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Bistum Trier
Mittwoch, 13. Mai 2020

Auch in der Krise für die Menschen da

Hilfsangebote der Pfarreien im Saarland

Saarbrücken – „In der Pfarrei St. Ludwig Herz Jesu in Spiesen-Elversberg haben wir schon zu Beginn der Coronakrise überlegt, ein Angebot für Menschen in Not zu initiieren“, erzählt Ursula Zewe-Petry. Die Gemeindereferentin hat die Corona-Pandemie wie viele andere Hauptamtliche in den Dekanaten und Pfarreien im Saarland als Aufgabe betrachtet, neue Wege zu finden, um für die Menschen da zu sein. So ist in Spiesen-Elversberg der „Gabentisch“ entstanden.

„Zunächst wollten wir zusammen mit Ehrenamtlichen eine Lebensmittelausgabe anbieten“, sagt die Gemeindereferentin. Die Idee war ursprünglich, dass Menschen haltbare Lebensmittel zur Pfarrei bringen und andere diese dann abholen können. „Da einige Tafeln geschlossen wurden, war die Notwendigkeit gegeben, unbürokratisch zu helfen.“ Aufgrund der Kontaktsperre wurde das Angebot verändert. Jetzt gibt es im Hauptportal der Kirche St. Ludwig in Spiesen einen „gedeckten Tisch für Menschen in Not“, wie Zewe-Petry berichtet. „Gemeindemitglieder bringen Lebensmittel, legen diese auf den Tisch, und Bedürftige können sich diese mitnehmen.“ Die Kirche in Spiesen ist täglich von 9 bis17 Uhr geöffnet. Während dieser Zeit ist jeder und jede willkommen. „Das Angebot wird von Beginn an gut angenommen. Diakonisch Kirche sein ist in Zeiten von Corona noch wichtiger geworden. Eventuell entwickelt sich daraus ein Projekt nach der Corona-Pandemie“, hofft die Gemeindereferentin. 

Auch in anderen Gemeinden im Saarland gibt es ähnliche Angebote. So bietet die Pfarreiengemeinschaft Bous-Ensdorf einen Solidaritätskorb an. In einen Korb, der in der Kirche St. Peter in Bous steht, können haltbare Lebensmittel für Hilfsbedürftige gespendet werden. Außerdem bietet die Pfarreiengemeinschaft eine Einkaufshilfe für Menschen an, die einer Risikogruppe angehören. Einkaufshilfen bieten unter anderem auch die Pfarreiengemeinschaften Dillingen und Ottweiler an. 

In der Jugendkirche eli.ja in Saarbrücken gibt es zweimal täglich, zwischen 9 Uhr und 10 Uhr sowie zwischen 19.15 Uhr und 20 Uhr, die „Brotkirche“. In Kooperation mit foodsharing Saarbrücken verteilen Jugendliche „gerettetes“ Brot, das am Vortag nicht verkauft wurde. 

Im Saarbrücker Stadtteil Malstatt findet jeden Dienstag und Freitag von 13 bis 15 Uhr eine Essensausgabe an der Italienischen Mission statt. Das Projekt „Insieme – Zusammen“ ist eine Gemeinschaftsaktion, an der unter anderem das Dekanat Saarbrücken, der Caritas-Verband Saarbrücken, die Evangelische Gemeinde Malstatt, das Stadtteilbüro Malstatt und viele weitere beteiligt sind, die sich in dem Viertel um die Menschen vor Ort kümmern. Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich an der Aktion, davon sind etwa zwei Drittel Schülerinnen, Schüler und Studierende. „Das gesamte Projekt ist eine großartige Erfahrung von gemeinschaftlichem Handeln“, sagt Pastoralreferent Heiner Buchen vom Dekanat Saarbrücken. „Solche Erfahrungen können eine ideale Basis dafür sein, um zum Beispiel in Saarbrücken-Malstatt die diakonische Kirchenentwicklung vertieft, erweitert, gesellschaftsoffen und -kritisch, ökumenisch und somit neu ausgerichtet aufzunehmen.“

(dh)

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