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Bistum Trier
Mittwoch, 23. Juni 2021

Corona-Krise im Partnerland Bolivien spitzt sich zu

Bistum will weitere Beatmungsgeräte und Sauerstoffkompressoren schicken

Trier/Santa Cruz – Während in Deutschland wieder ein Stück Normalität während der Corona-Pandemie einkehrt, steigen in Bolivien, dem Partnerland des Bistums Trier, die Infektionszahlen weiter an. Fast täglich meldet das lateinamerikanische Land neue Höchststände an Neuinfektionen – zuletzt rund 2.000 Menschen pro Tag. Zum Vergleich: Hoch gerechnet auf die deutsche Bevölkerung entspräche das Infektionszahlen von 16.000 an jedem Tag. Die Dunkelziffer wird weit höher geschätzt.

Pfarrer Christian Müssig stammt aus dem Bistum Würzburg und ist seit vielen Jahren in Bolivien im Einsatz. Aktuell ist er Direktor der Sozialpastoral der Caritas im Erzbistum Santa Cruz de la Sierra. Bei einem Besuch im Bistum Trier hat er von der schwierigen Lage der Krankenhäuser berichtet, mit denen er in engem Kontakt steht. Seine Wahlheimat, die Region um Santa Cruz, sei bereits in der ersten Welle der Pandemie besonders stark betroffen gewesen. Auch jetzt treffen die zweite und dritte Welle der Infektionen die größte Stadt Boliviens im Tiefland mit ebensolcher Wucht. Plätze in Krankenhäusern, die über eine Intensivstation verfügen, seien durchgehend belegt, und es komme zu chaotischen Szenen: „Menschen können nicht aufgenommen werden, weil keine Betten frei sind. Sie warten dann im Flur oder vor den Toren des Krankenhauses, und wenn ein Bett frei wird, etwa weil ein Patient stirbt, steht gleich der nächste bereit“, schildert Müssig die dramatische Lage. Es mangele nicht nur an qualifiziertem Personal, sondern auch an Beatmungsgeräten und an der Produktion von medizinischem Sauerstoff. Zwar schickten einige Nachbarländer Sauerstoffflaschen, diese reichten jedoch bei Weitem nicht aus. Auch die Impfkampagne laufe nur schleppend an. Lieferungen des Vakzins durch die Initiative Covax würden zwar oft angekündigt, dann aber meist verschoben. „Ein Grund dafür ist, dass Länder wie Kanada oder die USA, aber auch die Europäische Union, bereits jetzt Impfstoffe aufkaufen, um ihre Bevölkerung mehrfach zu impfen.“ Ludwig Kuhn, Leiter der Diözesanstelle Weltkirche fügt hinzu: „Dann bleibt für Bolivien und für andere Länder des Südens nicht mehr viel übrig.“ Vorhandener Impfstoff werde gezielt an der Grenze zu Brasilien verimpft, um die weitere Ausbreitung der brasilianischen Mutante des Virus einzudämmen. Müssig wünscht sich mehr internationale Unterstützung durch Lieferung von Impfdosen – und ruft die Menschen auf, sich dafür politisch einzusetzen.

Kuhn sagte zu, dass die im Rahmen der Bolivienpartnerschaft bereits geleistete Unterstützung noch erweitert werde. An Krankenhäuser in verschiedenen Regionen wolle man weitere Beatmungsgeräte und weiteres technisches Zubehör liefern. Die bolivianischen Diözesen erhalten zudem Unterstützung für ihre Initiativen vor Ort. „Oft wird gefragt: Was tut die Kirche in der Corona-Pandemie? Dies zum Beispiel – wir möchten uns solidarisch zeigen mit den von der Pandemie stark betroffenen Menschen in Bolivien. So fördern wir Projekte im Umfang von rund 50.000 Euro und bitten dringend um weitere Spenden.“ Wer spenden möchte, kann dies auf das Konto Bistum Trier – Bolivienpartnerschaft: IBAN: DE62 3706 0193 3007 8480 47, Spendenvermerk: 300 057 Corona-Hilfe.

(sb)

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