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Bistum Trier
Montag, 27. September 2021

Boten und Künder der Frohen Botschaft

Bischof Ackermann beauftragt Lehrkräfte zum Religionsunterricht

Trier – In einem Gottesdienst im Trierer Dom hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am 24. September 57 Lehrerinnen und Lehrer zur Erteilung von schulischem Religionsunterricht beauftragt. Mit der Verleihung der sogenannten Missio canonica können die neuen Lehrkräfte aus dem Bistum Trier das Fach Katholische Religion im Auftrag der Kirche in allen Schulformen unterrichten.

Neben der vom Bischof überreichten Sendungsurkunde erhielten die jungen Lehrerinnen und Lehrer, die fast alle ihren Schuldienst bereits begonnen haben, auch einen kleinen Engel aus Speckstein geschenkt. Engel seien einerseits „so etwas wie die personifizierte Sorge Gottes für jede und jeden“, sagte der Bischof in seiner Predigt. Zum anderen seien sie biblisch betrachtet aber auch Boten und Künder der Botschaft Gottes – wie etwa der Verkündigungsengel Gabriel aus dem vorgelesenen Lukas-Evangelium, der Maria die Geburt Jesu verheißt. An drei ausgewählten Aspekten aus dieser Erzählung könne man etwas „ablesen“ für den Dienst der neuen Pädagoginnen und Pädagogen: Zunächst sei da der grundlegende Aspekt der „Zusage“, dass Gott – wie mit Maria – mit jedem und jeder „einen Plan“ habe. Als Religionslehrerinnen und -lehrer seien sie herausgefordert, bei den Schülerinnen und Schülern die verschiedenen Gaben „herauszulocken, zu fördern und zum Wachsen zu bringen“, sagte der Bischof. Der zweite Aspekt sei der des „Erklärens“: So wie sich der Erzengel vor der fragenden Maria erklären musste, werde auch von den Unterrichtenden erwartet, dass sie mit Blick auf ihren Glauben in der Lage seien, „Gründe und Beispiele zu nennen, auskunftsfähig zu sein und andere auskunftsfähig zu machen“, betonte Ackermann. Und schließlich, so ein dritter Aspekt, habe der Engel Maria verlassen. In gleicher Weise müssten Lehrerinnen und Lehrer die ihnen Anvertrauten in ihre „eigene Freiheit und Verantwortung entlassen“, im Vertrauen darauf, dass Gott mit ihnen sei und sich ihre Gaben entwickelten. Auch das Gebet für die jungen Menschen, verstanden als Zuspruch, dass Gott mit ihnen ist, sei eine Form der Zuwendung.

Starkes Bedürfnis nach Hoffnung und Begleitung

Die 59 Lehrerinnen und Lehrer, von denen zwei nicht anwesend sein konnten, unterrichten neben weiteren Fächern katholische Religion an kirchlichen und – weit überwiegend – an staatlichen Schulen im Gebiet des Bistums: an Förderschulen, Grundschulen, Realschulen Plus, Integrierten Gesamtschulen/Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Berufsbildenden Schulen. Annika Meyer aus Föhren zum Beispiel ist Lehrerin an der Theobald-Simon-Schule in Bitburg – als Berufsbildende Schule jene Schulform, an der die meisten Religionslehrerinnen und -lehrer eingesetzt sind. Meyer schätzt an dem Fach, dass darin auch viel „über die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler und ihre Probleme gesprochen werden kann“. Sie merke, dass ihnen das „guttue“. Sie versuche, die „Botschaft der Liebe“ zu vermitteln und dabei ihren Religionsunterricht in einfacher, verständlicher Sprache zu gestalten, um die Jugendlichen zu erreichen. Dabei beobachtet sie, „dass alle ein starkes Bedürfnis haben nach Hoffnung und Begleitung sowie den Wunsch, in eine ‚richtige‘ Richtung gelenkt zu werden“. Christian Schnack aus Ochtendung unterrichtet an der Augustiner-Realschule Plus in Hillesheim. Er beobachte in der Eifel noch ein gutes religiöses Vorverständnis bei den Schülerinnen und Schülern und versuche in seinem Unterricht, nicht nur Glaubenswissen zu vermitteln, sondern auch „für die Frohe Botschaft zu begeistern“. Dabei komme es ihm in der Begegnung mit den Jugendlichen auch darauf an, „in den Gesprächen die Position der Kirche anzubieten“, sagte Schnack, der auch Ethik sowie die Fächer Mathematik und Wirtschaft und Verwaltung unterrichtet.

Beim Empfang nach der Missio-Verleihung im Generalvikariat dankte der Bischof den Lehrerinnen und Lehrern für ihren Dienst und bot sich als Gesprächspartner für ihre Belange an. Als Leiter der Bistums-Schulabteilung beglückwünschte Albrecht Adam die neuen Lehrkräfte. Für den untergeordneten Arbeitsbereich Religionsunterricht und Schulpastoral, der für die Missio-canonica-Verleihung zuständig ist, bedankte sich dessen Leiter Patrick Wilhelmy bei den Referentinnen und Referenten für die unterschiedlichen Schulformen und den Mitarbeiterinnen für die Vorbereitung. Er dankte zudem den Musikerinnen und Musikern und den Ministrantinnen und Ministranten des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums, die den Gottesdienst gestalteten – namentlich Emily Schon (Kantorengesänge), Amelie Reutlinger (Trompete) und Ulrich Krupp (an der Orgel). Man hoffe, so Wilhelmy, die Missio im nächsten Jahr wieder im Rahmen der Heilig-Rock-Tage im Frühjahr verleihen zu können. Im Jahr 2020 fand coronabedingt keine feierliche Entsendung statt; es waren nur die Beauftragten im Dom anwesend, von wo aus der Gottesdienst live im Internet übertragen wurde.

Rund 6.000 Lehrkräfte für Religion im Bistum Trier

Der Religionsunterricht ist nach den Bestimmungen des Grundgesetzes ordentliches Lehrfach, für dessen Inhalt die Kirchen verantwortlich sind. Lehrerinnen und Lehrer erhalten nach ihrem Universitätsstudium vom Bischof auf Antrag zunächst eine vorläufige Unterrichtserlaubnis und nach dem Zweiten Staatsexamen die kirchliche Lehrerlaubnis, die Missio canonica. Damit können sie den Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetzes im Auftrag der Kirche erteilen. Von der Schulabteilung des Bistums gibt es außerdem vielfältige Angebote, sich fachlich und spirituell fortzubilden. Fast 6.000 Religionslehrerinnen und Religionslehrer sind im Bistum für ihre Schülerinnen und Schüler Ansprechpartner in Glaubens- und Lebensfragen. Sie stehen in ihrer theologischen und religionspädagogischen Kompetenz und mit ihrer Person für den Glauben der Kirche und machen ihn begreifbar. In ihrem Engagement für die Schulpastoral schaffen sie außerdem wichtige Erfahrungsorte von Kirche. Die Religionslehrerinnen und -lehrer sind die größte theologische Berufsgruppe in Deutschland.

(red)

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