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Bistum Trier
Dienstag, 17. Mai 2022

Bierkultur in der Weinstadt Trier

Theo-Talk mit Hobby-Brauer und Priester Dr. Markus Nicolay  

Trier – Barbaren-Getränk für die Römer, Grundnahrungsmittel für die Menschen im Mittelalter, erlebt es heute eine Renaissance handwerklicher Herstellung: Im Theo-Talk der Katholischen Erwachsenenbildung Trier ging es am 16. Mai um das Lieblings-Kaltgetränk vieler Deutscher: Bier. Priester und Hobby-Brauer Dr. Markus Nicolay führte nicht nur kurzweilig durch den Abend, sondern hatte auch noch Kostproben dreier Trierer Biere und seiner Eigenkreation im Gepäck. In seinem Garten mit Blick auf den Trierer Dom gebraut, trägt es den passenden Namen „Dombräu“.

Der Theo-Talk ist eine Mischung aus Stammtisch und Fachvortrag; er will Menschen über Gott und die Welt ins Gespräch bringen. So auch an diesem Abend im Kegel- und Bowlingcenter im Trierer Stadtteil Heiligkreuz, wo die Veranstaltungen regelmäßig in uriger Atmosphäre stattfinden. Rund 25 Interessierten gab Nicolay zunächst einen schnellen Überblick über das Brauverfahren – inklusive Riechproben der Bierzutaten Hopfen und Malz. Wer an Trier denke, so Nicolay, dem komme wohl nicht als erstes Bier in den Sinn, sondern Wein oder vielleicht noch der hiesige Apfelwein Viez. Doch auch in Trier gebe es eine lange Tradition des Bieres und heute etwa mit dem Petrusbräu oder dem Kraftbräu auch wieder handwerkliche Craft-Biere.

Die Idee, aus Getreide ein alkoholisches Getränk herzustellen, geht wohl bis in die Steinzeit zurück, als die Menschen sesshaft wurden und damit auch Zeit für den Brauprozess hatten. Schon auf ägyptischen Hieroglyphen sind Menschen beim Biertrinken mit langen Strohhalmen abgebildet – nein, kein Besäufnis aus Eimern, sondern wohl schlichtweg eine Möglichkeit, das Bier von den Rückständen des Getreides zu filtern. Die Römer im antiken Trier machten sich als traditionelle Weinanbauer zunächst über den Barbaren-Trank der Kelten lustig. Dass aber auch sie mit Bier handelten und das nicht nur „Männersache“ war, bezeugt der Fund eines Grabsteins mit der Berufsbezeichnung „Bierverlegerin“ von einem römischen Friedhof in Trier-Süd. Nach dem Untergang des römischen Imperiums wurde die Kunst des Bierbrauens vor allem über die mittelalterlichen Klöster und Stifte tradiert. Die hatten nicht nur ihre eigenen großen Gemeinschaften zu versorgen, sondern auch Pilger und andere Reisende. „Man hatte nichts anderes, denn sauberes Trinkwasser war Mangelware. So war Bier nicht wie heute ein Genussgetränk, sondern gehörte als Lebensmittel zum Alltag“, erläuterte Nicolay.

Vom 15. bis 19. Jahrhundert aber hatte die Stadt Trier das Monopol auf das Brauen – ein großes Brauhaus in der heutigen Brotstraße versorgte die Bevölkerung mit Bier. Napoleon kassierte das Monopol Anfang des 19. Jahrhunderts ein und führte die Gewerbefreiheit ein, sodass jeder nach Lust und Laune Bier brauen und ausschenken durfte. Zwei größere Brauereien, Caspary und Löwenbräu, dominierten bis ins 20. Jahrhundert, resümierte Nicolay seinen geschichtlichen Überblick.

Die KEB-Veranstaltungsreihe Theo Talk im Bistum Trier findet seit 2018 statt und wird von Katharina Zey-Wortmann und Samuel Acloque organisiert und moderiert. Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen gibt es unter: Tel.: 0651-993727-0, E-Mail: keb.trier(at)bistum-trier.de.   
(sb)                                                                                   

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