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Bistum Trier
Dienstag, 17. März 2020

Der Einsamkeit entgegenwirken – vorübergehend per Telefon

Bischof Ackermann hat Mitarbeiterinnen des Lüxemer Senioren-Besuchsdienstes getroffen

Lüxem/Flußbach/Wittlich – Am vergangenen Mittwoch war die Lage im ältesten deutschen Bistum noch eine völlig andere. Doch innerhalb weniger Tage ist einiges geschehen, zum Teil haben sich die Ereignisse überschlagen. Grund dafür ist die Corona-Pandemie, die nun auch in Deutschland angekommen ist. Ein Termin wie der des Trierer Bischofs Dr. Stephan Ackermann bei den Frauen des Lüxemer Seniorenbesuchsdienstes in der Caritas-Geschäftsstelle Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. in Wittlich am 11. März ist in den kommenden Wochen undenkbar. Denn inzwischen hat das Bistum Trier öffentliche Veranstaltungen und Treffen bis mindestens Ende März ausgesetzt, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen und insbesondere Menschen, die einer Risikogruppe angehören, zu schützen.

Zu genau einer solchen Risikogruppe gehören die Seniorinnen und Senioren, die die neun Frauen aus der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena Wittlich-Lüxem und der Filiale St. Servatius Flußbach regelmäßig besuchen. Viele der engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, wie Katharina Wieser und Matthia Walter, sind seit der ersten Stunde mit dabei. Vor genau sieben Jahren fand das erste Treffen statt. Beide hatten zuvor den damals bereits etablierten Seniorentreff mitorganisiert. „Anfangs sind wir immer zu zweit losgegangen, haben uns bei den Leuten vorgestellt und Karten verteilt, mit denen wir unseren Service bekannt machen wollten.“ Die Idee: Zu den älteren Menschen gehen, die wegen Krankheit oder Gebrechlichkeit nicht mehr am regulären Gemeindeleben teilhaben konnten. Ihnen zuhören, Neuigkeiten aus den Pfarrgemeinden austauschen, schlicht für sie da sein und der Einsamkeit entgegenwirken. Das sei sehr gut angekommen. „Die Senioren sagten zu uns, als wir uns verabschiedeten: ‚Wann kommt ihr denn wieder? Vergesst uns nicht!‘ Das war sehr berührend“, erzählt Katharina Wieser.

Vernetzte Unterstützung

„Sie geben der Kirche vor Ort ein Gesicht!“, freute sich Bischof Dr. Stephan Ackermann über den Einsatz der Ehrenamtlichen. Schnell hätten sich weitere Verknüpfungen ergeben, erzählte Walter. „Wir sind auch Vermittlerinnen zu den pastoralen Berufsgruppen, zum Beispiel wenn die Senioren die Hauskommunion empfangen möchten oder darum bitten, dass ihnen die Krankensalbung gespendet wird.“ Darüber hinaus seien sie auch zur Stelle, wenn die Angehörigen der älteren Frauen und Männer Hilfe bräuchten. Auf die Frage des Bischofs, wie sie mit belastenden Situationen wie schweren Erkrankungen der Senioren umgehen, antworte Walter: „Bei Rainer Martini, der den Dienst fachlich begleitet, sind wir gut aufgehoben. Er steht uns bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite.“ Der Caritas-Mitarbeiter Martini könne im Notfall „auf dem kurzen Weg adäquate Unterstützung wie Essen auf Rädern, einen Kontakt zum Pflegedienst oder zur Lebensberatung“ vermitteln, erklärt er. Die Verknüpfung einzelner Akteure und Institutionen zum Wohle der Menschen sei ihm ein großes Anliegen, ergänzte Caritasdirektor Frank Zenzen. Drei Mal im Jahr trifft sich Martini mit der Gruppe und lädt Experten dazu, beispielsweise aus dem Hospizdienst. „Das gibt Sicherheit“, so Martini. Auch organsiert er einmal im Jahr eine spirituelle Wanderung mit geistlichen Impulsen, „damit wir nicht aus den Augen verlieren, weshalb wir unseren Dienst leisten.“ Im Gespräch verwies Martini auf den Fastenhirtenbrief des Trierer Bischofs. Darin hatte sich Ackermann für den diakonischen und sozialen Einsatz, den alle Haupt- und Ehrenamtlichen im Bistum leisten, bedankt. Zu den Frauen des Besuchsdienstes und den Caritas-Mitarbeitern sagte der Bischof: „Die diakonische Kirchenentwicklung ist ein unbestrittener Akzent in der Synodenumsetzung. Wir haben so viel Know-how wie das Ihre im Bistum, das wollen wir noch stärker vernetzen.“

Den Kontakt halten trotz Einschränkungen durch Corona

Inzwischen haben die Frauen des Besuchsdienstes beschlossen, die Besuche bei den älteren Damen und Herren für einige Wochen auszusetzen – aus Rücksicht auf deren  Gesundheit. „Falls die Seniorinnen und Senioren aber jemanden brauchen, mit dem sie sprechen können, stehen wir telefonisch zur Verfügung. Wir halten den Kontakt“, bekräftigt Wieser.

Neben Matthia Walter und Katharina Wieser engagieren sich Herta Esch, Anni Faas, Edeltraud Fellmann, Johanna Gessinger, Rita Scherl, Christel Schwind und Irmgard Wenig im Senioren-Besuchsdienst der katholischen Pfarrgemeinden St. Maria Magdalena Wittlich-Lüxem und der Filiale St. Servatius Flußbach. Weitere Informationen gibt es bei Matthia Walter, Tel.: 06571-27920 und Katharina Wieser, Tel.: 06571-7607.

Der Seniorenbesuchsdienst ist Teil des „Runden Tischs“ der Pfarreiengemeinschaft Wittlich, der bereits bestehende ehrenamtliche Dienste weiter ausbaut und neue, am Bedarf orientierte Projekte auf die Beine stellt. Weitere Informationen zu den vielfältigen Angeboten des Runden Tischs gibt es bei Rainer Martini, Tel.: 06571-9155-0.

(ih)

 

 

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