Unsere WebSeite verwendet Cookies (kleine Textdateien, die sie auf Ihrem Rechner ablegt); dadurch bleibt bistum-trier.de für Sie möglichst leicht zugänglich und komfortabel. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung . Sie können in den Einstellungen Ihres Browsers bestimmen, ob er Cookies akzeptiert oder nicht. Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Bistum Trier
Montag, 3. Dezember 2018

„Das Wort Gottes will verkündet werden“

Bischof Ackermann überreicht neues Lektionar an 800 Frauen und Männer

Trier – Seit dem ersten Advent gilt für die katholischen Gottesdienste das neue Lektionar – also das Buch mit den Schriftlesungen aus der Bibel für den Gottesdienst, das nun die neue Einheitsübersetzung der Bibel von 2016 verwendet. Bei einer Übergabe-Feier in Trier hat Bischof Dr. Stephan Ackermann den nun erschienenen ersten Band an rund 800 Lektorinnen und Lektoren sowie Ehrenamtliche aus den Gemeinden des Bistums überreicht. Die Frauen und Männer waren in der ehemaligen Reichsabtei Sankt Maximin zusammengekommen, um sich von Professor Hans-Georg Gradl von der Theologischen Fakultät Trier und Pfarrer Dr. Marius Linnenborn, Leiter des Liturgischen Instituts, über Änderungen und Neuerungen informieren zu lassen und sich auszutauschen.

Das neue Lektionar verwendet die Texte aus der neuen deutschen Einheitsübersetzung der Bibel von 2016. Welche Änderungen oder Neuerungen es im Vergleich zur alten Einheitsübersetzung von 1979 gibt, veranschaulichte Professor Gradl an einigen Beispielen. So habe man zunächst einmal offensichtliche Übersetzungsfehler ausgemerzt: Früher habe es geheißen „David war blond“ nun heiße es, er war „rötlich“. Bei einem bereits blind geborenen Mann, den Jesus heilte, hieß es früher „ich konnte wieder sehen“, nun heiße es „ich konnte sehen“. JAHWE habe man durch HERR ersetzt, da auch die Juden den Namen Gottes nie aussprachen. Außerdem habe man sich sprachlich nun wieder enger an den Originaltexten aus dem Hebräischen und Griechischen orientiert.

Marius Linnenborn und sein Mitarbeiter Dominik Bodenstein ergänzten Gradls Ausführungen noch um einige Details. Über die Briefe des Apostels Paulus heiße es nun nicht mehr „an die Römer“ sondern „an die Gemeinde in Rom“, denn erstens seien nicht alle Römer, sondern nur die christliche Gemeinde im alten Rom gemeint gewesen und zweitens schließe es somit sinngemäß auch Frauen und Kinder ein. Etwas mehr Gleichberechtigung gebe es nun bei der Anrede an die Gläubigen: Es heiße nun „liebe Schwestern und Brüder“, nicht mehr nur „Brüder“. Bei dreisilbigen Namen seien Betonungszeichen gesetzt worden, die das Vorlesen unterstützen sollen. Die Einteilung in acht Bände und die Leseordnung – also welche Texte wann gelesen werden sollen – seien gleich geblieben. Linnenborn empfahl, die Einführung des neuen Lektionars zu nutzen, um dem Wort Gottes mehr Raum zu geben, denn „es will nicht nur studiert werden, es will verkündet werden.“

Auch Bischof Ackermann ging in seiner Predigt im anschließenden Wortgottesdienst darauf ein. Auch wenn heute die Übergabe eines neuen Buchs gefeiert werde, gehe es darum, dass das Wort Gottes nicht zwischen zwei Buchdeckeln verbleibe, sagte Ackermann in seiner Predigt. Am Ende des Gottesdienstes übergab der Bischof die Lektionare an Männer und Frauen, die die Botschaft vortragen und weitergeben. „Es soll lebendig werden, hinausgetragen werden, von Angesicht zu Angesicht, von Mund zu Herz.“ Worte seien zwar flüchtig, könnten jedoch eine ungeheure Wirkung entfalten und bis in die körperliche Existenz wirken. „Ein Wort kann mich von einem auf den anderen Moment traurig machen oder zornig, es kann Herzklopfen verursachen oder mich zum Lachen bringen.“                                                                                  

Wenn schon menschliche Worte so wirkten, wie sehr müsse das dann erst für das Wort Gottes gelten, fragte Ackermann. Maria, die Gottesmutter, sei hierfür das beste Beispiel. „Bald feiern wir wieder das Weihnachtsfest und wir feiern damit auch, dass Maria Gottes Wort so sehr aufgenommen hat, dass Gott Mensch werden konnte. Es hat sie sozusagen mit Haut und Haaren ergriffen. Was haben wir also für eine große Verantwortung, wenn wir dieses Wort verkünden?“ Bei allem, was die Gläubigen im Bistum derzeit umtreibe, bleibe der Kirche doch letztlich vor allem eine Aufgabe: „Das Wort Gottes zu verkünden und sich darüber auszutauschen. Da baut der Herr seine Kirche auf, auch in heutiger Zeit.“ 

Am Ende des Gottesdienstes überreichte Ackermann dann Lektionare an die Vertreter und Vertreterinnen der Pfarreiengemeinschaften. Unter den zahlreichen in Sankt Maximin versammelten Lektoren und Lektorinnen war auch die 90-jährige Johanna Schwinning aus Musweiler in der Pfarreiengemeinschaft Großlittgen, die schon seit über 45 Jahren als Lektorin und Kommunionhelferin engagiert ist. Auch eine Gruppe von Lektorinnen, die sich im DRK-Krankenhaus Saarlouis ehrenamtlich engagieren, war nach Trier gekommen. „Wir wollten uns informieren, um auf dem neuesten Stand zu sein“, sagte Margit Bohr. Sie findet den Lektorendienst sehr wichtig, da hier ein besonderer Bezug zur „Basis“ der Gläubigen bestehe, wenn Laien im Gottesdienst aktiv eingebunden seien und das Wort Gottes verkünden.

Gestaltet wurde die Übergabefeier musikalisch vom Kirchenchor St. Laurentius Waldrach unter der Leitung von Laurentius Lauterbach sowie dem Abteier Blechbläserquartett. Für die Organisation zeichnete Wolfgang Meyer mit seinem ehrenamtlichen Team des Besucherdienstes Trier verantwortlich, denen der Bischof mit den Worten: „Sie sind unsere helfenden Engel“ dankte.  

Mehr Informationen zum neuen Lektionar gibt es auf den Seiten des Deutschen Liturgischen Instituts unter www.liturgie.de.

(sb)

Weiteres:

News Details