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Bistum Trier
Donnerstag, 29. Oktober 2020

Centellas fordert gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bolivien

Das Partnerland des Bistums Trier hat einen neuen Präsidenten

Sucre/La Paz – In Bolivien, dem Partnerland des Bistums Trier, fanden am 18. Oktober Präsidentschaftswahlen statt. Laut offiziellem Endergebnis holte der Sozialist Luis Arce Catacora bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Monsignore Ricardo Centellas, Erzbischof von Sucre und Vorsitzender der bolivianischen Bischofskonferenz, hat klare Erwartungen an den künftigen Präsidenten und definiert die Aufgaben der Kirche unter den neuen politischen Bedingungen.

Die Präsidentschaftswahl in Bolivien wurde landesweit mit Spannung beobachtet, da die Wahlen im vergangenen Jahr aufgrund von Betrugsvorwürfen für ungültig erklärt worden waren. Ein Jahr lang befand sich der Andenstaat deshalb in politischem Schwebezustand. Wahlsieger Luis Arce Catacora, Kandidat der Partei Movimiento al Socialismo (Bewegung für den Sozialismus) holte bereits im ersten Wahlgang mit rund 54 Prozent die absolute Mehrheit der Stimmen. Der konservative Carlos Mesa landete mit deutlichem Abstand und 29 Prozent auf dem zweiten Platz. Ebenfalls angetreten war der rechtsextreme Luis Fernando Camacho. Wahlbeobachter der Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten lobten den friedlichen Verlauf am Wahltag und erklärten, bei der aktuellen Wahl keinerlei Anzeichen für Wahlbetrug gefunden zu haben. Die Übergangspräsidentin Jeanine Áñez und der konservative Herausforderer Carlos Mesa erkannten Arces Sieg im ersten Durchgang an.

Den Zusammenhalt fördern – die Krisen überwinden

„Der gestrige Wahltag war ein Fest für die Demokratie, an dem die Bevölkerung massiven Anteil hatte“, äußerte sich Monsignore Centellas im Interview mit dem Radiosender Vatican News kurz nach den Wahlen. „Es gab keine Zwischenfälle, die Hygieneregeln wurden eingehalten und es zeigte sich, dass die Bevölkerung die Demokratie im Land festigen will.“ Die erste Herausforderung für den designierten Präsidenten Acre sei es nun, der Krise entgegenzutreten und sich für den nationalen Zusammenhalt einzusetzen, da das Land regional, politisch und ideologisch gespalten sei. Ein weiteres Problem seien die sozialen Sicherungssysteme in Bolivien, die zwar häufig angekündigt, aber nie umgesetzt worden seien: „Wir stehen vor dem Problem der gesundheitlichen Krise. Wer in Bolivien keine Ersparnisse hat, stirbt“, so der katholische Geistliche. Ebenfalls schlecht aufgestellt sei das Bildungssystem. „Die Krise ist umfassend.“ Um Stabilität zu erreichen, müsse die Regierung zum Dialog – auch mit den Oppositionsparteien – bereit sein.

Die Aufgabe der Kirche sehe Monsignore Centellas darin, der Mission Christi zu folgen. In Anlehnung an Papst Franziskus rief er dazu auf, Geschwisterlichkeit und ein friedliches Zusammenleben zu fördern. „Wir sollen nicht die Anlässe für Feindschaft untereinander vermehren oder verstärken. Wir müssen gemeinsam dafür kämpfen, dass in diesem Land die Menschenrechte eingehalten werden, dass die soziale Integration gestärkt wird. Denn wenn man Politik nur im Sinne einiger weniger macht, gehen die Zusammenstöße weiter“, betonte der Vorsitzende der bolivianischen Bischofskonferenz.

Weitere Informationen zur Bolivienpartnerschaft im Bistum Trier gibt es auf: www.bolivienpartnerschaft.bistum-trier.de.

(red/ih)

 

 

 

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