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Bistum Trier
Montag, 18. Januar 2021

Deutsch-brasilianischer Kardinal stirbt an Corona

Ackermann kondoliert zum Tod des Alterzbischofs von Rio mit Wurzeln im Saarland

Trier/Rio – Der deutsch-brasilianische Kardinal Eusebio Oscar Scheid ist im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion verstorben. Von 2001 bis 2009 leitete er die Erzdiözese Rio, die mit rund vier Millionen Katholiken zu den größten der Welt zählt. Er habe die Nachricht vom Tod Scheids, dessen Vorfahren aus dem Bistum Trier stammen, mit Trauer aufgenommen, schreibt Bischof Stephan Ackermann in einem Kondolenzschreiben an Kardinal Odilo Scherer in Sao Paulo. Ihm und allen Mitbrüdern drücke er die Anteilnahme des ganzen Bistums Trier aus.

Dom Eusebio sei mit dem Bistum Trier sehr verbunden gewesen – aus Sotzweiler im Saarland stammten seine Vorfahren, die im 19. Jahrhundert nach Südbrasilien auswanderten. Der Kardinal habe den Kontakt zum Bistum Zeit seines Lebens gepflegt und immer wieder die Pfarreien, in denen seine Ahnen lebten, besucht. 1996 habe Scheid gemeinsam mit weiteren Bischöfen aus Südbrasilien mit familiären Wurzeln im Bistum Trier an der Heilig-Rock-Wallfahrt teilgenommen. Zwei Jahre später habe Ackermanns Vorgänger, Bischof Dr. Hermann Josef Spital, Brasilien besucht und sei von Kardinal Scheid in die Diözese Florianapolis eingeladen worden. „Dom Eusebio hat als Priester und als Professor der Theologie, als Bischof in der Diözese Sao José dos Campos, anschließend in den Erzdiözesen Florianopolis und Rio de Janeiro als Hirte und Lehrer gewirkt. Er war ein großer Zeuge des Glaubens“, so Ackermann in dem Kondolenzschreiben.

Der Alterzbischof von Rio de Janeiro Scheid war seit einigen Tagen in einem Krankenhaus im Hinterland des Bundesstaates Sao Paulo wegen einer Lungenentzündung infolge einer Covid-19-Ansteckung behandelt worden, teilte die dortige Diözese Sao Jose dos Campos mit. Wegen der Pandemie werde es weder eine Totenwache noch eine Messe zu Ehren des Verstorbenen in Sao Jose dos Campos geben, dem letzten Wohnort des Kardinals. Papst Franziskus würdigte den Verstorbenen als „großzügigen Seelsorger“. Er habe die Todesnachricht mit „tiefem Bedauern“ erhalten und bete für ihn, so das Kirchenoberhaupt. Nach dem Tod Scheids gibt es noch 227 Kardinäle. Davon könnten 128 an einer Papstwahl teilnehmen, da sie jünger als 80 Jahre sind und ihre Kardinalsrechte ausüben dürfen. Brasilien stellt nun noch acht Mitglieder des päpstlichen Senats, davon vier mit Wahlrecht.

(sb)

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