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Bistum Trier
Montag, 4. November 2019

Aufarbeitung mit Betroffenen

Projekt zur Aufarbeitung der Gewalt am Internat Albertinum Gerolstein gestartet

Trier – Mit einer Auftaktveranstaltung an der Universität Trier ist das Aufarbeitungsprojekt „Gewalt am Bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein (Landkreis Vulkaneifel) – Aufarbeitung mit und für Betroffene“ gestartet. Etwa 30 Interessierte sind am 31. Oktober zu der Start- und Informationsveranstaltung gekommen, um sich über die Hintergründe und Ziele des Projekts sowie die Art und Weise der Aufarbeitung zu informieren.

Das Ziel des Projektes ist die Aufarbeitung sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt im Internat in der Zeit von 1945 bis zu dessen Auflösung 1982. Dabei sollen die einzelnen Schritte der Aufarbeitung gemeinsam mit den Betroffenen gestaltet werden, wie die beiden Projektleiterinnen Prof. Dr. Claudia Bundschuh (Mönchengladbach) und Dr. Bettina Janssen (Köln) betonten. Die beiden unabhängig arbeitenden Wissenschaftlerinnen sind seit vielen Jahren im Problemfeld „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Institutionen“ tätig. Ihre Arbeit im Projekt wird auf ihren Wunsch begleitet durch einen Lenkungsausschuss, dem insbesondere Betroffene von Gewalt im Albertinum angehören sollen, um das Projekt von Anfang an mitzugestalten. Zwei ehemalige Schüler konnten bereits für die Mitarbeit gewonnen werden, darunter der ehemalige Internats-Schüler Werner Schenk. Neben dem Vorsitzenden Lothar Schömann (Polizeipräsident a.D., Trier) sind im Lenkungsausschuss außerdem der Kinderarzt und Sozialpädiater Dr. Helmut Peters (Mainz), der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Jan Hofer (Trier), die ehemalige Justiziarin des Bistums, Dorothee Bohr, die Pressesprecherin des Bistums, Judith Rupp. Der Lenkungsausschuss versteht sich als „Lobby für die Betroffenen“, die im Zentrum einer unabhängigen und transparenten Aufarbeitung stehen sollen.

Die Projektleiterinnen Bundschuh und Janssen ermutigen alle ehemaligen Schüler, die Opfer von Gewalt oder Zeuge davon waren, sich bei ihnen zu melden. Geplant seien vertraulich behandelte Interviews in geschütztem Rahmen, um Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ihre individuellen Erfahrungen im Internat zu berichten und somit in die Gesamtdarstellung von Gewalt in der Einrichtung einzubringen. Außerdem würden alle vorhandenen Akten ausgewertet. Im Zentrum der Aufarbeitung stehe aber die Frage: „Was brauchen Sie als Betroffene jetzt?“, betonte Janssen und versprach Hilfe bei der Suche nach therapeutischer oder anderer fachlicher Unterstützung zur Verarbeitung der Gewalterfahrungen. Erste persönliche Erwartungen an den Aufarbeitungsprozess wurden im Rahmen der Auftaktveranstaltung gesammelt und werden anonymisiert auf der Internetseite www.albertinum-gerolstein.de veröffentlicht. Neben der fortlaufenden Dokumentation der Prozessschritte sind dort unter anderem die Kontaktdaten der Projektleitung zu finden. Am Ende des auf zwei Jahre angelegten Aufarbeitungsprozesses soll ein Abschlussbericht erstellt und veröffentlicht werden.

Die Aufarbeitung der Gewalt am Albertinum in Gerolstein ist das erste unabhängige und einrichtungsbezogene Aufarbeitungsprojekt des Bistums Trier. Das Internat für katholische Schüler in Trägerschaft des Bistums existierte von 1945 bis 1982 und war Unterkunft für Schüler, die das benachbarte staatliche St.-Matthias-Gymnasium besuchten. Kontakt zu den Projektleiterinnen ist möglich per E-Mail an info(at)albertinum-gerolstein.de, per Telefon unter der Nummer 0162-5363617 (Anrufbeantworter) oder postalisch an Dr. Bettina Janssen, Mittelstraße 12-14 (Haus B), 50672 Köln.

(red)

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