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Bistum Trier
Sonntag, 12. Mai 2019

Aus eigener Ergriffenheit den Glauben begreifbar machen

Bischof beauftragt 105 Lehrerinnen und Lehrer zum Religionsunterricht

Trier – Ihren Schülerinnen und Schülern sollen die katholischen Religionslehrerinnen und -lehrer den Glauben begreifbar machen. Bevor das aber überzeugend gelingen könne, müssten sie selber sich ergreifen lassen von der Botschaft Jesu. So hat es Bischof Dr. Stephan Ackermann am 11. Mai im Pontifikalamt in der Liebfrauenbasilika zur Verleihung der „missio canonica“ während der Heilig-Rock-Tage betont. 105 Frauen und Männer beauftragte der Bischof zum katholischen Religionsunterricht in Schulen im Gebiet des Bistums Trier.

„Du hast Worte ewigen Lebens“

„Alternativlos“ sei eines der Unworte der vergangenen Jahre gewesen, erinnerte Bischof Ackermann in seiner Predigt und betonte, dass dieses Wort so gar nicht zum Beruf des Pädagogen passe. Vielmehr gehe es in jedem Fach und besonders eben im katholischen Religionsunterricht darum, eigenes, selbstständiges Denken der Schüler herauszubilden und zu fördern und stets um Alternativen zu ringen. Jesus selber habe als Lehrer die Diskussion gefördert. Im Evangelium des Gottesdienstes „fordert er die Menschen heraus, indem er sie auf seine Person hin zentriert“. Einige hätten es nicht ertragen können, dass in Jesus der Schöpfer lebendig geworden sei, und hätten den Kreis der Jünger verlassen. Auf Jesu Frage, ob auch die Apostel gehen wollten, habe Petrus geantwortet: „Zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.“ Obwohl sie Alternativen zur Botschaft Jesu kannten, seien sie bei ihm geblieben.

Auch heute gehe es darum, tiefer zu begreifen, was für den Glauben spricht; um diesen Glauben zu ringen und ihn besonders den jungen Menschen in ihrem Alltag begreifbar zu machen. Wie schon bei den Jüngern stehe vor dem Begreifen aber, dass man sich selber ergreifen lasse. „Erkennbar sein; zeigen, wovon man ergriffen ist; und Gründe dafür angeben können“ - das sind nach Worten von Bischof Ackermann Herausforderungen, vor denen besonders Religionslehrerinnen und -lehrer stehen. „Der Glaube will Menschen auf die Füße helfen, dass sie gut und aufrecht in Würde durch das Leben gehen können“, so der Bischof. Den neu Beauftragten wünschte er, dass sie sich ergreifen lassen von der Botschaft Jesu, und ihren Schülern diese Botschaft begreifbar machen können.

Reizvolle Aufgabe

Eine Aufgabe, die Raphael Andre, Lehrer an der Berufsschule (BBS EHS) Trier, bereits für sich als sehr reizvoll entdeckt hat. Zunehmend sei es wichtig, gerade im Religionsunterricht „das zu vermitteln, was im Alltag vielleicht auf der Strecke bleibt“. Ethische Fragen etwa nach Herkunft von Fleisch und Nachhaltigkeit im Unterricht der Fleischer und Bäcker oder Fragen der Gestaltung von Festen im Kindergarten – solche Themen, über die Schüler etwa im Fach Religionspädagogik viel diskutieren und unterschiedliche Sichtweisen auch mit muslimischen Mitschülern austauschen, gehören zum Alltag des Lehrers und heben für ihn die Bedeutung des Religionsunterricht hervor.

Runa Theis, Grundschullehrerin an der Kirchberg-Schule im saarländischen Schwalbach, und Angelique Schmidt, als Religionslehrerin in Rhens im Einsatz, erinnern sich positiv an religiöse Prägungen in der Jugend. „Spielerisch Zugänge zu tieferen Fragen des Lebens zu vermitteln“ ist für Angelique Schmidt eine besondere Möglichkeit im Religionsunterricht. Und Runa Theis möchte als Lehrerin „Oasen der positiven Erinnerung, Lichtmomente schaffen, aus denen die Kinder in ihrem späteren Leben in Krisen und schwierigen Situationen Kraft und Trost schöpfen können.“

Botschaft des Glaubens in den Alltag integrieren

Die Botschaft des Glaubens in den Alltag zu integrieren, ist auch ein besonderes Anliegen von Andrea Schwarz. Die christliche Autorin hatte in ihrem Festvortrag das Ziel, den neuen Religionslehrerinnen und -lehrern „Ermutigungen für ihre schöne und erfüllende Aufgabe“ mitzugeben, für die es besonders Humor, Gelassenheit und Gottvertrauen brauche. Mit Beispielen aus ihrem Büchlein „Gott lässt grüßen“ stellte Andrea Schwarz anschaulich dar, dass Gott nicht auf Sonntage und Kirchenmomente reduziert werden dürfe, sondern im Alltag entdeckt werden müsse. Den Lehrkräften wünschte sie, dass sie selbst im Alltag Momente erleben, in denen etwas von Gott aufblitzt, und die Bedeutung solcher Momente für den Glauben und die Beziehung zu Gott mit den Schülern teilen können.

Werte zu vermitteln und über den Sinn des Lebens nachzudenken: Das sind für Anja Werner, Mentorin in Koblenz für Studierende der katholischen Religion, wesentliche Herausforderungen an Religionslehrerinnen und -lehrer. Gerade bei „Relevanzerfahrungen“ wie einem Todesfall in der Familie tauchten Fragen auf, an denen es besonders mit Kindern dranzubleiben gelte. Der Religionsunterricht biete gute Möglichkeiten des Austauschs und der intensiven Auseinandersetzung. Erfreulich sei für sie die Beobachtung, dass junge Menschen sehr reflektiert und christlicher Glaube in ihrem Alltag präsent sei. „Wir sind keine Atheisten im Alltag“, betonte Werner.

(red)

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