Geanni Ramos, die sich in Guatemala in der Kleinkind-Pastoral engagiert, werde die „elementare Notwendigkeit“ von Gesundheitsvorsorge für ein menschenwürdiges Leben auf der Südhalbkugel deutlich. Angesichts dieser Situation sei es „eine Frage der Gerechtigkeit innerhalb unserer Weltgemeinschaft“, zu helfen, sagte der Bischof. Und nicht umsonst gehöre die Forderung für ein „Gesundes Leben für alle“ zu den 17 großen Zielen der Vereinten Nationen.

Mit Blick auf die christliche Botschaft könne Jesus zwar nicht auf einen „Gesundheitsapostel“ reduziert werden und müsse im Licht seiner Verkündigung des Heils, die über die körperliche Gesundheit hinausgeht, gesehen werden. Dennoch „sind die Heilung und das Heil, die Jesus bringt, nicht abstrakt, sondern haben ihren Anfangspunkt immer in unserer konkret menschlich-sinnlichen Erfahrungswelt. Ihr Ziel weist allerdings weit über unser enges, begrenztes Leben hinaus“, betonte Ackermann. Die Evangelien zeigten, wie beides zusammengehöre und „Jesus der Arzt und Heiland für Leib und Seele ist“. Der Aufruf Jesu „Seid wachsam!“ aus dem Tagesevangelium bedeute für ihn, so der Bischof, aufmerksam zu bleiben und „die kleinen Dinge, die kleinen Aktionen, unspektakulären Hilfestellungen und Einsätze“ nicht zu verachten, auch wenn sie vermeintlich nicht reichten, die Welt zu retten. „Aber in der Kraft Gottes können auch die kleinen Dinge, können unsere kleinen Kräfte gute Wirkung entfalten und dazu beitragen, dem großen Heil Gottes den Weg zu bereiten.“

Adveniat-Geschäftsführer Pater Dr. Martin Maier, Bischof Eugenio Coter aus Bolivien und Ludwig Kuhn von der Diözesanstelle Weltkirche des Bistums entzündeten anschließend die Adveniat-Aktionskerze, deren Wärme und Licht den Solidaritätsgedanken in viele Pfarreien und Einrichtungen tragen solle. Adveniat-Partner aus Bolivien und Guatemala sowie Vertretungen von Gesundheitsberufen und Partnerschaftsinitiativen trugen ihre Fürbitten vor und brachten dazu je ein Zeichen vor den Altar: einen Suppentopf als Symbol für die Solidarität mit Bedürftigen in Lateinamerika, einen Strauß Heilkräuter für den weltweiten Zugang zur heilenden Kraft der Natur und der modernen Medizin, einen Rollstuhl als Zeichen für die Pflege kranker Menschen und das Pflegepersonal, ein Stethoskop als Symbol für die Ärzte und medizinischen Dienste, eine Sauerstoffflasche als Verweis auf die unter der Pandemie Leidenden und eine Laterne mit dem Friedenslicht aus Bethlehem, mit dem die Pfadfinder für Frieden und Gerechtigkeit beteten.

„Ich begleite die Weihnachtsaktion, weil ich meine Arbeit im Amazonas-Regenwald nur wegen der Hilfe von Adveniat machen kann“, sagte Bischof Coter zu den Gläubigen im Dom. „Ich bin Zeuge dafür, dass Ihre Spenden ankommen und uns erlauben, denen zu helfen, die es am nötigsten haben. Säen Sie mit Ihrer Hilfe weiterhin eine bessere Welt“, appellierte der Bischof und bedankte sich für die Spenden. Bischof Ackermann dankte den Gästen für ihr Zeugnis-Geben davon, was die Adveniat-Hilfe bewirken könne. Er lud alle zur anschließenden Eröffnungsfeier in die ehemalige Reichsabtei St. Maximin ein, in der das Gespräch und die Begegnung mit den Gästen aus Lateinamerika, den politischen und gesellschaftlichen Repräsentantinnen und Repräsentanten und Vertreterinnen und Vertretern von Eine-Welt-Initiativen im Mittelpunkt standen (eigener Bericht).

Den Gottesdienst gestalteten die bolivianischen Musiker von der Gruppe Chuquiago unter der Leitung von Carlos Branez, der Kathedraljugendchor Trier, die Trierer Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Kiefer sowie Domorganist Josef Still an der Orgel. Zahlreiche Lieder wurden zweisprachig, in Spanisch und Deutsch, gesungen – darunter auch das „Padre nuestro/Vater unser“ aus der Solidaritätsmesse der Bolivienpartnerschaft des Bistums, die „Misa de Solidaridad“. Der Gottesdienst wurde vom „Domradio“ live übertragen. Dort ist er in der Mediathek unter www.domradio.de/mediathek/videos abrufbar.

Die traditionelle Adveniat-Weihnachtskollekte findet am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands statt und ist als Hilfe für Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Spenden zugunsten des Hilfswerks sind auf das Adveniat-Konto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN DE03 3606 0295 0000 0173 45, oder online unter www.adveniat.de/spenden möglich.
(Stefan Endres)

Fotostrecke - bitte klicken!

Newsletter - immer aktuell informiert

Über unser Newsletterangebot - mit (fast) täglichen Pressemeldungen oder auch zu speziellen Themengebieten wie Klimaschutz, Weltkirche, Arbeitswelt, Religionsunterricht, Büchereiarbeit, Exerzitien, Fürbitten und mehr können Sie sich hier informieren und die Newsletter direkt abonnieren

Weiteres:

News Details