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Bistum Trier
Mittwoch, 10. November 2021

Bischof Dieser aus Aachen feiert Pontifikalamt zum Kirchenjubiläum

Waxweiler – Die Pfarrei Waxweiler im Dekanat St. Willibrord Westeifel hat den Gedenktag des heiligen Willibrord am 7. November festlich begangen. Gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen feierte der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser ein Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Ein weiterer Anlass für den Besuch des Bischofs war das 250-jährige Jubiläum des Kirchenneubaus.

Zum heiligen Willibrord hat Waxweiler einen besonderen Bezug, denn der Prümtalort gilt als Ursprung der Echternacher Springprozession. Der Sage nach soll der angelsächsische Missionar um das Jahr 728 in der Kirche, so steht es auf einer sandsteinernen Tafel, auf der Durchreise durch die Westeifel gepredigt haben. Den heidnischen Tänzern habe er aufgegeben, in heiliger Andacht im luxemburgischen Echternach zu tanzen. Nachdem die Prozession im 18. Jahrhundert zeitweise verboten war, lebte die Fußwallfahrt nach Echternach im Jahr 1860 von Waxweiler ausgehend wieder auf. Ein Jahr später führte der Brudermeister Johann Jakob Perrad die Prümer Teilnehmer der Prozession von Waxweiler zu. So ist es bis heute: ein gemeinsamer Pilgergang zum Grabe Willibrords – seit nunmehr 160 Jahren. Dabei kommt den Brudermeistern eine große Bedeutung zu: Sie organisieren die Prozession alljährlich zum Pfingstfest und geleiten sie als Ordner und Vorbeter durch die Westeifel bis in die Echternacher Basilika.

Freiheit bedeutet auch Veränderung

„Zur Zeit des heiligen Willibrord war das Idealbild eines Pilgers aufzubrechen, Heimat und Familie hinter sich zu lassen und für Christus in die Ferne zu ziehen, um das Evangelium den Menschen zu verkünden, die es noch nicht kennen“, sagte Dieser den Gottesdienstteilnehmern zu Beginn seiner Predigt. Vor 250 Jahren, als die Pfarrkirche Waxweiler neu gebaut wurde, sei die Gesellschaft ständisch geprägt gewesen. Die heutige Zeit aber liebe das Individuum. Noch nie habe der einzelne Mensch sich so frei entfalten und verwirklichen können – und das sei gut so. Für das kirchliche Leben bedeute dies allerdings auch Veränderung. „Viele Ängste gibt es, dass gerade hier, im ländlichen Bereich, Ihrer Heimat, so viel verloren gehen könnte von dem, was uns so nahe und vertraut ist“, betonte der Bischof. Aber schon Willibrord habe in seiner Zeit Chancen gesehen, eine positive Einschätzung seiner Lebenssituation gefunden und durchgetragen. „Es ist auch gut dafür, Christ zu sein und Christ zu werden. Eben nicht, weil das so sein muss oder weil deine Eltern das für dich vorweggenommen haben. Sondern weil es dabei wirklich auf dich ankommt!“, ermutigte Bischof Dieser.

Zu den Menschen hingehen und einander zuhören

„Welche Ideen haben wir für die Seelsorge, das pastorale Tun, die Aufgabe unserer Kirche in dieser Zeit, die das Individuum liebt?“ Bischof Dieser nannte gleich zweierlei: Hingehen und Zuhören. Es sei wichtig, sich für die Menschen in ihren verschiedenen Milieus wirklich zu interessieren, sie ernst- und anzunehmen. Gott liebe die Originale, nicht die Mitläufer. „Genau das meint doch unser Papst mit Synodalität: das Interessante, das Andere entdecken, das mir fehlt“. Und genau an dieser Stelle würden der Glaube, das Gläubigwerden und die Nachfolge Christi immer neu beginnen. Nur so könnten die Menschen heutzutage den Glauben verkünden. „Das können ganz neue Ideen sein, zeitweilige Engagements, kürzere oder längere gemeinsame Wegstücke, jedenfalls wird unsere Kirche dadurch selber vielfältiger, bunter – vielleicht auch anstrengender“, so Bischof Dieser. Am Beispiel des heiligen Willibrord heiße das, keine Angst vor dem zu haben, was fremd erscheine und unsicher mache, sondern sich selbst einzubringen. Nur so könne man glaubwürdig missionarisch werden.

Am Ende des Festgottesdienstes verlas Pfarrer Georg Josef Müller einen Brief des Substituts des vatikanischen Staatssekretariats, Erzbischof Edgar Paña Parra. Papst Franziskus habe mit Freude von der Messfeier aus Anlass des 250-jährigen Jubiläums des Neubaus der Pfarrkirche Waxweiler erfahren. Er bitte alle versammelten Gläubigen um ihr Gebet für ihn und seine Aufgaben als Hirte der universalen Kirche und erteile ihnen den erbetenen Apostolischen Segen. Musikalisch gestaltete Organist Markus Roschinski den Gottesdienst an der Sebald-Orgel von 1961.

(red)

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