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Bistum Trier
Dienstag, 25. Juni 2019

„Dem Populismus widerstehen“

Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen

Berlin/Bonn/Trier - Unter dem Titel Dem Populismus widerstehen hat die Deutsche Bischofskonferenz am 25. Juni in Berlin eine Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen veröffentlicht. Das Dokument, das im Zusammenwirken der Migrationskommission und der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz sowie der Deutschen Kommission Justitia et Pax als Expertentext entstanden ist, wurde von den zuständigen Kommissionsvorsitzenden, Erzbischof Dr. Stefan Heße, Bischof Dr. Franz-Josef Bode und Bischof Dr. Stephan Ackermann vorgestellt. Das Dokument gibt Anregungen für Diskussionen und Aktivitäten, vermittelt Hintergrundinformationen und Argumente und stellt beispielhafte kirchliche Initiativen sowie pastorale Anregungen vor. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Tendenzen orientiert sich an sechs thematischen Schwerpunkten: (1) Welches Volk? Annäherungen an Phänomene des Populismus, (2) Strategien und Inhalte rechtspopulistischer Bewegungen, (3) Flucht und Asyl, (4) Islam und Islamfeindlichkeit, (5) Familienbilder, Frauenbilder, Geschlechterverhältnisse sowie (6) Identität und Heimat.

Erzbischof Heße erinnerte bei der Vorstellung der Arbeitshilfe an die Opfer von Hass und Ausgrenzung. Er habe in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt, „dass rechtspopulistische Tendenzen kein rein abstraktes Phänomen sind. Vielmehr werden sie als ganz konkrete Bedrohung wahrgenommen: von Menschen, die vor Gewalt geflohen sind und hier Schutz suchen, und von den ehrenamtlich Engagierten, die Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mancherorts wird ein Klima der Feindseligkeit geschürt, das zwischenmenschliche Begegnungen verhindert und das gesellschaftliche Miteinander vergiftet“. In dieser schwierigen Situation würden Kirchengemeinden und kirchliche Basisinitiativen zu Recht erwarten, dass die Bischöfe ihnen „geistlich und argumentativ den Rücken stärken“. Der Vorsitzende der Pastoralkommission, Bischof Bode, betonte, dass es „innerkirchlich einen Gesprächs- und Klärungsbedarf“ gebe. „Denn da sind auch diejenigen, die in kirchlichen Gemeinden und Gruppen Ängste schüren und die Ablehnung des und der Fremden verstärken. Es gibt auch diejenigen, die die Sorge um den Verlust einer christlichen Identität instrumentalisieren, um überhaupt gegen Muslime und Andersdenkende oder gegen moderne Familienbilder und Rollenveränderungen in der Gesellschaft oder gegen Homosexuelle und Menschen mit anderen sexuellen Identitäten zu hetzen.“ Dies stelle eine Herausforderung für die Pastoral dar. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die in der Arbeitshilfe dokumentierten Beispiele dazu anregen sollen, „gegen populistische Stimmen und Stimmungen in Gesellschaft und Kirche vorzugehen.“

Bischof Ackermann als Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax beschrieb den kirchlichen Einsatz für Menschenrechte als Schwerpunkt von Justitia et Pax. Der Geltungsanspruch der Menschenrechte werde in rechtspopulistischen Kreisen infrage gestellt und Menschenrechte würden „als unzulässige Beschränkung der Volkssouveränität“ abgetan. „Der Respekt vor der Würde des Menschen kann nur in einem demokratischen Gemeinwesen abgesichert werden – wie auch unsere moderne Demokratie nur in einem Gemeinwesen denkbar ist, das sich am Respekt vor der Würde eines jeden Einzelnen orientiert.“ Die Menschenrechte „zu stärken und damit die reale Pluralität des Gemeinwesens sichtbar werden zu lassen bedeutet, Demokratie zu leben“.

Die Statements der Bischöfe sowie Bestell-  und Downloadmöglichkeiten für die Arbeitshilfe sind unter www.dbk.de zu finden. Bischof Stephan Ackermann nimmt im Interview mit dem Domradio Stellung zur Arbeitshilfe. Auch dem Trierischen Volksfreund stand er Rede und Antwort. Den Wortlaut des Interviews können Sie hier nachlesen. 

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