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Bistum Trier
Mittwoch, 8. Juli 2020

"Das Lernen von Anderen"

Team entdeckte Raum Cochem-Zell

Cochem-Zell – Mehr als 10.000 Menschen erreichten sogenannte Erkunderinnen und Erkunder in einem zweijährigen Lern- und Entdeckungsprozess im gesamten Bistum Trier. Die Teams sprachen mit Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen und fragten, wie sie leben, was sie von Kirche benötigen und wie sie Glaubensleben gestalten möchten. Im Raum Cochem-Zell blickte das vierköpfige Team zusammen mit Miterkunderinnen und Miterkundern unter anderem auf den Lebensort Schule und hinter das erfolgreiche Konzept des Klostercafés in Beilstein.

Im Zuge der Umsetzung der Synodenergebnisse im Bistum Trier initiierte Bischof Dr. Stephan Ackermann die „Erkundungsphase“, die im August 2019 ihren Abschluss fand. Dazu wurden 30 diözesane Erkunderinnen und Erkunder ausgebildet und in zehn multiprofessionellen Teams (vornehmlich aus Seelsorge und Caritas) in die Fläche des Bistums zur Erkundung ausgesandt. Unterstützt wurden die Teams dabei von den Menschen vor Ort, die sich beispielsweise als Miterkunderinnen und -erkunder beteiligten.

Das Erkunderteam im Raum Cochem-Zell wurde von engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit unterstützt. „Sie haben das Erkunden wirklich verinnerlicht“, blickt Erkunder Herbert Tholl zurück. Einige von ihnen nahmen sich dem Thema „Schule“ an und führten eine Befragung in drei Schultypen durch.

Einblicke ins Schulleben

Dabei äußerten die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, dass ihre Klassenräume „öde gestaltet seien dafür, dass sie den ganzen Tag dort sind“. Schule ist eben nicht nur ein Lernbetrieb. „Sie verbringen den Großteil ihrer aktuellen Lebenszeit in der Schule. Deshalb war es uns wichtig, sie dort aufzusuchen und von ihnen zu erfahren, wie sie den Ort erleben, was sie an diesem schätzen, aber auch vermissen“, formuliert das Team in ihrem Abschlussbericht.

„Welche Werte sind euch wichtig?“ lautete eine weitere Frage. „Da kamen viele Werte wie Vertrauen, Respekt, Liebe raus, die auch wir als Kirche vertreten“, berichtet der ausgebildete Gemeindereferent und heutige Ausbildungsleiter für Gemeindereferentinnen und -referenten im Bistum Trier. Zudem sind den Jugendlichen die Stärkung der Gemeinschaft und der Zusammenhalt wichtig. Daraus ergab sich die Überlegung, wie Kirche daran mitwirken kann. „Pastorale, seelsorgerische Angebote können den Lebensort Schule bereichern“, heißt es im Dokument der Erkunderinnen und Erkunder.

Ein anderes Projekt blieb Tholl ebenfalls in Erinnerung: Das Klostercafé in Beilstein. Die Betreiberin berichtete, dass viele Menschen im Café über ihr Leben sprechen. „Kloster Beilstein ist ein Ort, an dem Menschen ihr Leben reflektieren und erzählen“, lautet der Eindruck des Teams. „So etwas kann man allerdings nicht kopieren oder künstlich erzeugen“, räumt Tholl ein. „Das Erfolgsgeheimnis liegt zum großen Teil in der Motivation der Initiatorinnen und Initiatoren, die gemeinsam mit Pater Justin Stampfer das Kloster wieder aufgebaut und belebt haben“, heißt es im Bericht. Aus dem Besuch ergab sich die Frage: „Wie können in der Kirchenentwicklung des Bistums Trier unternehmerische Qualität und pastorale Innovation zusammengebracht und gefördert werden?“

Besucht haben die Erkunderinnen und Erkunder zudem diakonische Einrichtungen, die unter kirchlicher oder staatlicher Leitung stehen. „Dort haben wir eine tolle zukunftsfähige (Arbeits-)Kultur mit einer Orientierung an den jeweiligen Bedürfnissen erlebt“, berichtet Tholl. Dies wären durchaus gute Beispiele für die zukünftige kirchliche Arbeit im Bistum. Zudem gebe es viele Kooperationsmöglichkeiten. So ist das Silke Kasimirat Haus, eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung in Blankenrath, aber auch die anderen besuchten Einrichtungen, interessiert an einem regelmäßigen Kontakt bzw. an Formen der Zusammenarbeit mit der kirchlichen Gemeinde.

Im Mittelpunkt: Zuhören

Es ging der Gruppe nicht darum zu kontrollieren, was in den Gemeinden geschieht oder zu urteilen, ob etwas gut oder schlecht läuft. Es ging um‘s Zuhören. „Das Lernen von Anderen - dafür steht Erkundung“. Bei dieser zweijährigen Phase soll es nicht bleiben, sondern das Erkunden soll sich als Methode etablieren.

Der Anfang hierzu wurde gemacht. Obwohl zuerst vielen Verantwortlichen und Interessierten vor Ort nicht so recht klar war, was die Aufgabe der Erkunderinnen und Erkunder ist. „Was fast allen passiert ist, dass sie auf eine Erwartungshaltung trafen, den Reformprozess zu erklären“, schildert Edith Ries die damalige Situation. „Aber es gab zum Glück immer wieder Menschen, die Miterkunder werden wollten. Und die begannen zu verstehen, was Synode wirklich will. Dass Raumgliederung nicht das Wichtigste ist, sondern der pastorale Prozess des Hinschauens“, ergänzt Dr. Alexander Knauf, Referent Sozialraumorientierung und Gemeinwesenarbeit Caritasverband für die Diözese Trier e.V.

Neben Herbert Tholl waren der Dekanatsreferent im Dekanat St. Willibrord Westeifel Johannes Eiswirth, Diakon Hermann Hower aus Wittlich, Karin Terhorst vom Caritasverband Westeifel Teil des Erkunderteams für den Raum Cochem-Zell.

Alle Informationen zur Erkundung gibt es auf https://www.erkundung.bistum-trier.de Den Bericht der Erkunderinnen und Erkunder aus dem Raum Cochem-Zell gibt es auf  https://www.erkundung.bistum-trier.de/fileadmin/user_upload/Benutzer/internet-redaktion2/dokumentation_cochem-zell.pdf

(jf)

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