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Bistum Trier
Montag, 26. November 2018

Bindungen in der Jugend sind „Tankstellen fürs Leben“

Vertreter aus Kinder- und Jugendhilfe im Bistum Trier diskutieren Kinderarmut

Trier – Rund 120 Frauen und Männer aus der Kinder-und Jugendhilfe haben auf Einladung der Abteilung Jugend im Bistum Trier Maßnahmen gegen Kinderarmut diskutiert. Am fünften Diözesanen Tag der Kinder- und Jugendhilfe nahmen nicht nur kirchliche Mandatsträgerinnen und –träger teil, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter aus kommunalen und regionalen Jugendhilfeinstitutionen. Gemeinsam tagten sie am 22. November im ERA Conference Centre.

Gastreferentin Gerda Holz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, zeichnete ein düsteres Bild der aktuellen Lage: Nicht nur Erwerbslose, sondern auch Geringverdiener könnten sich einen angemessenen Lebensstandard oft nicht leisten. Die Folge von Armut in der Kindheit und Jugend liege auf der Hand: Sie schränkt die Entwicklungsmöglichkeiten eines jungen Menschen ein. Im gleichen Atemzug stellte die Wissenschaftlerin klar: „Armut zu bewältigen ist keine Entwicklungsaufgabe von Kindern und Jugendlichen!“ Eine der erschreckendsten Entwicklungen der letzten Jahre sei die Verfestigung von Armut. Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Tagungsgäste Holz‘ Ausführungen vor dem Hintergrund der Leitfrage „Was können Institutionen tun, um die Folgen von Kinderarmut abzufangen oder vorzubeugen?“. Die diplomierte Politikwissenschaftlerin lieferte dazu zwei grundlegende Hinweise. Erstens müssten Bedarfe erkannt werden und Betroffene sollten direkt angesprochen werden, zweitens müssten sich Jugendhilfeorganisationen vernetzen, denn „Prävention funktioniert nie allein; Kooperation und Koordination sind unumgänglich für Erfolge!“

Im Zuge dessen konnten auch Impulse aus den Workshops am Vormittag im Plenum verhandelt werden. „Wie kann man ein Kind resilient, also widerstandfähig, machen, damit es die Bedrohungen durch Armut besser bewältigen kann?“, fragte eine der Diskutantinnen. Es gebe Schutzfaktoren, die den Nachwuchs stark machten, wie ein gesundes Selbstbewusstsein und eine gute Selbstwahrnehmung. Mit am wichtigsten sei es für einen jungen Menschen, Vertrauen zu entwickeln. Dabei sei es gleich, zu welchem Erwachsenen eine Bindung hergestellt würde, solange sie Bestand habe und Kinder sich auf sie verlassen könnten. Bindung sei die „Tankstelle fürs Leben“, so Holz. Doch nicht nur die Förderung Einzelner spiele eine Rolle. Strukturelle Defizite, wie sie etwa im ländlichen Raum auftreten, könnten nur durch eine Stärkung der Jugendhilfe-Infrastruktur erreicht werden.

Ein akutes Problem aus der Praxis der Jugendhilfe trug Harald Herres (Bereichsleiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Trier der Caritas) vor: Seit Dezember 2017 werde in seinem Bereich keine Ehrenamtspauschale mehr ausgezahlt, was dazu führe, dass sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagierten. Seine Bitte an die Bistumsleitung lautete folglich: „Bitte überdenken Sie diese Entscheidung nochmal!“ Abschließend resümierte Mechthild Schabo (Direktorin Zentralbereich Pastoral und Gesellschaft im Bistum Trier), die Veranstaltung habe gezeigt, dass kirchliche und weltliche Träger gut zusammenarbeiten können: „Die Bereitschaft zur Vernetzung ist bemerkenswert“. Dafür erhielt sie enthusiastischen Beifall. Weitere Informationen zur Jugendhilfe im Bistum Trier finden sich unter www.jugend-bistum-trier.de.

(ih)

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